Hauen und Stechen bei der BKK futur
23.05.2008 | 19:59 Uhr 2008-05-23T19:59:55+0200KRANKENKASSE. Der Vorstandschef soll seines Amtes entbunden werden, die Bundesaufsicht prüft teure Beraterverträge.
Der Name klingt gut, die Leistungen sind für 100 000 krankenversicherte Menschen lebenswichtig: Es geht um die Betriebskrankenkasse (BKK) Futur, die allein in Duisburg 4100 Mitglieder zählt. Ein Großteil der DVG-Beschäftigten ist dort versichert. Der Hauptsitz ist in Krefeld. Doch hinter den Kulissen der Kasse brodelt es gewaltig: Am Mittwoch nächster Woche soll sich Vorstandsvorsitzender Werner Wedig in einer mündlichen Anhörung gegen seine Amtsentbindung zur Wehr setzen.
Es steht auch der Vorwurf im Raum, bei der BKK futur seien Versichertengelder verschwendet worden. Neben dem Bundesarbeitsministerium ist das Bundesversicherungsamt (BVA) eingeschaltet.
Während Vorstandschef Wedig beschuldigt wird, durch mangelnde Information an Vorstand und den mächtigen Verwaltungsrat das Vertrauen dieser Gremien verspielt zu haben, teilt dieser kräftig aus: "Hier wird versucht, mich abzuschießen." Wedig kam nach der Fusion der BKK futur mit der Stuttgarter SEL zum 1. 1. 2007 ins Amt. Und traf dort auf den früheren BKK-Vorstand Hermann van der Wouw. Eine gedeihliche Zusammenarbeit zum Wohl der Kassen-Mitglieder entstand nicht.
Während van der Wouw auf Anfrage der NRZ nicht angeben wollte, warum der Vorstandschef seines Amtes entbunden werden soll, sagte Wedig der NRZ zur Arbeitssituation: "Es gibt bei uns viele Verträge mit externen Beratern, von einigen wusste ich nichts." In einem Fall habe sein Vorstandskollege nicht nur einen fünfstellig dotierten Vertrag unterzeichnet, sondern dabei sich selbst als "Vorstandsvorsitzenden" bezeichnet.
Die Aufsichtsbehörde, das Bundesversicherungsamt in Bonn, nahm zögernd Hinweise auf mögliche Verstöße in Arbeit. Ein früheres Mitglied im BKK-Verwaltungsrat erhielt bis heute keine Antwort auf seine Schreiben, in denen er auf "Vorgänge" hinwies. Auf NRZ-Anfrage teilte die Aufsichtsbehörde nur mit, dass man im Fall "der Beraterverträge noch genauer hinsehen" müsse.
Das Bundesversicherungsamt bestätigte aber eine NRZ-Information, wonach zwei Prüfer des Amtes, deren Ehefrauen selbst in der Rechnungsprüfung der BKK futur angestellt sind, die Kasse kontrollierten - "kein Problem". BKK futur Die Betriebskrankenkasse hat mehrfach fusioniert und hat heute 73 000 Mitglieder und rund 100 000 Versicherte. Sie ist aus der Krankenkasse des früheren Kabelwerks in Duisburg entstanden, dann kam die DVG dazu.

10:58
Und dafür werden Beiträge erhöht,Reformen nach Reformen ins Leben gerufen,am Ende zahlen die Pflichtversicherten sowieso.Und der Wettbewerb wird durch die neueste Reform ausgehebelt,weil alle Kassen für alles einen Ausgleich bekommen.Was haben Vorstände denn für Vorraussetzungen für ihre Tätigkeit mitzubrigen,wenn ein solcher Beratungsbedarf besteht?