Hartz IV als Chance – und Alternative

Positive und negative Wirkungen sieht Ulrich Käser, Chef der Agentur für Arbeit Duisburg, nach zehn Jahren Hartz IV. So sei es gelungen, den mit Beginn der Massenarbeitslosigkeit in 70er Jahren einsetzenden, treppenförmigen Anstieg der Arbeitslosenzahl zu durchbrechen. „Im auf die Finanzkrise 2008/2009 folgenden Aufschwung fanden mehr Arbeitslose eine Beschäftigung als vorher ihre Arbeit verloren hatten“, so Käser. Hartz IV habe die Grundlagen zum Abbau struktureller Arbeitslosigkeit gelegt.

Die staatlichen Leistungen würden Gegenleistungen der Bezieher erfordern, sie sollten sich um Arbeit bemühen. Das habe viele in Arbeit gebracht – eben zu Marktbedingungen. Hier sieht Käser „die Chance, Menschen eine Beschäftigung zu bieten, die in einem Normalarbeitsverhältnis wenig oder keine Chancen hätten“. Deren Alternative liege nur selten in einer Beschäftigung zu besseren Konditionen, „sondern häufig in der Arbeitslosigkeit“.

Trotz der Erfolge, die Käser ausmacht, würden Langzeitarbeitslose nur gering vom Beschäftigungsaufbau profitieren. Für deren komplexen Lebenslagen gebe es kein Patentrezept. Deshalb sollten sich auch die Arbeitgeber jener Klientel öffnen, die bisher in den Rekrutierungen noch nicht zum Zuge gekommen sei, um ihre vielfältigen Talente zu finden und auszubauen.