Hansa Group: Haftbefehle aufgehoben

Eine überraschende Wendung hat der Fall der Wanheimer Hansa Group AG genommen. Das Landgericht Bielefeld hat die Haftbefehle gegen die Brüder Zolfaghar und Khodayar A. aufgehoben. Dennoch musste das Unternehmen erneut Insolvenz anmelden.

Die Untersuchungshaft hatte Ende April die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität in Bielefeld erwirkt (WAZ berichtete). Ihrer Ansicht nach besteht der dringende Tatverdacht, dass die beiden Brüder als Geschäftsführer des Waschmittelherstellers zwischen 2007 und 2012 die Bilanzen der Hansa „frisiert“ haben. Die Ermittler nannten eine Summe von 80 Millionen Euro, auf die sich die Manipulationen belaufen sollten. Den Tatverdacht sah das Landgericht allerdings nicht ausreichend begründet, und hob die Haftbefehle auf.

Kurz nach der Inhaftierung der Brüder meldete die von Khodayar A. kontrollierte Gemini-Gruppe Zahlungsunfähigkeit an. Sie hatte nach einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung erst im vergangenen Jahr den Betrieb der Hansa mit 400 Mitarbeitern an Produktionsstandorten in Greven, Ibbenbüren und Genthin übernommen. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Duisburger Anwalt Dr. Sebastian Henneke (hrm Henneke Röpke).

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