Hansa AG: Nach Betrugsskandal folgt jetzt die weitere Insolvenz

Es ist ein erneuter Tiefschlag für die Beschäftigten der skandalumwitterten Hansa Group: Nachdem die Geschäftsführer wegen des Vorwurfs der Bilanzfälschung und des Betrugs in U-Haft sitzen, sind jetzt auch die Nachfolgegesellschaften zahlungsunfähig. Seit April erhielten die rund 400 Beschäftigten keinen Lohn, zudem sollen erhebliche Lieferantenverbindlichkeiten aufgelaufen sein.

Beim Waschmittel-Hersteller mit Hauptverwaltung in Wanheim steht die Produktion an den Standorten Düren, Greven und Ibbenbüren längst still, in Genthin wurde der Umgang erheblich reduziert.

Wie es jetzt weitergeht, liegt in der Hand des Rechtsanwalts Dr. Sebastian Henneke von der Duisburger Kanzlei „hrm Henneke Röpke“, den das hiesige Amtsgericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt hat. Die Verstrickung der Firmen ist komplex: Insolvent ist die Gemini Vertriebs- und Verwaltungs GmbH, die Gemini GmbH & Co KG sowie die Luhns 1869 GmbH & Co KG. Sie bilden die Gemini-Unternehmensgruppe, die Ende 2014 den Betrieb der insolventen Hansa-Group übernommen und fortgeführt hatten. Das Produktionsvermögen der Hansa-Group hatte kurz zuvor die Gemini Holding AG mit Sitz in der Schweiz erworben und an die drei jetzt insolventen Firmen weitergegeben. Allerdings ist fraglich, ob die damaligen Kaufverträge Bestand haben, da sie noch nicht vollständig vollzogen sein sollen.

Derzeit erscheint ein Fortbestand der Unternehmensgruppe im Ganzen als auch in Teilen möglich. Die Löhne sind durch Insolvenzgeld nur bis Ende Juni gesichert. Gibt es dann keine Lösung, müssten die Produktionsstandorte geschlossen werden.

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