Haniel baut eigenes Blockheizkraftwerk

Der Ruhrorter Traditionskonzern Haniel gibt Geld aus um zu sparen. Für 1,5 Millionen entsteht derzeit am Firmensitz im Hafenstadtteil ein Blockheizkraftwerk, mit dem nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden Stephan Gemkow ab dem kommenden Jahr 40 Prozent der Energiekosten eingespart werden sollen.

Vor den gediegenen und teilweise altehrwürdigen Gebäuden rund um den Franz-Haniel-Platz arbeiten sich derzeit Baggerschaufeln durch den Rasen in den Untergrund, weil mit dem Bau des neuen Kraftwerks auch neue Leitungen in erheblichem Umfang verlegt werden müssen. Im Februar haben auf dem Platz die Bauarbeiten für die Installation des neuen Blockheizkraftwerks und neuer Kälteanlagen begonnen. Es wird in einem ersten Bauabschnitt gebuddelt, gebohrt und verlegt.

Was dort ausgeschachtet wurde und noch wird, ist die Trasse der künftigen Rohrleitungen für die Kälte- und Wärmeversorgung. Notwendig wurden auch Kernbohrungen an Verwaltungsgebäuden – verbunden mit erheblichem Geräusch. Standort des neuen Blockheizkraftwerks ist das Untergeschoss der architektonisch eindrucksvollen Haniel-Akademie.

Damit Lieferanten, Besucher oder im Ernstfall auch die Feuerwehr in der Bauzeit weiterhin über den Platz fahren können, wurden die Erdbauarbeiten in zwei Abschnitten geplant: Nachdem der Verlegung der Leitungen, wurde der erste Teil der Trasse umgehend wieder verfüllt, bevor die Ausschachtungen für den zweiten Bauabschnitt beginnen konnten. Voraussichtlich Anfang April sind alle Leitungen verlegt, heißt es bei Haniel: „Danach werden die Oberflächen wiederhergestellt, bis der Franz-Haniel-Platz Ende April wieder im alten Glanz erstrahlt“, lautet die zeitliche Planung.

Bisher wurden die diversen Gebäude der Konzern-Zentrale rund um den nach Firmengründer Franz Haniel benannten Platz separat von insgesamt sieben Heizkesselanlagen und sieben Kälteanlagen auf den Dächern versorgt. Durch die Umbauarbeiten wird alles zentralisiert.

Künftig wird nur noch das neuen Blockheizkraftwerk für Wärme in allen Räumen am ganzen Platz sorgen und eine Kälteanlage auf dem Dach von einem der Gebäude bereits im anstehenden Sommer kühle Luft in allen Büros verteilen. Die alten Kälteanlagen auf dem Dach eines der Verwaltungsgebäude werden anschließend demontiert.