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Handarbeiter am Rande der Bande

22.09.2011 | 11:00 Uhr
Handarbeiter am Rande der Bande
Einer der Balljungen beim MSV: Pascal Kubina (12). Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

Duisburg. In dieser WAZ-Serie werden Menschen vorgestellt, die in der MSV-Arena dafür sorgen, dass auch abseits des Rasens alles rund läuft. Heute im Blickpunkt: der Balljunge Pascal Kubina.

Alle Mittelfeldakteure, die den Trainerauftrag „Spielaufbau“ erfüllen sollen, kommen im Laufe von 90 Fußball-Minuten auf 80 bis 100 Ballkontakte. Pascal Kubina hat zwar im selben Zeitraum nur sechs bis zehn. Dennoch ist er mindestens mit genau soviel Eifer und Aufmerksamkeit bei der Sache wie die Profi-Kicker auf dem Rasenplatz vor ihm. Denn der 12-jährige Pascal ist Balljunge in der MSV-Arena. Und auch für ihn heißt die Devise: Fehler vermeiden! Und immer der eigenen Mannschaft helfen.

Beim Heimspiel der „Zebras“ am vergangenen Samstag gegen Union Berlin (1:1) war es endlich einmal wieder soweit: Da durfte das U-13-Team des MSV die Balljungen stellen. Das ist bei allen jüngeren Jugendmannschaften im Verein ein heiß begehrter Job. Und weil es reihum geht, ist jede Mannschaft nur bei zwei bis drei der insgesamt 17 Saison-Heimpartien dran.

Das Balljungen-Team besteht immer aus acht Kräften. Zwei stehen jeweils seitlich versetzt hinter einem der Tore. Und die übrigen vier Kinder verteilen sich auf beiden Seiten am Rande der Außenlinie. Dabei gilt es auf der Haupttribünen-Seite stets einen Mindestabstand zu den Trainerbänken einzuhalten.

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„Ich bin am liebsten hinterm Tor“, sagt Pascal. „Und zwar hinter dem, wo auch immer die MSV-Fans stehen.“ Der Nachwuchsspieler, der bei der U 13 als Innenverteidiger dabei hilft, Gegentore zu verhindern, verfügt schon über eine gewisse Routine am Rande der Bande. Denn dies ist schon die vierte Saison, in der er seinem Nebenjob nachgehen darf. So kann er sich noch besonders gut an die Heimauftritte des MSV gegen RWO, 1860 München, FC Augsburg oder den FSV Frankfurt erinnern – weil er alles, was auf dem Platz ereignete, so hautnah am Spielfeldrand miterlebte. Eben diese Nähe zu seinen fußballerischen Vorbildern ist es, die den besonderen Reiz ausmacht.

Eine Stunde vor dem Anpfiff treffen sich die Balljungen im Bauch der MSV-Arena stets mit einem Betreuer in einer eigens für sie reservierten Kabine. Sein Lieblingsspieler, Branimir Bajic, und die übrigen Profis ziehen sich nur zwei Räume weiter für ihren großen Auftritt um. Jedes Kind nimmt einen der offiziellen Spielbälle mit zu seinem Platz. Rollt das Spielgerät dann dort in der Nähe über den Kreidestrich, gilt laut Pascal stets Balljungen-Gesetz Nummer eins. Das lautet: „Immer erst den neuen Ball zum Spieler werfen, erst danach den alten holen.“

Ein kleines Taschengeld gibt’s für diesen Job übrigens nicht. Aber Pascal und seine bällesammelnden Mitstreiter sind auch gar nicht erpicht auf ein Honorar. Ihnen reicht das Ganz-nah-dran-Erlebnis als schönste Entschädigung für all den Aufwand.

Thomas Richter


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