Hallenruinen bleiben noch länger

Die Hallenruinen des ehemaligen Güterbahnhofs werden das Innenstadtbild länger verunstalten, als bisher schon befürchtet: Investor Kurt Krieger will erst in Hannover ein Mega-Möbelzentrum errichten, das Duisburger „Höffner“-Projekt ist damit erst einmal verschoben.

Kriegers Höffner-Kette wächst schnell. Vor wenigen Wochen wurde erst ein Möbelzentrum in Neuss eröffnet. Auch dieses Vorhaben war dem 120-Millionen-Euro-Neubau am Duisburger Hauptbahnhof bereits vorgezogen worden.

Grund war eine mehrjährige Verzögerung des Planfeststellungsverfahrens für eine eigene Anschlussstelle an die Autobahn A 59 bei der Bezirksregierung in Düsseldorf – eine Voraussetzung für ein „Höffner“-Haus in der Duisburger Stadtmitte. Inzwischen hat’s aus der Landeshauptstadt das lang erwartete Grüne Licht für die Abfahrt gegeben. Doch bei Krieger hat man inzwischen erneut umgeplant.

Man habe drei Jahre auf die entsprechenden Genehmigungen gewartet, sagt Edda Metz, Projektleiterin bei Krieger-Bau: „Jetzt muss sich Duisburg in unsere Investitionsplanungen einreihen.“ Zumal die nun erteilte Planfeststellung ihr auch noch gar nicht vorliege: „Ich habe sie noch nicht gesehen.“ Und sie verweist auf Neuss, wo es innerhalb von sechs Monaten alle Genehmigungen für den jüngsten „Höffner“-Bau gegeben habe: „Wenn etwas gewollt wird in einer Stadt, wird auch gebaut.“

„Alle Voraussetzungen zum Baubeginn sind jetzt in Duisburg geschaffen“, sagt Planungsdezernent Carsten Tum. Derzeit bereite man die zweiwöchige Offenlage des Planfeststellungsbeschlusses vor, der ab 2. März im Stadthaus eingesehen werden könne. Tum: „Es gibt seitens der Behörden keinen Hinderungsgrund mehr, mit dem Bau zu beginnen.“

Ostermann erst 2016

Auch ein weiteres Möbel-Großprojekt ist zeitlich abhängig von Plänen anderenorts. In Meiderich, ebenfalls unweit der A 59, plant Ostermann ein Möbelzentrum. „Die Überlegungen laufen weiterhin plangemäß“, heißt es bei dem Wittener Familienunternehmen. Ein Baubeginn in Duisburg stehe aber erst nach Erweiterung und Umbau des Ostermann-Hauses in Haan (zwischen Düsseldorf und Wuppertal gelegen) an. Was wohl auch noch mindestens bis Ende 2015, eher bis ins Jahr 2016 dauern dürfte.

Bleibt noch die Frage, ob man bei Krieger nicht wenigstens daran denkt, die unansehnlichen Hallenruinen schon einmal zu entfernen und somit das Duisburger Stadtbild an dieser zentralen Stelle zumindest etwas zu entlasten. „Wir müssen gucken, dass wir jetzt Hannover auf die Reihe kriegen, dann sehen wir weiter“, antwortete Projektleiterin Metz gestern eher zurückhaltend.