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Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts

15.12.2012 | 13:00 Uhr
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Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
Einen Abiball zu planen ist schwerer als man denkt: Der Abiball mit Freunden und Verwandten sprengt schnell die Kapazitäten der Schul-Aula.Foto: Volker Speckenwirth

Duisburg.  Zehn Duisburger Gymnasien verabschieden im Jahr 2013 ihren doppelten Abiturjahrgang. Nur fünf feiern ihren Abiball dort, wo sie jahrelang für den Abschluss gepaukt haben. In Duisburg sind die Räume oft zu klein oder zu teuer - ein schmales Angebot.

Im Jahr 2013 werden an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen aufgrund der Schulzeit-Verkürzung zwei Jahrgänge gleichzeitig Abitur machen. Über diesen sogenannten „doppelten Abiturjahrgang “ wurde schon viel geschrieben: Die Universitäten sehen einer „Studenten-Flut“ entgegen , der Arbeitsmarkt wird mit mehr Bewerbern als üblich konfrontiert und wer auf Wohnungssuche geht, begrüßt bei der Besichtigung viele Gleichgesinnte. Doch andere Herausforderungen liegen viel früher in der Kette. Denn wer Abitur macht, will das auch mit dem Abiball feiern. Aber wie und wo, wenn schon die Schülerzahl bei 200 liegt? Dazu kommen Eltern, Geschwister, Oma und Opa, später Freunde. Aus 200 Gästen werden so schnell über 1000 - inklusive Tischen, Tanzfläche, Catering. Die NRZ hat in Duisburger Gymnasien gefragt: Wie gehen sie mit dem Problem um?

„Das ist eine schwierige Sache“, sagt Manfred Feldmann, stellvertretender Schulleiter des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums . „Wir überlegen, ob wir zwei Abitur-Feiern machen.“ Das Platz-Problem wäre so zwar gelöst, aber für Gymnasien, die den Jahrgang zusammengelegt haben und nicht getrennt weiterführen, taucht ein anderes auf: Der Jahrgang würde auseinandergerissen. „Wir machen das von den Räumlichkeiten abhängig“, so Feldmann. Im Gespräch seien das Theater am Marientor, die Gebläsehalle im Landschaftspark oder das Binnenschifffahrtsmuseum. Feldmann: „Das wird natürlich teuer.“ Deshalb würde er sich wünschen, dass die Stadt bei solch besonderen Anlässen wie dem Abiball den Schulen entgegenkomme. Auszuweichen hält Feldmann für schwierig.

Problem der Größe und des Preises

Einige Abiturjahrgänge sehen aber offenbar keinen anderen Ausweg. Zum Beispiel der von Julia Erlenbusch, die im Abi-Kommittee des Albert-Einstein-Gymnasiums ist. „Wir wollten eigentlich in die Mercatorhalle und mussten uns kurzfristig etwas anderes suchen“, so die 18-Jährige. „Wir feiern jetzt in Krefeld.“ Natürlich sei das schade, wenn man sein Abi in Duisburg gemacht hat. Das findet auch Klaus-Dieter Stalleicken, Leiter des Max-Planck-Gymnasiums.

Verzögerungen bis Juli
Verträge für Mercatorhalle aufgelöst

Einige Jahrgänge hatten bereits Verträge für die Mercatorhalle abgeschlossen. Nach der vorläufigen Schließung wurden sie aufgelöst.

„Wir haben den Organisatoren gesagt, dass sich die geplante Freigabe im Juli 2013 theoretisch verzögern könnte“, sagt Katharina Schmeller, Mitarbeiterin im Veranstaltungsmanagement. Bei der Suche nach Alternativen habe man geholfen.

In den großen Saal passen mit Tischen rund 670 Gäste. Der Richtwert für Abibälle liegt ohne Catering bei 7000 Euro.

Die Organisatoren seines Doppel-Jahrgangs hätten sich trotzdem dazu entschlossen, in der Weseler Niederrhein-Halle zu feiern. „Das machen wir seit Jahren. In Duisburg sind die Räume oft zu klein oder zu teuer - ein schmales Angebot“, so Stalleicken. Die Mercatorhalle sei auch hier im Gespräch gewesen. Genau wie beim Steinbart-Gymnasium, das jetzt aber nach Oberhausen ausweicht. „In Duisburg ist viel belegt und nicht groß genug. Es ist aber auch ein preisliches Problem“, so Schulleiter Ralf Buchthal.

Oberhausen, Wesel, Krefeld

Die NRZ hat insgesamt 12 Gymnasien der Stadt befragt. Zwei davon haben den doppelten Jahrgang bereits im vergangenen Schuljahr verabschiedet, sie haben in Duisburg gefeiert. An den restlichen 10 Gymnasien macht der doppelte Jahrgang im neuen Jahr Abitur - die Feier von fünf Schulen wird nicht in Duisburg, sondern in Oberhausen, Wesel oder Krefeld stattfinden. Die drei übrigen Schulen feiern in der Stadthalle Walsum, der Vip-Lounge der MSV-Arena und dem Theater. Eine Schule will in der Aula feiern, eine andere ist sich noch unsicher.

Die Duisburger Abiturienten haben es in diesem Schuljahr - was die Lokalität für den Ball betrifft - offenbar besonders schwer. Zum einen soll der große Saal der Mercatorhalle bis zum Sommer geschlossen bleiben. Zum anderen kommen die Rheinhausen Halle, die Stadthalle Walsum und die Glückauf-Halle für einen (ungetrennten) Abiball eines Doppeljahrgangs nicht in Frage - zu klein. Alternativen gibt es kaum, lediglich die Kraftzentrale im Landschaftspark scheint groß genug. Aber, wie Ralf Winkels von der Duisburg Marketing Gesellschaft sagt: „Das ist mit den Terminen ohnehin schwierig und da müsste alles hereingebaut werden.“

Duisburg ist wohl kein optimaler „Abiball-Standort“. Oder, wie Beate Debosse-Stenger, Oberstufen-Koordinatorin des Steinbart-Gymnasiums, resümiert: „Die Preise sind nicht gut, und es gibt wenige Hallen mit Platz für über 600 Gäste.“ Der doppelte Abiturjahrgang macht das Ganze nicht einfacher.

Arne Schleef

Kommentare
17.12.2012
08:02
Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
von tecxuss | #9

Lehrer sollen für Mitarbeiterparkplätze 25 Euro bezahlen jeden Monat!
Lehrer müssen selbst Schränke besorgen!
Lehrer hausen in Klassen wo es schmierig ist.
Lehrer müssen 1 Tag bevor die Schule wieder beginnt die Klassenräume putzen weil die Putzfrauen das nicht so machen (So gründlich).
Lehrer dürfen sich öffentlich zu solchen Misselagen NICHT äussern!

Frage: Wo leben wir eigentlich?

Ps: Bin kein Lehrer ;)

1 Antwort
Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
von joestar | #9-1

....sonst hätten wir diesen Müll auch nicht geniessen dürfen!

16.12.2012
23:42
Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
von JoachimMutz | #8

...aber der Blick für das Wesentliche ist in unserer heutigen Gesellschaft auch hier leider verstellt -an allen Ecken und Kanten fehlt es eben.. - und gleichzeitig stellt man den Trend zum Hoch zu eigentlich unerwünschten Fehlentwicklungen fest!

Der wichtigste Schnitt im Leben ist nun mal die Beendigung der seit der Kindheit gewohnten Schulzeit... - und ich empfinde den Verzicht/Verlust einer im würdigen Rahmen stattfindenden, gemeinsam zu feiernden Abschlussfeier nicht nur nicht richtig, sondern sehe dies als völlig falsch an, weil man auch hier Gesellschaft, Brauch, Tradition sinnlos entwertet!

Natürlich sollen und dürfen sie auch sehr ausgelassen feiern (!) - "Jugend hat keine Tugend" - aber am Scheideweg "ein letztes Wort" im Kreise von Eltern und Lehrern MUSS EINFACH SEIN!

BILDUNG ist neben Leben und Gesundheit das höchste Gut von uns Menschen!


Die allenthalben festzustellende Fehlentwicklung im Bereich von Anstand, Bildung, Brauch, Erziehung, Kultur +... - macht sprachlos!

1 Antwort
Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
von runningvalentino | #8-1

Was ist den der Unterschied zwischen "nicht richtig" und "falsch" ?

Wieso wird "Gesellschaft" durch eine nicht stattfindende oder nicht angemessene Feier entwertet? Wie sähe denn iyho eine "richtige" Feier "am Scheideweg" aus ?

Was hat eine Abifeier mit Anstand, Bildung und Kultur zu tun ? Wann haben Sie einen solchen Feier zuletzt beigewohnt ?

Fragen über Fragen ...

16.12.2012
10:23
Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
von xxyz | #7

So ist das Leben.
Das Gejammer des Doppeljahrgangs ärgert mich.
Statt darauf hinzuweisen, dass
- Keine Wehrpflicht
- Nur 12 Jahre bis zum Abi
benötigt werden, wird wieder nur gejammert.

Wer möchte oder Schwierigkeiten hat, kann doch auch wie früher für fast kein Geld einen Job annehmen. Beim Bund gab es in den 90er Jahren ca. 400 DM pro Monat.

16.12.2012
09:17
Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
von noergler2012 | #6

Sollen alle nach Bottrop kommen. Unser Saalbau steht dauernd leer. Und hat massig Platz. Die Stadt kann die zusätzlichen Einnahmen gut gebrauchen.

16.12.2012
09:15
Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
von derNoergler | #5

Die Globalisierung des Konsums: Zähne aus Tschechien, Pflege in Polen und Abi Parties in ......Dänemark vielleicht?
Bald wird an dann auch über Wohnen in ......anderswo nachdenken müssen und wo man seine Energie kauft.

16.12.2012
00:51
Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
von Karlot | #4

Keine Überraschung.
Duisburg ist wohl die einzige Stadt über 100.000 Einwohner, in der es keinerlei Veranstaltungsräume oder - hallen mit ausreichendem Platz gibt.
Duisburg ist eine Veranstaltungswüste.

16.12.2012
00:38
Nur die Ruhe
von stefanw2468 | #3

Nu laßt die Kinr doch mal "wichtig" spielen. In zwei bis drei Jahren werden das die nachkommenden Jahrgänge als oberpeinlich empfinden und wieder ganz anders feiern. Ob so ähnlich wie grashuepfer oder juelicher, oder ganz anders? Warten wirs doch einfach ab.
Ich persönlich finde das Getue der heutigen Schickimicki-Abiturienten übrigens auch ziemlich blöd.

15.12.2012
23:52
Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
von Juelicher | #2

In den 70ern hätten wir Abiturienten uns geschüttelt über einen derartig spießigen Abiball-Blödsinn. Da kamen manche zur halbwegs feierlichen Zeugnisausgabe in Jeans u. Motorradfahreroutfit, später gab es eine einfache Feier von Schülern u. ein paar Lehrern mit Musik, Getränken, ein paar Häppchen Essen etc.
Viele hätten einen überkandidelt organisierten Abiball, wie er seit einiger Zeit üblich geworden ist entweder ganz boykottiert oder sich zumindest der Kleiderordnung u. sonstigen Regeln verweigert. Heute möchte man mit derartigen Veranstaltungen offenbar eine deutliche Abgrenzung zu niederen Gesellschaftsschichten zum Ausdruck bringen. Die Armen sollen sich das garnicht leisten können! Viele von uns waren damals viel zu kritisch u. politisch in ihrem Denken, um so etwas akzeptieren zu können.

2 Antworten
Die heutigen Abiturienten...
von runningvalentino | #2-1

lassen sich doch mit der Generation der Schulabgänger in den 70er Jahren überhaupt nicht mehr vergleichen.

Viele haben die Schüler/Innen haben die Allgemeine HochschulREIFE (Abitur) doch nur in Ansätzen verdient. Viele der jetzigen Abiturienten insbesondere aus dem Bereich der Gesamtschulen haben doch bestenfalls das "Rolexabitur".

Zu diesem Thema möge man einmal die Dozenten an den Hochschulen fragen und die Zahl der Studienabbrecher und -wechsler analysieren. Viele Menschen an den oberen Lehranstalten sind doch nur rudimentär der deutschen Sprache mächtig und bestenfalls in der Lage in den Naturwissenschaften auswendig Gelerntes auf das Papier zu bringen. Das reicht dann aber in vielen Studiengängen nicht aus.

Ehrlicherweise muss ich natürlich sagen ,dass die gemachten Aussagen keinesfalls Allgemeingültigkeit besitzen sollen und können, sondern nur meine persönlichen Erfahrungen wiedergeben sollen.

Die Generation Abi 2013 ff ist im Feiern aber "ganz großes Kino" :-)

Hallen zu teuer oder zu klein - Abiturienten feiern auswärts
von runningvalentino | #2-2

Oooops,
ein " haben die ..." ist doch tatsächlich doppelt!

15.12.2012
21:43
Hallen?
von grashuepfer411 | #1

Ach die guten alten Zeiten - nichts mit Halle - stattdessen: Scheune bei Bauern: säubern vorher und nachher in Eigenregie, "Catering" über Imbissbetrieb, Musik aus der Konserve,... (Zeugnisausgabe in der Schulaula vorher),.... - nicht mit Gala - aber viel Spass für alle Beteiligten - und bezahlbar.

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