Gute Vorsätze schon zu Weihnachten umsetzen

Barbaros Tiryaki und Aydin Adigüzel (v.li.) wundern sich, wie voll es am zweiten Feiertag ist.
Barbaros Tiryaki und Aydin Adigüzel (v.li.) wundern sich, wie voll es am zweiten Feiertag ist.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Am zweiten Feiertag wird im Fitnessstudio an der Regattabahn bereits fleißig trainiert.Der Januar bleibt allerdings der stärkste Monat.

Neudorf..  Petra Lünsch zieht an einem Seil. Am anderen Ende heben sich die Gewichte. 25 Kilo hievt sie nach oben. In der zweiten Runde sind es 35 Kilo Eisen. Am zweiten Feiertag dreht sie ihre Runde durch das Fitnessstudio Wedau. Seit 15 Jahren trimmt sie sich hier regelmäßig – einen Tag Kraft-, am anderen Tag Ausdauertraining. Weihnachten machen sie und ihr Mann Heinz keine Ausnahme. Es ist voll, auf den meisten Rädern strampeln Hobby-Athleten. Keine Frage, diese Freizeitsportler setzen ihre guten Vorsätze bereits im Dezember um.

„Für mich ist der Sport vor allem Entspannung zum Beruf. Ich habe immer meine Sporttasche dabei und trainiere meist direkt nach der Arbeit“, erzählt Petra Lünsch. An dem Studio an der Regattabahn gefällt ihr vor allem, dass es so familiär ist. 1000 Mitglieder zählt der Club von Konrad Sühs, rund 60 Prozent kommen regelmäßig. Der stärkste Monat ist der Januar. Da melden sich viele Neue an – und Karteileichen tauchen plötzlich wieder zum Training auf. „Man kann aber nicht sagen, dass die, die sich im Sommer anmelden, länger dabei bleiben“, erklärt Inhaber Konrad Sühs. 1989 hat der Betreiber der Wasserski-Anlage das Studio eröffnet und damals die neuesten Fitnesstrends aus den USA importiert. Seitdem hat sich viel getan. Hanteln gehören gewissermaßen zum alten Eisen. Eine Neuheit ist ein Zirkel, bei dem automatisch berechnet wird, mit welcher Kilozahl die Arme drücken sollen. „Beim Ziehen hat man ein anderes Gewicht als beim Loslassen“, beschreibt Sühs. Bewegen muss man sich aber dennoch selbst.

„Für uns ist heute ein ganz normaler Tag“, sagt Barbaros Tiryaki. Er sitzt neben Aydin Adigüzel auf dem Rad-Ergometer. „Es ist hier schon voller als sonst“, wundert sich Tiryaki. Früher war er mal Boxer, jetzt ist er nur noch als Hobby beim ABC Rheinhausen aktiv. Sport gehört für ihn einfach dazu. Bei Aydin Adigüzel gab es zumindest keinen Festtagsbraten, den er unbedingt abtrainieren muss. Heiligabend wurden Tortellini aufgetischt.

„Zwei bis drei Mal die Woche zu trainieren, bringt einen guten Effekt“, weiß Sühs. Mittlerweile seien übrigens Fitnesskurse mit vielen tänzerischen Elementen gar nicht mehr so gefragt. Ein Grund: Auch in den Frauenzeitschriften steht mittlerweile, dass Kraft-Training wichtig ist, um die Figur zu formen.

Petra Lünsch dreht weiter ihre Runde. Ihr Mann stemmt derweil eine Eisenstange mit 25 Kilo in die Luft. Nebenan läuft indes ein Fitnesskurs. „Vier, drei, zwei, anderes Bein“, ruft die Trainerin. Das Kursmotto passt zu Weihnachten: „Fatburner“.