Großküchen: Die Fleischtöpfe in Duisburg sind leer

Was wir bereits wissen
Großküchen-Essen ist wieder in die Kritik geraten. Da geht es um Hygiene, aber vor allem darum, wie teuer Mittagstische in Schulen und Kitas sind.

Duisburg.. Wer nur drei oder vier Euro für ein Mittagessen ausgeben will oder kann(!), darf nicht „Essen wie bei Mutti“ erwarten. Aber Hygiene, vorschriftsmäßige Zubereitung und Zutaten, die okay sind. Schwarzen Schafen und geldgierigen Billig-Caterern gehört der Kochlöffel entzogen - oder der Auftrag wie bei den 12 Duisburger Grundschulen. Ein kalt zusammengerührtes „Chili sin carne“ ist dagegen sicher keine hochwertige und gesunde Ernährung, aber kein Skandal, sondern diskussionswürdiger Küchenalltag.

In vielen Duisburger Kindergärten und Ganztagsschulen ist die Mittagsverpflegung ständig eine Gratwanderung zwischen Anspruch und wirtschaftlicher Wirklichkeit. „Schulverpflegung kann nur funktionieren, wenn sie durch den Schulträger subventioniert wird“, weiß zum Beispiel Christoph Eckhardt, dessen Förderverein noch das Mittagessen in der Globusschule kocht – zwischen Küche und Kosten ist dort Druck auf dem Kessel. Duisburg setzt auf Bildung von der Kita an, auf mehr Ganztag von Grundschule bis Gymnasium. Dann muss laut Schulerlass auch die gute Ernährung sichergestellt werden und unterstützt werden, wo es sozial notwendig ist. Gesundes Essen in KiTa oder Schule darf es nicht nur für die geben, die es sich leisten können.

Sozial-Kosten verschlingen Hälfte des Etats

Doch wie so oft, Duisburg fehlt das Geld, um nachhaltig zu helfen, die Fleischtöpfe sind leer. Über die Hälfte des Etats, so die jüngste Bertelsmann-Studie, verschlingen jetzt schon die Sozial-Kosten insgesamt. Dieses Ungleichgewicht struktureller Last gerade vieler Ruhrgebietsstädte scheinen Bund und Land allmählich zu begreifen.

Dass Vize-Kanzler Gabriel sich erst diese Woche erneut in Duisburg im Marxloher Petershof über die erdrückende Last der Zuwanderungskosten informierte und Hilfe zusagte, um etwa tausende Kinder vor Masern zu schützen, ist Anzeichen dafür und auch Folge des ständigen Drückens und Drängens der Kommunen und auch Duisburgs. Dem ist auch zu verdanken, dass der Bund jetzt zusagte, seinen Beitrag zur Flüchtlings-Unterbringung auf eine Milliarde Euro zu verdoppeln.