Großer Beifall für den Philharmonischen Chor

Neben seinen Auftritten mit den Duisburger Philharmoniker bestreitet der von Marcus Strümpe geleitete Philharmonische Chor in jeder Saison auch ein eigenes Programm. Zentrales Werk des Konzertes in der Kirche St. Joseph am Dellplatz war Ludwig van Beethovens selten gespieltem „Christus am Ölberge“, das mit Anton Bruckners monumentalem „Te deum“ ergänzt wurde.

Beethovens 50-minütiges Oratorium steht in der Tradition der großen Passionswerke, umgeht aber dabei die Kreuzigung. Geschildert werden Jesus Gefühle in den Momenten vor der Verhaftung, seine Stimmungsumschwünge zwischen Todesangst und Sendungsbewusstsein, bevor dann der Schlusschor „Welten singen Dank und Ehre“ schon die Auferstehung vorwegnimmt.

Corby Welch stattet den Jesus mit heldentenoralem Glanz aus und gestaltet seine Zerrissenheit überzeugend. Er beherrscht die Bandbreite vom zarten Piano bis zum selbstbewusst heraus geschmetterten Forte perfekt. Er stürzt sich mit viel Leidenschaft in die Rolle und so wird sein Jesus zur großen Opernfigur.

Als Seraph, der Jesus Mut zuspricht, glänzt Antje Bitterlich mit glockiger Höhe und schön gestalteten Koloraturen. Dritter in der Reihe der Solisten ist Bassist Thilo Dahlmann als Petrus, der mit heller und kerniger Stimme seine Qualitäten unter Beweis stellt. Im Beethoven-Oratorium muss der Philharmonische Chor sich noch etwas zurückhalten. Die Arien lässt Strümpe vom Chor dezent grundieren.

Mit dem „Te deum“ von Anton Bruckner werden die verklärenden und jubelnden Klänge des Beethoven-Finales fortgesetzt. Marcus Strümpe hat 2004 mit diesem Werk seinen Einstand beim Philharmonischen Chor gegeben und die Schwachstellen, die es damals gegeben hatte, sind fast durchweg behoben. Der Chor ist bei diesem höchst anspruchsvollen Werk fast pausenlos im Einsatz und wird dabei von Strümpe sehr gut geleitet, koordiniert und motiviert. Der Beifall in St. Joseph ist lang anhaltend und groß.