Große Anlage für kleinste Teilchen
26.11.2008 | 19:17 Uhr 2008-11-26T19:17:47+0100WISSENSCHAFT. Am IUTA in Rheinhausen ging ein "Technikum" zur Nanopartikel-Herstellung in Betrieb - einzigartig in Europa.
Die Anlage ist recht groß ausgefallen, doch die Teilchen, die darin entstehen sind klein, sehr klein: Am Institut für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) der Uni Duisburg-Essen in Rheinhausen ging gestern ein Technikum zur Nanopartikel-Herstellung in Betrieb - das einzige dieser Art in Europa.
Mit der Anlage wird es möglich, Materialien in kleinstem Maßstab "feinzutunen" wie es Prof. Christof Schulz, Wissenschaftlicher Leiter des IUTA, bei der offiziellen Einweihung ausdrückte. So können Farbe, Leitfähigkeit, Oberfläche, Härte oder Transparenz der Nanopartikel gezielt beeinflusst werden. All dies beherrschen die Wissenschaftler zwar schon - doch nur im Labormaßstab mit minimalen Mengen. Zwischen Labor und der industriellen Anwendung klafft bislang eine Lücke. Die soll die 100 Quadratmeter große Anlage schließen. In drei unterschiedlichen Reaktoren sollen erstmals Nanoteilchen kiloweise entstehen. So erhalten Industrieunternehmen genügend Material, um weitere Verfahrensschritte zu testen.
Mit der Nanotechnologie verbindet sich die Hoffnung auf die Entwicklung zahlreicher neuer Anwendungsbereiche. So könnten Solarzellen mit weniger Rohstoffverbrauch - und damit preiswerter - hergestellt werden; die Speicherkapazität von Batterien könnte spürbar erhöht werden - und Elektroautos wieder eine mobile Alternative darstellen; für die Industrie könnten hochwirksame Giftstoff-Filter entstehen, die auch noch wiederverwendbar sind.
Ein weiterer Effekt: Neue Anwendungen schaffen neue Produktionsanlagen. Und die schaffen neue Arbeitsplätze.
Angesichts dieser Perspektiven teilten sich die EU, das Land NRW und die Evonik AG die Finanzierung in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro. (t.b.)

0mitdiskutieren