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Gedenkfeier Loveparade

Greulich verteidigt Vorgehen der Stadt Duisburg bei Loveparade-Gedenkfeier

05.09.2011 | 18:44 Uhr
Greulich verteidigt Vorgehen der Stadt Duisburg bei Loveparade-Gedenkfeier
Peter Greulich am 11. Juli bei Adolf Sauerlands Erklärung zur moralischen Verantwortung für die Loveparade-Katastrophe. Archivbild: Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Duisburg.Nachdem bekannt wurde, dass die Stadt der Gedenkfeier am Jahrestag der Loveparade die Genehmigung versagt hatte, bedauert Stadtdirektor Greulich die Diskussion nach Bekanntwerden seines Beschwerdebriefes an Ministerpräsidentin Kraft.

Stadtdirektor Peter Greulich hat die öffentliche Diskussion um die Gedenkfeier zum Jahrestag der Loveparade-Tragödie am 24. Juli im Wedau-Stadion bedauert und am Montag im Rathaus betont, dass es eine „gelungene und würdevolle Veranstaltung“ gewesen sei, die nicht ins schlechte Licht gerückt werden dürfe.

Die Diskussion hatte indes ein Brief des Stadtdirektors an die Staatskanzlei und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ausgelöst, der vergangene Woche bekannt geworden war . Darin hatte sich Greulich im Namen der Stadt darüber beklagt, dass es bei der Genehmigung der Trauerfeier zu Abstimmungsproblemen gekommen war und die städtischen Genehmigungsbehörden unter Druck gesetzt worden seien. Auch hätten Absprachen „leider nicht stattgefunden“. „Es ist zu Fehlern, Versäumnissen und Missverständnissen gekommen“, erklärte Greulich am Montag. Diese Kritik müsse möglich sein, ohne gleich dafür gescholten zu werden. Er habe nicht damit rechnen können, so Greulich, dass sein Brief an Kraft öffentlich wurde.

„Auch wir wollten diese Veranstaltung“

Greulich und die Leiterin des Bauordnungsamtes, Anja Geer, legten dar, dass die Trauerfeier wegen der kurzfristig am Tag zuvor verlegten Bühne nach Schlechtwetterprognosen formal nicht genehmigungsfähig gewesen sei. Da die Sicherheit aller Beteiligten aber gewährleistet gewesen sei, habe die Veranstaltungen durchgeführt werden können. „Abweichungen vom Antrag können nicht mal eben erfolgen. Das Baurecht ist sehr formal und nicht immer mit gesundem Menschenverstand zu bemessen“, erklärte Geer. In dem Brief an Kraft hatte Greulich die Bühne mit einem „Schwarzbau“ verglichen.

„Auch wir wollten diese Veranstaltung“, betonte Greulich. Zu keiner „Millisekunde“ habe es Befremden zu dem Wunsch der Angehörigen gegeben, dass nicht die Stadt die Trauerfeier veranstalten soll. Seine Kritik sei auch keine Retourkutsche oder Besserwisserei, versicherte Greulich.

Hintergrund
Wie eine Garage

Die Stadt vergleicht die Bühnenverlagerung mit einem beantragten Garagenbau. Wird sie auf einem Grundstück an anderer Stelle errichtet, verstößt der Besitzer formal gegen das Landesbaurecht. Die Garage ist illegal, müsse indes nicht abgerissen werden. Im „Handstreich“ könne es aber keine neue Genehmigung geben.

Näher erläutern, wie das Land Druck ausgeübt habe, wollte Greulich aber nicht. In dem Brief an Kraft ist die Rede davon, dass ein „Repräsentant der Staatskanzlei“ deutlich gemacht habe, dass man kein Verständnis habe, wenn die Veranstaltungen abgesagt werden müsse.

Organisator Eich fühlt sich als Bauernopfer

Vorwürfe gegen die Stadt erhebt der von der Staatskanzlei mit der Organisation der Loveparade-Trauerfeier beauftragte Duisburger Arno Eich. Aus Rücksicht auf die Angehörigen habe er die nach seinen Worten „Gängelei“ und Behinderungen im Zuge der Genehmigung der Gedenkveranstaltung damals nicht öffentlich gemacht. „Die Veranstaltung hat den Menschen viel gegeben

Arno Eich. Foto: Jürgen Metzendorf

Eich zeigt kein Verständnis dafür, dass die Stadt die kurzfristige Verlagerung der Bühne wegen drohender Stürme trotz der Zustimmung von Polizei und Feuerwehr nicht habe genehmigen wollen. Eich spricht dabei von Behinderungen und „Ignoranz von Gefahrenmomenten“ und verweist auf das Unglück mit fünf Toten nach einem Unwetter bei einem Konzert in Belgien Mitte August

Loveparade-Gedenkfeier in MSV-Arena

Den Brief Greulichs an Kraft bezeichnet Eich als Versuch, die Ministerpräsidentin mit dem Umstand zu kompromittieren, dass sie auf einer behördlich nicht genehmigten Veranstaltung aufgetreten sei. Dies solle mit der Stadtkritik „auf meinem Rücken ausgetragen werden“. Er fühle sich als „Bauernopfer“ in einem perfiden Ränkespiel. Eich: „Aus meiner Sicht ist das Nachtreten“.

Oliver Schmeer

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Kommentare
07.09.2011
07:08
Greulich verteidigt Vorgehen der Stadt Duisburg bei Loveparade-Gedenkfeier
von HeinzK1 | #103

Der Duisburger Stadtdirektor Peter Greulich hat bedauert, dass Auszüge seines Briefes zum Genehmigungsverfahren der Loveparade-Gedenkfeier veröffentlicht wurden. Er hatte in dem Schreiben an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Kritik am Vorgehen der Organisatoren geübt. Greulich erklärte, er habe mit dem Schreiben eine sachliche Auseinandersetzung anstoßen wollen. Dass der Brief öffentlich wurde, habe er zu keiner Zeit beabsichtigt. Im Nachhinein tue ihm leid, das Thema schriftlich aufgegriffen zu haben. (kuvi.de, 07. September 2011- 05:32 h)[1]

Nun wir zurück gerudert. Aber die Geister, die der persönliche grüne Freund von CDU-Oberbürgermeister Herr Adolf Sauerland rief, wird er nun nicht mehr los.

[1] http://www.kuvi.de/news/24495_duesseldorfer-staatskanzlei-vorwuerfe-pruefen.html
.

06.09.2011
23:44
Greulich verteidigt Vorgehen der Stadt Duisburg bei Loveparade-Gedenkfeier
von wattearvolt | #102

@#99 von EikeM

Ich schließe mich den Kommentaren
#100 / # 101 an. Duisburg besteht nicht nur aus Sauerland, Greulich und den ihnen blind ergebenen Jüngern. Es gibt auch Menschen in dieser Stadt.

06.09.2011
23:29
Greulich verteidigt Vorgehen der Stadt Duisburg bei Loveparade-Gedenkfeier
von turnaround | #101

Ihnen und auch den anderen der Gruppe um Herrn Hagemann und dem Team wünsche ich alles erdenklich Gute.
#100 von AxelKrause , am 06.09.2011 um 20:33

Schließe mich im Gedenken an alle Opfer der LoPa 2010 und im Gedenken an alle Verletzten und Traumatisierten an. Bin am 09.09.2011 in Gedanken bei Ihnen Allen. Lassen Sie nicht von der Stadtmafia unterbuttern, sondern beharren Sie bitte auf Ihren Bedingungen. Herr Krieger scheint gegenüber Ihrem Anliegen nach einer würdigen Gedenkstätte weitaus aufgeschlossener zu sein, als die Stadtspitze, die die LoPa 2010 und ihre toten und noch lebenden Opfer am liebsten für immer vergessen und begraben sehen will. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.... Die Duisburger vergessen Ihre Kinder, Ihre Angehörigen NICHT!

06.09.2011
20:33
Greulich verteidigt Vorgehen der Stadt Duisburg bei Loveparade-Gedenkfeier
von AxelKrause | #100

#99 von EikeM

Danke, das Sie das in Ihrer Situation hier geschrieben haben. Das Verhalten von Greulich könnte aufmerksam machen für das, was in der Besprechung über die Gedenkstätte von seiner Seite kommt.

Ihnen und auch den anderen der Gruppe um Herrn Hagemann und dem Team wünsche ich alles erdenklich Gute.

06.09.2011
20:06
Greulich verteidigt Vorgehen der Stadt Duisburg bei Loveparade-Gedenkfeier
von EikeM | #99

Ich bin froh, dass ich an einer ungenehmigten Veranstaltung der Stadt Duisburg teilinehmen durfte.
Mein Sohn hatte letztes Jahr nicht das Glück und mußte dafür mit seinem Leben bezahlen.
Es zeigt sich mal wieder die ganze Inkompetenz und Ignoranz der Duisburger Stadtverwaltung, die auf einmal in besserwisserischer und oberlehrerhafter Manier ihre eigene Unfähigkeit zur Schau stellt.
Gut das man jegliche Möglichkeiten nutzt um dieses unter Beweis zu stellen.
Dank an Herrn Eich, die Polizei und die Feuerwehr, die gerade noch eine weitere Katastrophe abwenden konnte.
Dank an Frau Kraft und alle Helfer, die diese schöne Trauerfeier durchgeführt .
Herr Greulich sie haben mein Bild von ihnen bestätigt und es tut mir nur einfach leid, dass ich sie kennengelernt habe.

06.09.2011
19:47
Blockierter Kommentar.
von Andreas45141 | #98

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

06.09.2011
19:41
Blockierter Kommentar.
von Stefano | #97

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

06.09.2011
19:36
Greulich verteidigt Vorgehen der Stadt Duisburg bei Loveparade-Gedenkfeier
von vaikl | #96

@ #95

Natürlich wäre es begrüßenswert, wenn das Bauamt demnächst bei jeder illegal errichteten Garage einen heulsusigen Petzbrief z.B. an den Arbeitgeber des Erbauers schreibt...

Ist der Mobbing eigentlich die polnische Variante von Berichterstattung?

06.09.2011
19:19
Greulich verteidigt Vorgehen der Stadt Duisburg bei Loveparade-Gedenkfeier
von Poulver | #95

Ohne Baugenehmigung hätte die Trauerfeier nicht
statt finden dürfen,aber der Mobbing geht weiter.

06.09.2011
17:27
Greulich verteidigt Vorgehen der Stadt Duisburg bei Loveparade-Gedenkfeier
von vanWegen | #94

Was sagen eigentlich die Basis-Grünen zu diesen ungeheuerlichen Vorfällen?Was ist mit dem langangekündigten Kreisgericht gegen Kantel/Janicki/Greulich?Alles nur ne Luftnummer?
Und der Bild sei gesagt:Herr Sauerland ist unfähig zu jedweder Scham.Schämen tun sich nur die Duisburger Bürger und die einfachen Mitarbeiter der Stadt für diese Bande!

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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