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Politik

Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg

26.05.2011 | 13:40 Uhr
Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg
Aufgrund der rassistischen Darstellung auf der Internetseite der Linken Partei Duisburg gab es sehr viel Empörung und Unruhe. Die Kritik kam auch aus denen eigenen Reihen der Partei. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

Duisburg.Gregor Gysi, Fraktionschef der Linken im Bundestag hat israelfeindliche Haltungen in der eigenen Partei kritisiert. Boykottaufrufe gegen Israel „erinnern immer an den Nazi-Slogan“, sagte Gysi und bezog sich explizit auf den Kreisverband Duisburg.

Die Haltung der Duisburger Linken zur Israel-Politik hat nach der Flugblatt -Affäre bundesweit für Kritik gesorgt. Inzwischen ist es in der Debatte ruhiger geworden, am Donnerstag aber kippte jemand wieder Öl ins Feuer. Die Kritik kommt aus den eigenen Reihen, zudem noch von der Berliner Parteiprominenz. Fraktionschef Gregor Gysi hat israelfeindliche Momente in der eigenen Partei kritisiert. Boykottaufrufe gegen Israel „erinnern immer an den Nazi-Slogan“, sagte Gysi und bezog sich explizit auf den Kreisverband Duisburg. „Das kann man in Deutschland nicht machen.“ Das Thema habe man auch in der Bundestagsfraktion beraten, so Gysi weiter. Ergebnis: Boykott-Aufrufe gegen israelische Waren lehne man übereinstimmend ab.

Fraktionschef Gregor Gysi hat israelfeindliche Momente in der eigenen Partei kritisiert. Foto: Harald Tittel/dapd

In einem offenen Brief hatte Hermann Dierkes , Fraktionschef der Duisburger Ratsfraktion, Anfang des Monats seine Israel-kritische Meinung und die Boykott -Kampagne verteidigt. Sie sei „vollkommen legitim“, werde von namhaften Persönlichkeiten unterstützt und richte sich nicht gegen einzelne Israelis, nicht gegen Israel als solches, sondern „gegen alle Profiteure von Mauerbau, illegaler Besiedlung und Unterdrückung“. Wie Dierkes erklärte, sei er sich bewusst, dass die Kampagne auch innerhalb der Linken umstritten ist.

Und so nahm der Kreisverband in Duisburg die Schelte aus Berlin eher emotionslos entgegen. „Die Äußerung von Herrn Gysi gibt es schon länger. Wenn er das so sieht, ist das seine Meinung“, sagte Sprecher Horst Werner Rook der NRZ. „Es muss in diesem Land erlaubt sein, eine kritische Position zu haben, ob man sie jetzt gut findet oder nicht.“

DerWesten

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Kommentare
24.06.2011
11:52
Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg
von Simonaike | #18

Natürlich ist Israels Hauptstadt Jerusalem, egal wie der Status des Ostteils sein mag. Auch Ostberlin war Hauptstadt der DDR, egal was im Westen war. Das Problem, bei Linksextremen genauso wie bei Faschisten oder Islamisten, ja sogar strenggläubigen Christen ist doch einzig und allein: Der Jude hat Opfer zu sein, er darf sein Leben nicht selbst bestimmen, er darf sich nicht wehren. Nicht umsonst gleichen sich die Verfolgungsmuster unter Stalin, Hitler aber auch im orthodoxen Zarenreich oder im katholischen Mittelalter. Sobald Juden sich wehren, gar einen eigenen Staat haben wollen, sind sie böse. Da mögen andere, Araber, Nordkoreaner, Perser noch böser sein...kritisiert wird der ewige Jude. Und wenn er eben in Israel sitzt dann der Staat Israel. 1500 tote Syrer beim Volksaufstand - wen interessierts? Jedenfalls nicht die Linkspartei. 200.000 vertriebene Christen im Irak? Der Mord an den Bahaii im Iran? Ist doch alles egal, das haben schließlich keine Juden verbrochen. Juden durften von 1948 weder den Tempelberg noch Hebron betreten. Na und? Die Israelis verhindern jetzt doch, dass Muslime die historischen stätten in Hebron betreten. Zwar nur Samstags, aber Juden dürfen das nicht machen. ... Und die Juden kaufen in Ostjerusalem Häuser auf. Ganz schlimm! Juden dürfen da nicht hin.Über die 800.000 aus arabischen Ländern vertriebenen Juden spricht niemand. In deren Häusern wohnen jetzt Araber. Aber das interessiert die Linke ja nicht, das interessiert auch Ani-Metaber nicht. Die Bösen sind immer die Juden.

13.06.2011
21:20
Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg
von Ani-Metaber | #17

Hmm,
da sollen auf einem Schal nicht die Staatsgrenzen von Israel zu sehen gewesen sein, sondern wohl offenbar die Umrisse des ehemaligen Mandatsgebietes Palästina.
Seltsam, dass dies Antisemitismus sein soll!

Abgesehen davon, dass der Staat Israel selbst nicht zu wissen scheint, wo seine Grenzen eigentlich liegen, was ist eigentlich, wenn der ARD-Korrespondent Schneider wie heute zum Beispiel behauptet, Jerusalem sei die Hauptstadt Israels, obwohl der Ostteil völkerrechtswidrig annektiert, und unter Verletzung des Völkerrechts illegal besiedelt wird.
Auch scheuen sich die Nachrichtensendungen in Deutschland nicht, ständig von Staats-Besuchen in Jerusalem zu berichten, wenn sie notgedrungen nach West-Jerusalem fahren, obwohl jeder wissen kann, warum Deutschland wie auch die USA ihre Botschaft in Tel-Aviv und nicht in Jerusalem haben.
Ist Herr Schneider also ein Antisemit – weil er Palästina und seine Hauptstadt nicht kennt, eine Zweistaatenlösung ad absurdum führt, oder aber nur einseitig berichtend?

Ich denke, Antisemitismus liegt eher dort und bei denen vor, wo man Artikel wie diesen löscht!

02.06.2011
23:48
Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg
von Aishedirk | #16

jetzt statt letzt

02.06.2011
23:48
Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg
von Aishedirk | #15

Es ging bei dem Flugblatt nicht um Israelkritik. Es ging um Judenhaß, Hitlerzitate und schlimmsten Antisemitismus. Niemand kritisiert Kritik an Israels Politik. Aber man wird doch Äußerungen kritisieren dürfen, Veröffentlichungen, die schon einmal zum Mord an 6 Millionen Juden führten! Auch wenn sie letzt aus der linken Ecke kommen.

29.05.2011
11:14
Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg
von Simonaike | #14

zu layla: Ich kenne Herrn Dierkes, genau daher glaube ich das nicht. In diesem Zusammenhang vielleicht noch ein Zitat des palästinensischen Journalisten Khaled Abu Toameh, der über die Situation der Palästinenser in Israel sicher objektiver urteilt als irgendwelche Linken und Rechten vom deutschen Schreibtisch aus: „Hier in Israel bin ich frei, ich kann mich frei bewegen und schreiben, was ich will. Außerdem bin ich als palästinensischer Journalist in Jerusalem unter israelischer Herrschaft sicherer als im Westjordanland. In Ramallah wäre ich längst tot. ... Im Libanon gibt es fünfzig Berufe, die Palästinenser nicht ausüben dürfen. Das ist Apartheid.“
Warum protestieren Dierkes und Co eigentlich nicht gegen die menschenunwürdige Behandlung der Palästinenser in arabischen Staaten?!

28.05.2011
07:26
Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg
von Aishedirk | #13

und für An-Metaber gilt gleiches. Wo ist Deine Kritik an Mord und Vertreibung der Juden aus arabischen Staaten? Auch Du bist blind auf einem Auge!

28.05.2011
06:54
Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg
von Aishedirk | #12

@ lyla
doch, genau das ist der Fall. Ich kenne Dierkes, ich kenne die Linkspartei in Duisburg ziemlich genau. Sonst würde ich das nicht schreiben. Es ist dieses alte Unbehagen gegenüber Juden, jetzt sagt man Israel, das schon in der christlichen Kirche gefördert wurde, bei den Nazis übernommen wurde und jetzt eben bei Teilen der Linkspartei gepflegt wird. Der Jude hat Opfer zu sein. Ich habe die Linkspartei noch nie über die Vertreibung der 800.000 Juden aus arabischen Staaten 1948-52 schwadronieren hören, habe noch nicht kritisiert gehört, dass damals jahrtausendealte Gemeinschaften ausgelöscht wurden. Und ihre Mitglieder enteignet und nach Israel vertrieben - und zum Teil in Pogromen umgebracht. Hier ist die Linkspartei, hier sind Dierkes & Co blind. Weil die Täter Araber waren, die dürfen das. Fordern wir eine Entschädigung der 800.000 vertriebenen Juden aus arabischen Staaten? Eine Räumung der Häuser in Damaskus, Sanaa oder Basra, die jetzt von Arabern bewohnt werden und vor 60 Jahren Juden gehörten?

27.05.2011
23:00
Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg
von Ani-Metaber | #11

Leider hat der Bundesvorstand bzw. Gregor Gysi wohl nicht begriffen, dass Sonderbehandlungen in Deutschland eine unselige Tradition haben. Auch ist es abzulehnen, auf dem Pfad der Gleichsetzung von Judenheit und dem Staat „Israel“ zu treten.
Wenn ich, wie derzeit in Teilen des Aldi-Nord, Frühkartoffeln aus „Israel“ vorfinde, so stellt sich nicht nur die Frage, ob diese nicht etwa auf nach 1967 besetzten Gebieten gewachsen sind. Wie auch bei anderen Produkten aus dem Nahen-Osten oder Nordafrika, würde jeder Nachdenkliche sich Fragen, warum kostbares Wasser in der Weise exportiert werden muß. Bei der Herkunft aus „Israel“ aber, muss doch bekannt sein, in welchem Maße Wasser aus dem Westjordanland entnommen wird, während den indigenen Palästinensern dort oftmals das Anlegen von Brunnen verwehrt, oder diese sogar zugeschüttet werden.
Aber es kommt auch nicht auf die Wasserfrage an. Wenn ich in Haaretz einen Bericht von Amira Hass lese, wie Soldaten einem alten Mann ins Gesicht schlagen, weil er den Bürgersteig vor ihnen nicht verlassen hat, da fragt mich wohl hoffentlich auch keiner, woran mich das erinnert. Und ich will mir mein Erinnern nicht verbieten oder vorschreiben lassen.
Boykotte von Demokraten oder Ökologen, wie auch Menschenrechtlern wegen des Umgangs des Staates „Israel“ gegenüber den Palästinensern, als Druckmittel also, gegen Völker- und Menschenrechtsverletzungen, ist eine Gewissensentscheidung, die begrüßt werden und nützlich sein kann.
Sie müssen in keiner Weise an „Nazi-Slogans“ erinnern, denn da ging es darum, staatlich-organisiert sich fremdes Eigentum anzueignen und Sündenböcke für Not und Elend zu kreieren – wer will die Erinnerung daran relativieren wollen?

27.05.2011
20:05
Blockierter Kommentar.
von Aishedirk | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.05.2011
19:43
Gregor Gysi kritisiert die Linke in Duisburg
von lyla | #9

zu 7 Wenn Sie Herrn Dierkes kennen würden dann wüßten Sie auch das er einer der Ersten wäre um ein jüdisches Gotteshaus vor dem braunen Pöpel zu schützen.
Vieles hat die wohlgemerkt israelische Regierung nicht der einzelne normale Israeli in den letzten Jahren Falsch gemacht und tut es noch.
Nur ein Beispiel der Siedlungsbau. Nicht alles aus der Vergangenheit der Geschichte rechtfertigt das Verhalten der israelischen Regierung. Und das muss man auch sagen können ohne an den Pranger gestellt zu werden. Doch das hat auch nur wieder politische Gründe. Kritisiert Amerika Israel käme in Deutschland niemand auf die Idee
die Amerikaner als Israelfeindlich ein zu stufen.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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