Das aktuelle Wetter Duisburg 14°C
Geschäftseröffnung

Glücksgefühle und Geistreiches

12.07.2012 | 09:00 Uhr
Glücksgefühle und Geistreiches
Verleger mit Verkäuferambitionen: Sabine und Max Nuscheler.

Duisburg. Wer braucht einen Pflasterstein aus grauem Filz? Welchen Sinn hat ein Mobile aus Papieraufschnitt, Marke Blutwurst? Was nützt ein Plattenspieler aus Pappe mit Stecknadel als Tonabnehmer? Wer diese Fragen mit „niemand“, „keinen“ und „nichts“ beantwortet, der hat wohl keinen Humor oder keinen Stil. Doch der Klimbim-Connaisseur hat’s schwer. Auf der Suche nach feinen Unsinnigkeiten muss er sich meist durch Wälder aus Kunstpflanzen und Wolken von Polyvinylchlorid-Ausdünstungen quälen. Es sei denn, er schaut bei „Onkel Stereo“ vorbei.

Der kleine Laden an der Dellstraße eröffnet am Montag. Dann kann sich der Duisburger endlich mit lustigen Unsinnigkeiten wie einem Atomkraftwerk-Quartett oder Garderoben aus Kinderbüchern eindecken. Sabine und Max Nuscheler haben sich auf 23 Quadratmetern in einem ehemaligen Copy-Shop charmant eingerichtet. „Es gibt solche Schnickschnack-Läden in Hamburg und Berlin an jeder Ecke“, sagt Max Nuscheler. In Duisburg nicht.

Bücher und platten

Aber die beiden Besitzer gehen noch einen Schritt weiter und bieten nicht nur Kleinigkeiten an, die für Glücksgefühle sorgen, sondern auch Geistreiches. Denn seit Jahren führen sie den Salon Alter Hammer, einen „Verlag für Ton und Text“. So bringen sie schon lange gute Musik und Bücher über gute Musik unter die Leute. „Der Laden ist jetzt eine Erweiterung des Ganzen. Vielleicht sogar eine logische, aber ich weiß es nicht genau“, sagt Sabine Nuscheler, während sie sich lachend zwischen handgenähten Kuscheltieren und Frühstücksbrettchen umschaut.

Bücher und Platten im „Onkel Stereo“ stammen nicht nur aus dem eigenen Haus, auch Veröffentlichungen des Ventil-Verlags und von Reprodukt sowie Platten der Labels X-Mist, Dischord, Soul Jazz oder Born Bad stehen in den Regalen. „Wir gehen hier komplett durch die Genres“, sagt Max, was Sabine zur Korrektur zwingt: „Bei uns gibt es nicht ,von Abba bis Zappa !’“ Man einigt sich schließlich auf „subkulturelle Genres“. Auch beim Einkauf von Klimbim schauen sie genau hin. „Wir haben ausschließlich bei Leuten angefragt, die ihre Sachen selbst herstellen und nicht industriell fertigen“, betont Max Nuscheler. So kann bei „Onkel Stereo“ Schnickschnack guten Gewissens verkauft werden. Nur vor einem warnt Max: „Eine seltene Japanpressung der Beatles würde ich nicht auf den Papierplattenspieler legen.“

Zlatan Alihodzic



Kommentare
Aus dem Ressort
Kritik an Stadt Duisburg - Zeltstadt wie in einem Krisenland
Asylbewerber
Das Asyl-Auffanglager auf dem Ascheplatz der Sportfreunde 09 in Duisburg gilt bundesweit als Negativ-Beispiel dafür, wie unzureichend eine Stadt auf die Welle an Flüchtlingen aus Krisengebieten eingestellt ist. In 20 Zelten sollen 150 Flüchtlinge untergebracht werden. Die Kritik an der Stadt wächst.
Schwerverletzter Junge nach Drachen-Unfall noch in Klinik
Drachen
Der Junge, der Dienstag beim Drachensteigen in den Walsumer Rheinauen verunglück ist, liegt weiter mit sehr schweren Verletzungen im Krankenhaus. Derzeit sieht die Duisburger Polizei beim Vater kein strafrechtliches Verschulden. Ein Drachen-Experte spricht über das nicht ganz ungefährliche Hobby.
Duisburger „Clownsklasse“ tritt bei der Ruhrtriennale auf
Ruhrtriennale
Duisburg Grundschüler wirken in der Choreographie „Surrogate Cities Ruhr“ mit, die bei der Ruhrtriennale in der Kraftzentrale des Landschaftsparks aufgeführt wird. Sie arbeiten mit internationalen Stars. Neben der Klasse aus Duissern sind auch Schüler aus Dortmund und anderen Städten dabei.
Holi-Festival in Duisburg steht weiter auf der Kippe
Event
Das Farbspektakel Holi-Festival, das am ersten September-Wochenende im Duisburger Rheinpark steigen soll, steht weiterhin auf der Kippe. Bei der Stadt Duisburg sei bislang gar kein Bauantrag eingegangen. Deshalb gebe es derzeit auch gar nichts zu genehmigen, so eine Sprecherin der Stadt.
Duisburger Kantpark soll ab 2015 zum Erholungsraum werden
Planung
Ab 2015 will die Stadt den in die Jahre gekommenen Kantpark mit Bürgerbeteiligung umgestalten. Der Plan ist, einen unkomplizierten Erholungsraum für die gesamte Stadtbevölkerung zu erschaffen. Schon in der Vergangenheit hatte es einige Gestaltungsideen für das Areal gegeben.
Fotos und Videos
Stadtteilspaziergang
Bildgalerie
Oase der Ruhe
Rheinschwimmer auf der Durchreise
Video
Rheinschwimmer
Tanz-Performance in Duisburg
Bildgalerie
Ensemble „The Roof“