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Glas-Arkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen

09.02.2011 | 06:00 Uhr
Glas-Arkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen
Schmutzig: Die Glasarkade auf der Königstraße in der Duisburger Innenstadt. Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg. Die Glasarkaden auf der Königstraße könnten ein Markenzeichen der Duisburger Innenstadt sein. Schon lange ist die Überdachung der City-Einkaufsmeile aber eher ein Schandfleck. Die letzte Reinigung liegt über zwei Jahre zurück. So sieht sie auch aus.

Wenn man so zu Hause seine Fenster putzen würde: Vor weit über zwei Jahren, im Herbst 2008, wurde zum letzten Mal die Glasarkade auf der Königstraße gereinigt. Kein Wunder, dass die Überdachung entlang der City-Einkaufsmeile, gelinde gesagt, schäbig aussieht.

Oder deutlicher: Was ein Markenzeichen der Duisburger Innenstadt sein könnte und mit dem Bau Mitte der 80er Jahre als wegweisend für die moderne City gerühmt wurde, ist verschmutzt, verschmiert, veralgt, zerkratzt: Die Sonnenstrahlen der letzten Tage zeigen unerbittlich gegen den strahlend blauen Himmel, was winterliches Grau noch übertünchte: Die gewölbten Arkadengänge sind keine Visitenkarte der Innenstadt, sondern ein Schandfleck. Zum blinden Plexiglas kommen ramponierte, angerostete Stahlträger. Verklebte Taubenschutzanlagen messen sich in ihrer Unansehnlichkeit mit Gestänge voller Taubendreck.

Auch der neue City-Manager Klaus-Peter Tomberg redet nicht drumherum: „So wie das jetzt aussieht, kann die Überdachung nicht bleiben. Da muss was geschehen.“ Dabei stellt Tomberg die Konstruktion als solche nicht in Frage: „Wenn das vernünftig aussieht, ist die Überdachung eine gute Sache.“

Foster sagte: Weg damit!

Das sah Innenstadt-Masterplaner Sir Norman Foster vor einigen Jahren anders: „Weg damit“ war seine Botschaft fürs Lifting der Königstraße. Auch seitdem hat sich freilich nichts getan. Ralf Oehmke, Chefplaner der Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft, sagt auch klipp und klar: „So wie die Überdachung jetzt aussieht, kann ich mir kaum vorstellen, dass sie bleibt.“ Unansehnlich sei sie, auch nicht reparabel, weil das Plexiglas zerkratzt und hinüber ist. Und ebenso teuer wie aufwendig sei die Reinigung. „Einfach wegflexen“, betont Oehmke, „ist aber keine Lösung. Wir brauchen ein Konzept.“ Auch Oehmke hält eine Überdachung der Königstraße grundsätzlich für richtig. Dann aber als neue, filigrane Konstruktion aus Glas. Allerdings: Zahlen müssten das diesmal die Anlieger. Eine sinnvolle Investition in die Handelsimmobilien nennt das Oehmke.

Derweil hat die Stadt kein Geld mehr für die Putzkolonnen. 45 000 bis 55 000 Euro kostet die Reinigung. Und die darf sie als Nothaushaltskommune nicht mehr ausgeben.

Die ganze Glasarkade ein verschmutzter Lindwurm? Nein. Das Dachsegment vor McDonalds ist sauber und glasklar. Weil es Markus Schröpfer, Betreiber der vier Duisburger Hamburger-Filialen, „vor seiner Haustür“ sauber haben wollte. Also lässt er sein Dachelement an der Königstraße seit zwei Jahren alle vier Wochen putzen. Auf eigene Kosten. „Der Aufwand ist nicht groß“, berichtet er.

Vorteil: Bei Regen bleibt man trocken

„Die Überdachung ist doch ein riesiges Pfund für die Innenstadt. Das gibt es in keiner Großstadt, dass man bei Regen trockenen Fußes durch die City gehen kann“, meint Schröpfer. Nachahmer hat er bei seinen Nachbarn allerdings noch nicht gefunden. Schröpfer geht sogar noch weiter: Es müsste doch möglich sein, mit Eigeninitiative oder auch als Gemeinschaftsaktion mit Ein-Euro-Kräften die gesamte Überdachung einfach mal neu zu streichen. „Dann aber nicht in dem dunklen Grau, sondern heller, freundlicher.“

Oliver Schmeer



Kommentare
10.02.2011
09:25
Glasarkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen
von PCBuda | #12

Die Komunen haben doch Geld! Das beweisen sie täglich mit den unsinnigsten Ausgaben, die den Sparbeitrag von ein paar Tausend Euro konterkarieren - ich erinnere (jaha ich kanns bald auch nicht mehr hören...) an des Rechtsgutachten für 380.000 Euro von Heuking und Spießgesellen, das so toll war, das nun doch gegen 11 Mitarbeiter der Stadt ermittelt wird...

09.02.2011
19:37
Glasarkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen
von thiesbuerger | #11

@duisserner

Was meinen Sie denn, bei wem der Staat und die Gemeinden Schulden hat?
Beim lieben Gott?

Die Gläubiger, also diejenigen, die dem Staat Geld leihen, leihen es dem Staat, weil sie es angelegt sehen möchtgen
Wenn Sie Geld über haben, dann gehen Sie zur Bank, nicht wah?. Sie legen es vielleicht an.

Da der kapitalistische Verwertungsprozess nicht mehr genügend Anlagemöglichkeiten hergibt, sind die Banken gezwungen, ihr Geld an den Staat, die Gemeinden und PRivatpersonen, die nicht genug verdienen, zu verleihen.

Ohne diese Schuldner könnten die reichen Leute ihr Geld gar nicht mehr anlegen.

Und warum haben die reichen Leute so viel Geld, dass sie nicht mehr wissen, wohin damit?

Richtig! Die Steuern der Reichen sind zu gering.
Jedes Jahr verzichtet der Staat auf Milliarden, weil er die Steuern der Reichen in den letzten 30 Jahren massiv gekürzt hat.

Wir haben offensichlich ein Gleichgewichtsproblem in der Wirtschaft des heutigen Kapitalismus.

Verantwortung ist ja gut. Aber sind sie bereit, für Sachausgaben der Gemeinde Geld zu schenken?
Es ist ja nicht damit getan, dass man neue Blumen in eine Baumscheibe setzt.

Leute wie Sie, bei denen die neoliberale Propaganda verfängt, habe ich gefressen

09.02.2011
19:25
Glasarkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen
von duisserner | #10

Wann lernen wir eigentlich wieder selber Verantwortung zu tragen ? Es ist doch bekannt, dass die Kommunen kein Geld mehr haben.

Herr Schröpfer zeigt es allen wie es geht : einfach mal selbst was machen.

Ich säubere seit Jahren den Bürgesteig vor meinem Betrieb, obwohl ich auch nur Mieter bin !
Setze neue Blumen in die Baumscheibe, entferne Schmierereien.

Immer nur fordern ist einfach, zu einfach !

09.02.2011
18:46
Glasarkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen
von thiesbuerger | #9

Man muss sparen, von wegen nachfolgende Generationen etc.

Dafür dürfen die nachfolgenden Generationen schuldenfrei im Dreck mit mieser Infrastruktur leben.

09.02.2011
12:24
Glasarkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen
von Andreas1203 | #8

Duisburg hat mit ABSTAND den schmierigsten Bahnhof den ich kenne !

09.02.2011
12:16
Bloß nicht hochgucken
von aufdersuche69 | #7

Diese Arkaden waren nur ganz kurz nach dem Bau mal wirklich schön.Dann haben sich dort die Ratten der Lüfte, die Stadttauben(von sogenannten Tierschützern verehrt und gefüttert) niedergelassen. Die Regenrinnen, die quer laufen, wurden m.E. noch nie gereinigt.Taubenkot überall. Und in den Regenrinnen brüten die Tauben, auch bald noch im Winter.Durch die Nester sind die Rinnen natürlich verstopft, bei Regen wird man da sowieso nass. An allen Aussensäulen läuft da bei Regenwetter das ganze Wasser herunter. Wahrscheinlich hat das in den ganzen Jahren noch nie jemanden von der zuständigen Verwaltung gestört.Und so wird es auch bleiben. Ich sage nur: Weg damit, dann ist ein Dreckfleck weniger in der Stadt. Denn für die Reinigung ist doch kein Geld da.

09.02.2011
11:46
Glasarkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen
von artikelfuenfgrundgesetz | #6

Passt doch zu Duisburg.

09.02.2011
11:17
Glasarkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen
von Barrister_Pardon | #5

City-Palais und Forum sehen bald genauso aus....

09.02.2011
11:04
Glasarkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen
von F.Laube | #4

Die Angelegenheit mit Ein-Euro Kräften erledigen?
Wo ist denn die Zusätzlichkeit dieser Maßnahme?
Damit stünden die Ein-Euro-Kräfte im Wettbewerb mit den Firmen und würden wieder einmal reguläre Arbeitsplätze bedrohen.

09.02.2011
11:03
Glasarkaden in der Innenstadt von Duisburg eher Schandfleck als Markenzeichen
von Sehrgut | #3

So, wie in den Satzungen der Städte die Reinigung der Gehwege eine Aufgabe der Anlieger ist, könnte man doch sicherlich auch die Reinigung der Arkaden den Anliegern aufbürden; schon deshalb, weil diese ja auch die Nutznießer dieser Konstruktion sind.

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