Gewerkschafter kritisiert Personalverteilung bei der Polizei

Kritik an der Personalpolitik übt Arno Eich, der Vorsitzende des Bezirksverbandes des Bundes Deutscher Kriminalbeamtern.
Kritik an der Personalpolitik übt Arno Eich, der Vorsitzende des Bezirksverbandes des Bundes Deutscher Kriminalbeamtern.
Foto: Ted Jones/WP
Der Vorsitzende des Bezirksverbands Duisburg des Bundes deutscher Kriminalbeamter kritisiert die bisherige Personalverteilung in den Polizeipräsidien.

Duisburg.. Arno Eich ist als Vorsitzender des Bezirksverbandes Duisburg des Bundes deutscher Kriminalbeamter gewählt worden und hat in seiner Funktion gleich deutliche Worte zur gegenwärtigen Lage bei der Polizei gefunden. „Es gibt einige Bereiche die vernachlässigt worden sind“, kritisiert er die bisherige Personalverteilung in den Polizeipräsidien. Eich mahnt an, dass „die über Jahre festzustellende Schwächung der Kripo innerhalb der Polizei zu einer Verschlechterung qualitativ belastbarer, repressiv wie auch präventiv ausgerichteter und vor allem nachhaltiger Verbrechensbekämpfung geführt hat.“

Fälle für die Statistik

Im Gespräch konkretisiert er die Vorwürfe: „Taschendiebstähle, Fahrraddiebstähle oder Wohnungseinbrüche sind so ein Massenkriminalitätsdelikt.“ In diesem Bereich seien ernsthafte Ermittlungen nur mit entsprechendem Personal möglich, das aber nicht vorhanden sei. „Glauben Sie wirklich, dass weniger Straftaten passieren, wenn doppelt so viele Polizeibeamte auf der Straße sind“, fragt er mit viel Ironie in der Stimme.

Es habe den Anschein, als sei es nur wichtig, die Täter für die Statistik zu überführen und nennt als Beispiel die Schwarzfahrer-Kontrollen, die die DVG verstärkt durchführt. „Da ist die Fallzahl hoch und jeder Fall ist direkt aufgeklärt, weil der Täter ja vor einem steht.“

Mit dieser Kritik richtet sich Eich auch gegen andere Polizeigewerkschaften. „Da richtet man sich gerne nach der eigenen Klientel aus und nicht nach den Interessen der Bürger.“ Es sei nicht Aufgabe von Gewerkschaften, nur die eigene Klientel zu bedienen, das sei „Dünkelpolitik.“ Es gelte auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Eich. „Da müssen wir umdenken.“