Gewerkschaft warnt vor Jobs zweiter Klasse

Immer mehr „Jobs zweiter Klasse“ sieht die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) in Duisburg. Die Zahl der Leiharbeiter sei drastisch gestiegen. Im vergangenen Jahr habe es 8491 Beschäftigte in Leiharbeit gegeben – fast dreimal so viele wie zehn Jahre zuvor. Damals zählte die Stadt noch 2908 Leiharbeiter. Die NGG Nordrhein spricht von einer alarmierenden Tendenz – und fordert die Politik zum schnellen Handeln auf.

„Gerade berät der Bundestag über ein Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen. Die Zahlen zeigen, dass wir eine Regelung dringender brauchen denn je“, sagt NGG-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hufer. Allerdings müsse am Gesetz deutlich nachgebessert werden, um den „Wildwuchs im heimischen Arbeitsmarkt“ wirklich zu bekämpfen. Hierfür sollten sich jetzt die Bundestagsabgeordneten aus Duisburg in Berlin stark machen.

Bei der Leiharbeit werden Beschäftigte an einen Betrieb verliehen, wo sie dann für den gleichen Job weniger Geld bekommen als das Stammpersonal. Ursprünglich sollte das einmal auf Auftragsspitzen bei den Unternehmen beschränkt sein – „häufig nutzen Chefs das aber zur dauerhaften Lohn-Drückerei“, sagt Hans-Jürgen Hufer. Und die Leiharbeiter bekämen meist keine Chance, irgendwann ins Stammpersonal aufzurücken.