Gewerkschaft befürchtet Tricksereien beim Mindestlohn

Mehr als 42 300 Beschäftigte in Duisburg profitieren vom neuen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Doch laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sollten sie aufpassen. Denn es bestehe die Gefahr, dass einige Arbeitgeber die Mehrausgaben beim Lohn jetzt auf die Beschäftigten abwälzen wollten. „Konkret sieht das dann so aus, dass die Betriebe kein Urlaubsgeld mehr zahlen oder das Weihnachtsgeld streichen. Um das zu erreichen, versuchen sie jetzt, ihren Beschäftigten neue Arbeitsverträge unterzujubeln“, sagt Hans-Jürgen Hufer, Geschäftsführer der NGG-Region Nordrhein. Auch Nachtzuschläge oder Extrazahlungen für Arbeit an Sonn- und Feiertagen könnten gestrichen werden.

Beschäftigte müssten mit „allerlei Trickserei“ rechnen. Hufer: „Selbst wenn es ‚nur‘ um weniger Wochenarbeitsstunden im neuen Arbeitsvertrag geht, kann das für Beschäftigte bedeuten, dass sie die gleiche Arbeit in weniger Zeit erledigen müssen.“ Die NGG rät allen Betroffenen, sich bei Änderungen im Vertrag vorher beraten zu lassen. „Wegen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns braucht keiner einen neuen Arbeitsvertrag“, so Hufer.

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