GEW beklagt zu wenig Sonderpädagogen an Schulen

Damit gemeinsames Lernen gelingt, braucht es mehr Sonderpädagogen wie Michael Drenkpohl, hier in der Waldschule in Buchholz, fordert die GEW.
Damit gemeinsames Lernen gelingt, braucht es mehr Sonderpädagogen wie Michael Drenkpohl, hier in der Waldschule in Buchholz, fordert die GEW.
Foto: Fabian Strauch/Funke FotoServices
Was wir bereits wissen
Damit die Inklusion in Schulen nicht scheitert, muss es genug Sonderpädagogen geben, warnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Duisburg.. Die NRW-Landesregierung wird die Umsetzung der Inklusion, des gemeinsamen Lernens von Kindern mit und ohne Förderbedarf, nutzen, um die Zahl der Stellen für Sonderpädagogen in den Schulen zu reduzieren, glaubt der Duisburger Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Wir befürchten, dass die hohe Qualität der sonderpädagogischen Förderung in Duisburg verloren geht“, so der GEW-Vorsitzende Norbert Müller in einem Schreiben an den Schulausschuss.

Seine Befürchtungen begründet die Gewerkschaft mit den Planzahlen für den NRW-Landeshaushalt 2016. Laut Gewerkschaft soll danach das Budget für sogenannt LES-Stellen (Sonderpädagogen für Lern- und Entwicklungsstörungen) zum nächsten Schuljahr landesweit um 176 Lehrkräfte reduziert werden. „Dies geschieht, obwohl die Gesamtzahl der Schüler nicht so stark abnimmt wie prognostiziert“, stellt die GEW fest. Die Gewerkschaft erinnert auch an die Ankündigung des Landesministeriums für Schule und Wissenschaft (MSW), personelle Ressourcen für sonderpädagogische Unterstützung dort einzusetzen, wo Kinder entsprechenden Bedarf haben.

"Besorgnis erregende Situationen"

Allerdings spiegelten schon heute die Berichte von Lehrern gegenüber dem GEW-Stadtverband „zum Teil Besorgnis erregende Situationen im Alltag des gemeinsamen Lernens“, berichtet Norbert Müller. So sei unter anderem die Rede davon, dass über 30 Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in vielen verschiedenen Klassen einer Schule von nur zwei Sonderpädagogen mit jeweils einer halben Stelle unterstützt werden. Eine Lehrkraft sei darüber hinaus an einer weiteren Schule mit fünf Stunden für acht Kinder in sieben Klassen engagiert.

Die Situation werde sich verschärfen, wenn zum nächsten Schuljahr erste Förderschulen in Duisburg aufgelöst und die Kinder auf die Regelschulen verteilt werden, befürchtet die GEW.

Viele Fragen an den Schulausschuss

Die Gewerkschaft hat deshalb einen Katalog mit 13 Fragen und der Bitte um Beantwortung an den Schulausschuss gerichtet. „Wie wird dauerhaft gewährleistet, dass sich die Stellenbudgets im Bereich LES an veränderte Bedarfe anpassen“, lautet die Kernfrage. Wie viele Schüler mit sonderpädagogischem Unterstütungsbedarf gibt es und wie viele werden zum nächsten Schuljahr auf die weiterführenden Schulen wecheln – dass möchte die GEW ebenso erfahren wie die Zahl der ausgebildeten Sonderpädagogen, die derzeit an den Duisburger Schulen im „Gemeinsamen Lernen“ eingesetzt sind.

Die Zuweisung des Personals obliegt allerdings nicht der Stadt, sondern der Bezirksregierung (und damit dem Land). Bei der Ausstattung der Schulen mit der notwendigen Zahl von Lehrern dürfe die Landesregierung die Städte nicht allein lassen, warnte auch Duisburgs Bildungsdezernent Thomas Krützberg unlängst: „Sonst werden wir mit der Inklusion scheitern.“