Geteiltes Echo in Duisburg auf neue Maklerregel

Ohne Makler geht’s auch.
Ohne Makler geht’s auch.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Der Mieterschutzbund begrüßt die neue gesetzliche Regelung. Der Immobilienverband Haus und Grund ist nicht begeistert. Und ein Makler sieht in Duisburg eher ein „Investitionsproblem“

Duisburg.. „Das ist uneingeschränkt zu begrüßen.“ Dieter Heß, Geschäftsführer des Mieterschutzbundes, ist voll des Lobes für die gesetzliche Neuregelung der Maklerbezahlung. Seit gestern bezahlt der, der den Immobilienvermittler beauftragt. Früher war es oft der Mieter, der aufzukommen hatte – ein Problem, das in Duisburg allerdings eher schwach ausgeprägt war.

„Wir sind davon nicht begeistert“, kommentiert Armin Frenkert, Geschäftsführer des Immobilieneigentümerverbandes Haus und Grund, die Gesetzesänderung. „Der Markt wird sich einpendeln“, ist er sich sicher. In Duisburg würden sich Vermieter eh überwiegend ihre Mieter selber suchen, aber vor allem für ältere Hausbesitzer sei die Einschaltung eines Maklers oft bequemer. Die Gefahr, dass künftig der Mieter Maklerkosten nicht mehr direkt, sondern indirekt über die Miete zahlen muss, sieht Frenkert nicht. Die Mietersuche in Duisburg sei „schon schwierig genug“. Wer einen guten Mieter gefunden habe, hege und pflege ihn.

„Der Markt in Duisburg ist relativ entspannt“

Ein Abwälzen der Maklerkosten auf die Mieten befürchtet auch Heß nicht: „Das fällt doch auf.“ Zumal es in Duisburg einen „guten, vernünftigen Mietspiegel“ gebe. Doch sei es jetzt für den Vermieter nicht mehr möglich, sich die Arbeit der Mietersuche zu sparen, die Kosten aber abwälzen zu können. Zugleich gesteht aber auch Heß ein, dass die Problematik in Duisburg nicht so groß sei: Das Wohnungsangebot sei vergleichsweise groß, eine Mangelsituation gibt es nach Einschätzung des Mieterschutzbund-Geschäftsführers aber noch bei preiswerten Wohnungen.

„Der Markt in Duisburg ist relativ entspannt“, sagt Makler Axel Quester. Die Kosten für die Wohnungsvermittlung habe bisher schon oft der Vermieter gezahlt oder man habe sie geteilt. Gleichwohl gebe es auch auf dem Wohnungsmarkt vor Ort Probleme: Es fehle an höherwertigen Angeboten in guten Lagen, beispielsweise an barrierefreien Wohnungen mit Aufzug und Dachterrasse in der Innenstadt. Quester: „Da fehlen auch Neubauten.“ Überhaupt gebe es wegen der niedrigen Durchschnittsmieten und der großenteils älteren Gebäude ein „Investitionsproblem“. Heißt: Eigentümer stecken zu wenig Geld in ihre Häuser oder Neubauten.

Diese Einschätzung wird bestätigt von einer gestern veröffentlichten Analyse der Immobilienberaterfirma Dr. Lübke & Kelber, wonach Bonn, Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr für „wohnwirtschaftliche Investments“ aktuell die attraktivsten Rahmenbedingungen in Nordrhein-Westfalen aufweisen mit Renditen deutlich über der erforderlichen Mindestrendite. Duisburg gehört nicht zu den Top-Städten, steht aber auch nicht wie Gelsenkirchen, Herne und Hagen am Tabellenende.