Getanzte Geschichte der Grünen Insel

Seit ihrem Debüt im Jahre 1999 haben bereits fünf Millionen Menschen aus über 51 Ländern die beeindruckende Show der National Dance Company of Ireland gesehen. Am vergangenen Samstag verzauberten sie nun auch im Theater am Marientor die Duisburger Zuschauer. Seit 15 Jahren überzeugt die Aufführung von „Rhythm of the Dance“ durch ein gelungenes Zusammenspiel von keltischen Klängen und Stepptanz, was sie auch zwei Jahrzehnte später noch zu einem Erlebnis der besonderen Art macht.

Wer denkt, dass Irland nur warmes Guiness, Kleeblätter und Kobolde zu bieten hat, wird während der Performance der 15 Tänzer eines Besseren belehrt. Während der 90-minütigen Performance, steppte sich das Ensemble durch die Jahrhunderte der traditionsreichen irischen Geschichte.

Das keltische Bühnenbild erinnert an frühe mythologische Einflüsse, dynamische Darbietungen und laute Schlachtrufe lassen auf kämpferische Zeiten zwischen dem Norden und Süden Irlands zurückblicken. Auch Unglücke wie die große Hungersnot, die die grüne Insel im 19. Jahrhundert heimsuchte, thematisiert Rhythm of the Dance. Durch die Auswanderung vieler Iren wurden ihre Tänze auch von afrikanischen und amerikanischen Klängen beeinflusst. Neben dem bekannten Stepptanz zeigte das Ensemble so, naturgetreu in Petticoats und gepunkteten Krawatten, dass sich auch der Jazz durchaus in Steppschuhen tanzen lässt.

Mit immer wechselnden Kostümen - mal bunt, glitzernd oder tiefschwarz - nahmen die Tänzer das Publikum so mit durch die verschiedenen Schauplätze Irlands. Seien es ein alter Marktplatz auf dem mit einem Besen gesteppt, oder warme Lagerfeuer, an denen romantisch mit einem Partner getanzt wurde. Jede Darbietung hatte ihre eigenen Charme und überzeugte mit der Wandelbarkeit des Stepptanzes.

Neben den tänzerischen Elementen brachte auch die Livemusik ein irisches Flair auf die Duisburger Bühne. Zwei Tenöre sangen zwischen den Darbietungen Oden an ihre Heimat und animierten das Publikum mit ein, zwei deutschen Wörtern zum Mitklatschen. Den Gesang begleitete eine Liveband mit irischen Instrumenten. Zum Einsatz kamen dabei die „Uilleann Pipes“ (gesprochen „ill-in“), eine Art irischer Dudelsack aus dem frühen 18. Jahrhundert oder die Bodhrán. Letztere ist eine Trommel aus Ziegenfell, die den musikalischen Grundtakt zu Rhythm of the Dance legt.

Zum Ende der Darbietung verabschiedete sich das Ensemble mit einer ereignisreichen Zugabe und das Publikum dankte mit lauten Pfiffen und Applaus. Es war der verdiente Lohn für die geladenen Dynamik und die ansteckenden Euphorie der Tänzer und Musiker.