Das aktuelle Wetter Duisburg 7°C
Hochschule

Geplanter Umzug der Mathematiker erzeugt massive Gegenwehr

22.05.2012 | 18:04 Uhr

Duisburg.   Die Ankündigung der Universität Duisburg-Essen, dass die Fakultät für Mathematik vom Duisburger Campus nach Essen verlegt werden soll, stößt bei Alumni des Fachbereichs auf Widerstand. Zudem sehen nun auch der Dekan sowie der Fakultätsrat den Sachverhalt sehr skeptisch.

Im Streit um die Verlegung der mathematischen Fakultät vom Campus Duisburg zum Campus Essen zum kommenden Wintersemester meldet sich jetzt auch der Alumni-Verein des Fachbereichs Mathematik zu Wort:

„Mit großer Sorge und Unverständnis verfolgen die Mitglieder des Vereins den angedachten Umzug der Mathematik zum Campus Essen“, heißt es in einem Offenen Brief an Uni-Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke. Die ehemaligen Studenten rechnen mit dramatischen Folgen für den mathematischen Forschungs- und Ausbildungsstandort und sehen sich „um die Früchte ihrer Arbeit gebracht“.

„Wir können nicht verstehen, warum das Rektorat die in einem einstimmigen Votum des Fakultätsrates Mathematik hervorgebrachten ernsten, insbesondere die Lehre betreffenden Bedenken gegen eine Zusammenlegung, in der Außendarstellung marginalisiert.“

In Essen sind bislang die Lehrerausbildung und ein Bachelor-Studiengang Mathematik angesiedelt. Hier studieren etwa 4000 Studenten. Demgegenüber stehen 400 Studierende, die in Duisburg für die Studiengänge Wirtschaftsmathematik, Technomathematik und Mathematik eingeschrieben sind. Doch während die Essener die Zusammenlegung begrüßen, sehen die Duisburger keine Vorteile – im Gegenteil.

Dekan fürchtet eine Schwächung des Studiengangs

 „Ein Umzug schwächt unseren Studiengang. Alle Anwendungsfächer der Mathematik wie Physik, Wirtschaftsmathematik und Ingenieurswissenschaften sind in Duisburg angesiedelt. Unsere Studenten müssten künftig ständig pendeln,“ ärgert sich Arnd Rösch, der Dekan der mathematischen Fakultät Duisburg.

Die Uni im Cinemaxx

Für die Hochschulleitung stand die räumliche Zusammenlegung der Mathematiker schon lange fest. „Wenn die Kollegen nur ein paar Türen entfernt forschen und man sich regelmäßig auf dem Flur oder in der Teeküche begegnet, kann sich dies sehr positiv auf das Forschungsklima in einem Fach auswirken“, erklärte Uni-Rektor Ulrich Radtke Anfang April auf Nachfrage der WAZ, als die Redaktion von der geplanten Zusammenlegung erfuhr. Seither ist der Protest gegen die Entscheidung des Rektorats groß. Studenten sammeln Unterschriften für den Erhalt des Standorts Duisburg, der Schulausschuss der Stadt Duisburg beschäftigte sich mit dem Thema.

Professor warnt vor "großem Fehler"

Jetzt warnt der Alumni-Verein: „Shuttlebus und Stundenplangestaltung sind dann nur schwacher Trost für Studierende mit den Neben- oder Anwendungsfächern Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Schwerpunkten in Logistik, Finanzmathematik und Teilen der Informatik. Bewährte Kooperationen zwischen Duisburger Mathematikern und Vertretern dieser Fächer werden existenzbedrohenden Belastungen ausgesetzt. Inhaber mathematischer Lehrstühle werden dadurch motiviert, nach Alternativen in anderen Hochschulen Ausschau zu halten, potenzielle Studierende von vornherein abgeschreckt, so dass auch sie sich anderen Hochschulen zuwenden werden. Die Abbrecherquote wird steigen und somit wird es langfristig weniger Absolventen in der Region geben.“

„Wir halten das für einen großen Fehler und fordern den Erhalt der jetzigen zwei Standorte“, sagte Heiner Gonska der WAZ. Der 63-jährige Duisburger ist Professor für Mathematische Informatik lehrt seit 1993 am Campus Duisburg und ist Mitglied des Fakultätsrates der Mathematik. In diesem Rat sitzen Professoren, Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter aus Essen und Duisburg.

Von Sinan Sat

Kommentare
22.05.2012
20:36
Abrechnung der Mathe-Alumni
von hansreiner | #1

Dieser Umzug macht weder für die Studierenden noch für die Lehrenden und Forschenden Sinn. Es geht nur darum, den Standort Essen auf Kosten des Standortes Duisburgs zu stärken.
Irgendwann in naher Zukunft - das ist beschlossene Sache - soll aus der Universität Duisburg-Essen die Universität Essen werden.
Das muss verhindert werden!!

Funktionen
Aus dem Ressort
Fünfjähriger fährt Rentnerin an – und begeht Fahrerflucht
Fahrerflucht
Ein fünfjähriger Fahrradfahrer stieß mit einer 78-jährigen Frau in Duisburg zusammen. Der kleine Verkehrsrüpel flüchtete, ohne seinen Namen zu nennen.
Notdurft im Gleis verursacht Notbremsung der Nordwestbahn
Bundespolizei
Weil eine Frau ihre Notdurft im Gleis verrichtete, musste ein Triebfahrzeugführer der Nordwestbahn eine Schnellbremsung einleiten.
Warnstreik - 300 Lehrer in Duisburg trommeln für mehr Geld
Lehrerstreik
Etwa 300 Lehrer sind dem Streikaufruf der GEW in Duisburg gefolgt. Mit Trommeln zogen sie vom DGB-Haus durch die Innenstadt und forderten mehr Geld.
Fitness-Kette McFit plant Discount-Ableger in Duisburg
Fitness
Das Fitness Center High5 eröffnet in diesem Jahr in Duisburg. Mitglieder zahlen 9,90 pro Monat. Eine Gefahr für das Geschäft anderer Studiobesitzer.
Bau der neuen A40-Rheinbrücke in Duisburg frühestens ab 2019
A 40-Brücke
Die 40 Jahre alte A 40-Rheinbrücke ist so marode, dass sie ersetzt werden muss. Der Neubau kann frühestens 2019 beginnen – wenn alles optimal läuft.
Fotos und Videos
300 Lehrer demonstrieren
Bildgalerie
Warnstreik
Frühlingsfotos unserer Leser
Bildgalerie
Sonnenschein
Winterlaufserie des ASV
Bildgalerie
Laufen
article
6684672
Geplanter Umzug der Mathematiker erzeugt massive Gegenwehr
Geplanter Umzug der Mathematiker erzeugt massive Gegenwehr
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/geplanter-umzug-der-mathematiker-erzeugt-massive-gegenwehr-id6684672.html
2012-05-22 18:04
Duisburg, Hochschulen, Universität, Studenten, Studiengang, Mathematik, Umzug, Campus Duisburg
Duisburg