Gefängnisstrafe für brutale Schläger

Ein 46-jähriger Friseur konnte am 24. Februar 2013 nur noch die Flucht durch die Terrassentür antreten, als mehrere maskierte und mit Eisenstangen und Gaspistolen bewaffnete Männer in seine Wohnung an der Düsseldorfer Straße stürmten. Ein 27-jähriger Gast hatte weniger Glück. Ihn verletzten die Eindringlinge schwer. Zwei 27 Jahre alte Männer aus Großenbaum und Wanheim verurteilte das Amtsgericht dafür zu je 21 Monaten Gefängnis.

Hintergrund der Tat war offenbar eine vorangegangene Auseinandersetzung des Wohnungsinhabers (46) mit einem 45-Jährigen gewesen. Letzterer hatte ihm bei einer Silvesterfeier zunächst ein Messer in den Bauch geworfen, und als der 46-Jährige Zivilansprüche geltend machte ein Rollkommando angeführt. Wegen der zweifachen gefährlichen Körperverletzung hatte das Amtsgericht den Messerwerfer bereits vor geraumer Zeit zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Einer seiner Komplizen wollte die Anklage nun vor Gericht nicht kommentieren, der zweite stellte sich als Unschuldslamm dar. Doch Zeugenaussagen, mit denen sich auch noch ein weiterer Mittäter outete, ließen wenig Zweifel daran, dass sich die Tat ähnlich ereignete, wie sie die Anklage schilderte. Das Schöffengericht sah am Ende keine Umstände, die eine Aussetzung der Strafen zur Bewährung gerechtfertigt hätte.

Während einer der Angeklagten nun in der Berufung für ein anderes Urteil kämpfen will, kann der zweite Angeklagte den Spruch des Schöffengerichts eher gelassen sehen: Er wird demnächst gemeinsam mit dem bereits verurteilten 45-Jährigen wegen sehr viel gravierender Taten vor dem Landgericht stehen.

Die Angeklagten sollen Verbindung zu einer Gruppierung haben, die von der Justiz dem rechten Spektrum zugeordnet wird, die bislang allerdings eher durch allgemeine Straftaten als durch politisch motivierte Verbrechen auffiel. Der Prozess vor dem Amtsgericht fand deshalb unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt: Zahlreiche Justizwachtmeister sicherten den Prozess, Zuschauer und Zeugen wurden vor Betreten des Saales ein zweites Mal durchsucht.

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