Gefängnis für Intensivtäter

Weil er nur zwölf Tage nach seiner letzten Haftentlassung im Juni 2014 die nächste Tat beging, muss ein 20-jähriger Duisburger erneut hinter Gitter. Die Jugendkammer des Landgerichts verurteilte den als jugendlichen Intensivtäter geltenden Heranwachsenden gestern wegen besonders schweren Raubes zu einer zweieinhalbjährigen Jugendstrafe.

Am Franz-Lenze-Platz in Walsum hatte der 20-Jährige, der von zwei Kumpanen begleitet wurde, unter einem Vorwand einen 15-Jährigen angesprochen und ihm dann dessen Mobiltelefon abgenommen. Er fuchtelte mit einer geladenen Schreckschusspistole herum und drohte, den Jungen „abzuknallen“, wenn der ihm nicht sein Handy gebe. Angesichts der hohen Rückfallgeschwindigkeit hielt die Jugendkammer für den zahlreich vorbestraften 20-Jährigen, der bei der Tat noch unter Bewährung stand, nur eine deutliche Strafe für angemessen.

Schwerer taten sich die Richter bei den beiden Mitangeklagten: Die Frage, ob der 22-jährige Erwachsene und ein 19-jähriger Heranwachsender als Mittäter oder nur wegen Beihilfe zu bestrafen seien, entschied die Kammer am Ende des dreitägigen Verfahrens zu Gunsten der Angeklagten. Der ebenfalls bereits mehrfach vorbestrafte 22-Jährige wurde zu einer zweijährigen Haft verurteilt, deren Vollstreckung auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Der 19-Jährige kam mit einem dreiwöchigen Jugendarrest und 200 Sozialstunden davon.