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Oper

Gedankenspiel auf karger Bühne

19.06.2011 | 18:07 Uhr

Duisburg.Wolfgang Amadeus Mozarts „Cosi fan tutte“ überzeugend auf die Bühne zu bringen, zählt zu den schwierigsten Aufgaben, die es für einen Regisseur gibt. Während sich viele auf ein albernes Kostümspektakel verlegen, versucht Nicolas Brieger die Oper als psychologische Versuchsanordnung zu zeigen. Am Samstag war Duisburg-Premiere.

Brieger hat sich viele kluge Gedanken gemacht: Zum einen will er nicht den Text da Pontes, sondern Mozarts Musik inszenieren, zum anderen interpretiert er die drei Paare als die verschiedenen Facetten zweier Persönlichkeiten.

So sind die sechs Figuren während der Ouvertüre ineinander verschlungen wie die Teilnehmer eines Twister-Spieles. Unterstrichen wird die Idee der Aufspaltung zweier Personen noch durch die jeweils identischen Kostüme. Ebenso wie Mozart Stimmen parallel führt, inszeniert Brieger seine Akteure auch in vielen Szenen parallel oder lässt sie optisch verschmelzen.

Viel Bein und Busen

In Uta Winkelsens Kostümen dürfen die Damen viel Bein zeigen, und die Herren greifen den Damen öfters an den Busen, als man es bei diesem Stück gewohnt ist. Ansonsten erzählt Brieger die Geschichte aber in einer weitgehend traditionellen Personenführung. Recht blutleer wirkt die Aufführung durch die karge Bühne, die Brieger selbst entworfen hat. Das Geschehen spielt auf einer metallischen Spielfläche, die nach hinten von einer Wand aus Glasbausteinen begrenzt wird. Unerträglich wird es, wenn Ferrando und Guglielmo sich schwarze Würfel über den Kopf stülpen und so singen und spielen müssen.

Bei den Sängern punkten vor allem die tiefen Männerstimmen: Dmitri Vargin ist ein kerniger Guglielmo, der seine Rolle mit großer Stimme ausfüllt. Als verletzten Zyniker gibt Günes Gürle den Don Alfonso. Auch er überzeugt mit sängerischer Autorität. Einen schönen Tenor mit viel Ausstrahlung besitzt Jussi Myllys (Ferrando), der mit den Feinheiten seiner Rolle jedoch Mühe hat. Der Sopran von Christina Dietzsch (Fiordiligi) klingt weitgehend farblos. Der dramatische Impetus, den sie für ihre Arien benötigt, fehlt ihr. Zudem ist ihr Sopran in der Tiefe blass und in der Höhe das Vibrato zu ausgeprägt. Wesentlich mehr sängerische Farbe bringt da Theresa Kronthaler als Dorabella ins Spiel. Elzbieta Szmytka ist eine altersweise Despina.

Die Duisburger Philharmoniker treten unter Christoph Altstaedt in kleiner Besetzung mit nicht einmal 40 Musikern an. So entsteht ein sängerfreundliches und leichtgewichtiges Klangbild, voller zarter Harmonien, in dem besonders die Holzbläser viele delikate Melodien beisteuern.

Rudolf Hermes

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82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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