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Ganz sachte nach oben

24.06.2008 | 19:10 Uhr

Die Redaktion begleitete Leser Rainer Vopel bei seiner fahrt mit dem Heißluftballon.Bei den Vorbereitungen zum Start müssen alle Teilnehmer mit anpacken

Seit jeher ist die Sehnsucht im Menschen verwurzelt, es den Vögeln am Himmel gleich zutun und durch die Lüfte zu fliegen. Zwei Lesern erfüllte die Redaktion in Kooperation mit der Firma "Skytours Ballooning" einen lang gehegten Wunsch: Ein Fahrt mit einem Heißluftballon. Anlass war das Festival auf dem AWo-Lernbauernhof Ingenhammshof. Die Redaktion hat einen der beiden Gewinner auf seiner Reise durch den Himmel über Nordrhein-Westfalen begleitet.

Auf einer der Wiesen hinter dem Ingenhammshof versammelten sich in den Abendstunden die 26 Fluggäste, die mit den vier Heißluftballons der abheben wollten. Darunter auch Gewinner Rainer Vöpel. "Eine Ballonfahrt ist seit Kindertagen ein Traum von mir", erzählt Rainer Vöpel.

Seine Ehefrau Sabine Vöpel hatte für ihn an der Verlosung teilgenommen und ihm damit seinen Herzenswunsch erfüllt. "Ich habe bei der Redaktion angerufen, um meinen Mann die Fahrt zu schenken", berichtet die Ehefrau.

Schnell stellten die Teilnehmer aber fest, dass das Ballonfahren eine Wissenschaft für sich ist. Nach einer ersten kurzen Unterredung der Piloten stand fest, dass der Startplatz verlegt werden muss. Der Wind stand ungünstig für geeignete Landeflächen.

Kurzerhand wurden die Fluggäste auf die Geländewagen verteilt und zum neuen Startplatz auf dem Sportflughafen Saalhoff in Kamp-Lintfort kutschiert. Dort stand dem Start dann nichts mehr im Wege.

Aber bevor sich die Heißluftballons in den Himmel erheben konnten, mussten sie erst aufgebaut werden. "Ballonfahren ist ein Gemeinschaftssport", erklärte der Pilot Klaus Grüter. Sprich, jeder der Passagiere musste tatkräftig mit anpacken: die Gondel und Ballonhülle abladen, die Hülle ausrollen, mit kalter Luft aufblasen und dann mit den Gasbrennern erhitzen.

Als der Ballon startklar war und alle Passagiere ihren Platz in der Gondel eingenommen hatten, konnte es losgehen. Schwerelos bahnte sich der Heißluftballon gemächlich seinen Weg nach oben. Und zwar ganz sachte. Die Ballonfahrer merkten fast gar nicht, dass sich Mutter Erde immer weiter von ihnen entfernte. Dermaßen ruhig hing die Gondel unter dem gigantischen Ballon, der mit einzelnen Feuerstößen aus dem Brenner weiter in die Höhe getrieben wurde.

Das eindringliche Piepen der Höhenanzeige signalisierte, dass das Fluggerät immer schneller emporstieg. Dafür, dass die Gondel nur wenig Platz für die Fahrgäste bot und alle sehr gedrängt standen, entschädigte der unglaubliche Ausblick, den die Fahrt bot.

Weit in die Ferne konnte der Blick über Städte, Industrieanlagen, Flüsse, Felder und Bäume schweifen, die aus über 1000 Meter Höhe wie Spielzeug aussahen. "Landschaften, die man eigentlich kennen muss, die kann man kaum wiedererkennen", sagt Rainer Vöpel.

Nach über einer Stunde Fahrzeit setzte der Ballon zur Landung auf einer Wiese in der Nähe von Hamminkeln an. Skeptisch begrüßen mehrere Kühe die ungewohnten Gäste auf ihrer Weide.

Nachdem der Ballon wieder auf dem Anhänger des Jeeps verstaut war, erhielten die Gäste die traditionelle Ballontaufe, womit sie automatisch in den Stand von echten Ballonfahrern erhoben wurden. Rainer Vöpel strahlte und war begeistert.

Von David Huth

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