Das aktuelle Wetter Duisburg 12°C
Amateur-Fußball

Fußballkreis reagierte mit härteren Strafen

Duisburg bekommt Gewalt im Amateurfußball nicht in Griff
Ausschreitungen im Amateurfußball mit Zuschauer-Beteiligung sind nicht neu: Das Bild zeigt eine Schlägerei, die sich bei der Mülheimer Hallenfußball-Stadtmeisterschaft im Jahr 2008 ereignet hat.Foto: Andreas Köhring

Dasselbe meint Ulrich Pütz, der Vorsitzende der Spruchkammer für den Fußballkreis 9: „Eine generelle Entwicklung sehe ich nicht.“ Was die Gewalt insgesamt angeht, sei sogar die Krisensaison 2011/2012 „unerklärlich“ gewesen. „Als wir 2007 die Spruchkammer für den ganzen Kreis übernommen haben, hatten wir relativ viele Vorfälle, aber danach eigentlich eine sehr gute Entwicklung.“ Das belegt auch die Statistik: Von 22 Sperren über 6 Monaten und 17 Spielabbrüchen in der Spielzeit 2007/2008 gingen die Zahlen auf neun mindestens halbjährige Sperren und sieben Spielabbrüche in der Saison 2010/2011 zurück.

Der Fußballkreis hatte unter anderem reagiert mit härteren Strafen. Für eine „ehrverletzende Beleidigung“ etwa, gerne genommen das Wort „Hurensohn“, muss ein Spieler im Fußballkreis 9 mit drei Monaten Zwangspause rechnen, vorher wäre er mit maximal vier Wochen davon gekommen. „Wenn ich mich im Februar zu so etwas hinreißen lasse, ist die Saison für mich beendet“, sagt Pütz, „also überlege ich mir das genau.“

Auch habe die gute Zusammenarbeit mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft Früchte getragen. „Alle Sonderberichte eines Schiedsrichters landen bei der Staatsanwaltschaft, die dann entscheiden kann, ob sie auch straf- oder zivilrechtlich ermittelt“, erklärt Volkan Alan. „Dann geht es also im Ernstfall nicht nur um Rote Karten, sondern auch um eine Vorstrafe und mein späteres Leben.“

Idee eines Runden Tisches vor Saison-Start

Umso herber war der Rückschlag in der Saison 2011/2012, als zwölf Sperren über 6 Monaten ausgesprochen und 21 Spiele abgebrochen werden mussten. Der Vorsitzende des Fußballkreises 9, Frank Adams, möchte für diese Entwicklung aber nicht allein den Fußball als Schuldigen ausmachen. „Generell ist die Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft größer geworden. Und bei uns im Fußballkreis gibt es nun mal soziale Brennpunkte. Das schlägt sich dann auch im Sport nieder.“

Um in Zukunft der Gewalt Herr zu werden, wünscht sich Volkan Alan mehr Prävention. So sei in der Vergangenheit eine Idee des Fußballkreises, vor der Saison einen Runden Tisch mit Trainern, Schiedsrichtern und Mannschaftskapitänen zu bilden, nur bei fünf von 32 A-Kreisligateams auf Interesse gestoßen. Der benachbarte Fußballkreis Düsseldorf habe gerade in diesen Tagen eine ähnliche Idee angestoßen. „Das wäre bei uns absolut zu begrüßen“, sagt Volkan Alan, „denn es bringt mehr, miteinander zu reden als alle paar Jahre den Knüppel rauszuholen.“

Bastian Angenendt

  1. Seite 1: Duisburg bekommt Gewalt im Amateurfußball nicht in Griff
    Seite 2: Fußballkreis reagierte mit härteren Strafen

1 | 2

Facebook
Kommentare
08.10.2012
08:23
Duisburg bekommt Gewalt im Amateurfußball nicht in Griff
von shayne | #15

...man sollte einfach eine eigene Süper-Lig in Duisburg installieren! ...und der Rest kann dann wieder in Ruhe Fußball spielen....

08.10.2012
08:23
Duisburg bekommt Gewalt im Amateurfußball nicht in Griff
von Herr.Schertes | #14

Ich spiele nun seit 20j im Kreis 9 ! Ja es gibt Mannschaften die nur mit Spielern aus anderen Nationen bestückt sind. Ja da sind auch welche dabei die genau das bestätigen was alle hier schreiben. Aber eben nicht alle. Genauso sind es die "deutschen Mannschaften" die sich untereinander beschimpfen und den Schiedsrichter attackieren. Meiner Meinung nach sind es einfache Punkte die für Ruhe sorgen würden: Viel härtere Strafen! Eine schwarze Liste mit genau den betroffenen Spielern und Manschaften die dafür sorgen das Fussball Sonntags keinen Spaß macht. Keine 80j Schiedsrichter die das Spiel nur von der Mittellinie ausleiten.

Interessanterweise verlaufen manche Spiele friedlicher wenn der Schiedsrichter nicht kommt und ein Betreuer pfeifen muss. Ich unterstelle keinem Schiedsrichter das er absichtlich gegen eine Mannschaft oder generell falsch pfeift. Wie manche Schiedsrichter aber das Regelwerk auslegen ist manchmal schon kriminell.

07.10.2012
18:39
Aber es ist ja nicht nur die reine Gewalt ...
von Partik | #13

... auf den Amateurplätzen. Auch die Stimmung auf dem Platz ist unterirdisch.

Alter Schwede, was ist das ein widerliches Gebölke da unter den Spielern. Geschrei, aggressive Posen, der Schiri als Sündenbock usw.

Wer da als Spieler mit auf dem Platz ist, muss sich immer der Gefahr bewusst sein, dass er von irgendwelchen aggressiven Alphatierchen umgetreten wird.

Und das soll ein Spiel sein? Die bereits angesprochenen Kulturprobleme scheinen da auf dem Platz in der Tat heftig ausgelebt zu werden. Wir haben in der Nähe einen solchen Bolzplatz für untere Kreisligen. Da denkt man manchmal, die bringen sich gegenseitig um, wenn eine ungeliebte Entscheidung des Schiris gefallen ist.

Alleine die Ausdrücke, die die sich gegenseitig an den Kopf werfen, fallen schon eher unter das Strafrecht. Besonders bei gemixten Gruppen aus diversen östlichen und muslimischen Landsmännern untereinander - uiuiui ...

Bleibt zu hoffen, dass die sich auf dem Platz genügend austoben ...

07.10.2012
17:29
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #12

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.10.2012
12:33
als ich vor knapp 30 Jahren..
von derLabbecker | #11

... in Rheinhausen Fussball in der C-Jugend gespielt habe fing das schon an. Es gab damals eine rein türkische Mannschaft.... die haben mal gegen uns 0-1 verloren und einen Elfer verschossen. Der Spieler der verschossen hat wurde nach dem Spiel noch auf dem Platz vom Trainer und einem weiteren Mann (wohl der Vater) verdroschen. Heute richtet sich die Gewalt halt denn auch gegen den Gegner und den Schiri.
Wobei ich sagen muss: Es gab auch rein deutsche Mannschaften bei denen einem für nach dem Spiel Prügel angedroht wurden wenn man nicht endlich aufhört gut zu spielen....
Ich wurde von einem aus der besagten türkischen Mannschaft im Rückspiel im Strafraum gefoult (heute wäre das Notbremse, Elfer und Rot), es gab garnix. Der Schiri meinte nach dem Spielt zu mir: wenn ich den gepfiffen hätte hätte ich die wieder vor meiner Kabine stehen gehabt....

07.10.2012
12:16
Duisburg bekommt Gewalt im Amateurfußball nicht in Griff
von Schwattjelbn | #10

Hohe Arbeitslosigkeit, extrem strukturschwache Stadt, kaum Identifikationsmöglichkeiten außerhalb des familiären Umkreis, hoher Migrantenanteil.

Wer wundert sich da noch über die Zustände?

07.10.2012
11:51
Duisburg bekommt Gewalt im Amateurfußball nicht in Griff
von Starhemberg | #9

Die Brutatlität ist einfach unbegreiflich.
Solche Gewaltorgien haben auf deutschen Fußballplätzen nichts verloren, die "Täter" schon gar nicht.
Im Fall des Rosenheimer Schiedrichters, der von einer albanischen Mannschaft (FC Iliria) attakiert wurde, gibt es keine guten Nachrichten, denn der Unparteiische bangt um sein Augenlicht (OVB-Online). Spätschäden sind laut Polizei auf jeden Fall zu befürchten.
Der türkischstämmige Trainer des ESV Rosenheim wurde ebenfalls verletzt.
Hier scheint es eine Gewaltlinie jenseits "aller" Kulturkreise zu geben, unfassbar.

07.10.2012
11:50
Duisburg bekommt Gewalt im Amateurfußball nicht in Griff
von SpongeBob59 | #8

@NichtsalsdieWahrheit
Bedauerlicherweise wahr, was du da schreibst. Bei Spielen gegen manche Mannschaften befürchtet man schon vorher, dass es mal wieder rund gehen könnte. Und es gibt viele, die sagen, steckt solche Mannschaften alle in eine eigene Gruppe, dann haben wenigstens die ruhigeren Mannschaft keine Probleme mit solchen Chaoten mehr.

07.10.2012
11:36
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.10.2012
11:33
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Umfrage
Es stinkt, es ist dreckig und oben am Gleis tropft es kontinuierlich. Nicht nur Reisende nehmen die Bahnhöfe an Rhein und Ruhr als einige der schlechtesten Bahnhöfe Deutschlands wahr. Wie zufrieden oder wie unzufrieden sind Sie mit dem Duisburger Hauptbahnhof?

Es stinkt, es ist dreckig und oben am Gleis tropft es kontinuierlich. Nicht nur Reisende nehmen die Bahnhöfe an Rhein und Ruhr als einige der schlechtesten Bahnhöfe Deutschlands wahr. Wie zufrieden oder wie unzufrieden sind Sie mit dem Duisburger Hauptbahnhof?

 
Fotos und Videos
Stadtspaziergang
Bildgalerie
Fotostrecke
MSV tritt auf der Stelle
Bildgalerie
6.Spieltag
Bernhard Brink
Bildgalerie
Fotostrecke
Beecker Kirmes 2014
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Würste eng umschlungen
Lehmbruck-Museum
Der österreichische Bildhauer Erwin Wurm ist mit seinen abstrakten Skulpturen im Lehmbruck-Museum zu Gast: Was auf den ersten Blick wie ein Witz erscheint, hat Humor und Hintersinn.
Duisburger Mission erfüllt - Gebag-Sanierer hört auf
Küppersmühle-Skandal
Mission erfüllt: Nach drei Jahren hat Utz Brömmekamp seinen Job bei der städtischen Wohnungsbautochter Gebag erfolgreich erledigt– die Stadttochter hat den Küppersmühle-Skandal um den gescheiterten Museumsbau wirtschaftlich überlebt. Jetzt soll die Gebag mit neuem Chef tun, was ihr Geschäft ist:...
Duisburg fehlen 400 Millionen für Straßen
Marode Verkehrswege
Der Stadt fehlen in den nächsten zehn Jahren 400 Millionen Euro, um Straßen und Brücken zu sanieren. An einigen Stellen ist es besonders dringend.
62 Jahre alte Kiste beim Duisburger Seifenkisten-Derby
Seifenkisten
Nach 21 Jahren Pause wird am 6. und 7. September am Alsumer Berg in Duisburg-Marxloh wieder das "Duisburger Seifenkisten-Derby" ausgetragen. Dabei wird auch eine 62 Jahre alte Seifenkiste zu sehen sein. Damals wie heute wird sie von Peter Anders gelenkt.
Runder Tisch Asyl will Stadt bei Unterkunftssuche helfen
Flüchtlinge
Im Ergebnis war es wenig Konkretes, mit dem Donnerstagabend der Runde Tisch Asyl in Duisburg endete. Eher die Symbolik stand im Vordergrund des Treffens, zu dem der OB eingeladen hatte. Bei der Stadt gibt es nun auch eine Ansprechpartnerin, die Hinweise auf Wohnraum oder Hilfsangebote entgegennimmt.