Für Bombenentschärfung werden in Duisburg die A59 und der Bahnverkehr gesperrt
05.07.2011 | 15:56 Uhr 2011-07-05T15:56:00+0200
Duisburg.An der MSV-Arena in Duisburg wurde eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe gefunden, die Donnerstag entschärft wird. Während dieser Arbeiten stehen auch der Verkehr auf der A59 und der Bahnverkehr nach Düsseldorf bzw. Rheinhausen still.
Bei Luftbildauswertungen hat der Kampfmittelräumdienst am Dienstag eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe gefunden, die im Erdreich des Parkplatzes 4 vor der MSV-Arena an der Kruppstraße liegt. Dieser Bereich wird derzeit untersucht, weil hier die neue Jugendherberge entstehen soll. Wegen der Größe der Bombe ist eine Evakuierungszone von 500 Metern um die Fundstelle erforderlich, so die Stadt. Der Kampfmittelräumdienst wird am Donnerstag, 7. Juli, um 11 Uhr mit der Entschärfung des Blindgängers beginnen.
Wie schon bei den vorhergehenden Entschärfungen ist auch jetzt mit erheblichen Verkehrs-Beeinträchtigungen in der Stadt zu rechnen. Die Autobahn 59 sowie zahlreiche wichtige Zu- und Abfahrtsstraßen sind während der Entschärfung gesperrt. Auch die Bahnverbindungen zwischen Duisburg und Düsseldorf beziehungsweise Rheinhausen werden betroffen sein, weil die Bahngleise inmitten der Evakuierungszone verlaufen.
5650 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen
Wie die Stadt weiter mitteilt, muss der Bereich im 500-Meter-Umkreis um die Fundstelle bis 10 Uhr geräumt sein. In dem Bereich 500 Meter bis 1000 Meter (Sicherheitszone) um den Fundort ist aus Sicherheitsgründen ein zivilschutzmäßiges Verhalten notwendig. Die Menschen sind aufgefordert, sich in Räumen aufzuhalten, die der Fundstelle abgewandt sind. Die Fenster der Wohnung sollten in jedem Fall geschlossen sein. Ein Aufenthalt im Freien ist nicht gestattet.
In der Evakuierungszone sind 750 Bewohner, der Betriebshof der DVG, der Alte Friedhof, verschiedene Anlagen des Sportparks Duisburg (Eisstadion, Schwimmhalle, MSV-Arena) sowie einige Gewerbebetriebe betroffen. In der Sicherheitszone leben etwa 5650 Menschen. Hier liegen mehrere Schulen und Kindergärten, Firmen sowie Landessportbund, Leichtathletikstadion, Kanu-Leistungszentrum und die Wasserskianlage. Ab 10 Uhr werden keine Personen mehr in den inneren und äußeren Absperrkreis hineingelassen.
Polizei und DVG geben Sperrungen am Mittwoch bekannt
Als Aufenthaltsraum für die Menschen, die ihre Häuser verlassen müssen, steht die Aula der Kranichschule auf der Kranichstraße 21-25 in Wanheimerort zur Verfügung. Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden die Anwohner sowie die betroffenen Betriebe und öffentlichen Einrichtungen aufsuchen und sie über die Verhaltensmaßnahmen informieren. Bettlägrige und unterstützungsbedürftige gehbehinderte Personen in der Evakuierungszone (innerer Kreis) werden gebeten, sich ab sofort bei Call Duisburg unter der Rufnummer (0203) 94000 zu melden.
Die genauen Verkehrssperrungen werden am Mittwoch von Polizei und Autobahnpolizei festgelegt. Zum öffentlichen Personennah- und Bahnverkehr werden DVG und die Bahn ebenfalls am Mittwoch informieren. Beginn und Ende der Entschärfung werden durch Lautsprecherdurchsagen bekannt gegeben; Infos hierzu gibt es auch bei Call Duisburg unter 0203/94000.

10:05
@3 Leider sind Blindgänger noch genauso brandgefährlich wie beim Abwurf, vielleicht durch Korrosion noch gefährlicher. Daumen drücken für eine geglückte Entschärfung. Die Mengen an Bomben die über Deutschland niedergingen sind für uns kaum noch vorstellbar. In einer Nacht 14./15. Oktober 1944 warfen die Allierten 9000 Tonnen Bomben ab.
23:22
@1:
Meterlange Erdnägel? Mh leicht übertrieben? Aber ich stimme zu, dass wir Glück haben. Auch wenn ich nicht weiß wie gefährlich so ne Fliegerbombe nach 60 Jahren ist.
@2:
Naja in letzter Zeit gabs ja auch genug Funde ^^
16:37
Wir werden in den nächsten Jahren noch oft Bombenenfunde und Entschärfungen haben. Bei den Massen an Spreng- und Brandbomben, die auf die Stadt abgeworfen wurden, ist das für mich absolut sicher.Die Männer vom Kampfmittelräumdienst werden in den nächsten Jahren noch viel zu tun haben. Man kann nur hoffen, dass es dabei nicht zu einem Unfall kommt.
16:33
Jahrzehnte haben auf der Fläcke Trödelmärkt und andere Veranstalltungen stattgefunden. Große Zelte mit Meterlangen Erdnägeln wurden im Boden versenkt.
Da hatten wir wohl wirklich Glück, dass da bisher noch nichts passiert ist.