Frische Texte im Duisburger Revierpark Mattlerbusch

Vorlesen im Pavillon: Dieter Ebels gehörte zu den Autoren-Gästen des Literatur-Picknicks im Revierpark Mattlerbusch.
Vorlesen im Pavillon: Dieter Ebels gehörte zu den Autoren-Gästen des Literatur-Picknicks im Revierpark Mattlerbusch.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei der Premiere zum Literatur-Picknick im Revierpark Mattlerbusch in Duisburg hatten alle ihren Spaß.

Duisburg.. Zum ersten Literatur-Picknick im Pavillon nahe der Niederrhein-Therme des Revierparks Mattlerbusch gab’s am Samstag frische Luft und frische Texte für die Besucher.

„Geht mal irgendwo hin, damit ihr was erlebt, am besten schmeißt ihr euren Fernseher aus dem Fenster“, so lautet der Ratschlag des jungen Autors Robert Gierke. Er sitzt im Pavillon und liest sich mikrofon-verstärkt seinen Frust über die hektische, oft inhaltsleere Medienwelt von der Seele. „Da gießen sich jede Menge Menschen öffentlich einen Eimer Eiswasser über den Kopf, um auf eine Krankheit hinzuweisen, an der weit weniger Leute sterben, als an der Wasserverschwendung!“, sagt er.

Treff soll auch Kulturstätte werden

Ob sein Publikum auch so über die angesprochene „Ice-Bucket-Challenge“ zur Spendensammlung gegen Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) denkt, ist ungewiss. Aber den ersten Teil seines Rates haben doch viele befolgt. Sie sind bei strahlendem Wetter in den Park gekommen, holen sich Kaffee und Kuchen vom Stand und lassen sich auf einer der Bänke im großen Rund nieder, um zuzuhören. Auf den Sonnenplätzen räkeln sich die Bräunungswilligen und auf den Schattenbänken haben ein paar Gruftis Platz genommen.

Einer von ihnen, der Musiker und Künstler Little dead Boy, der Andy Dommen hieße, wenn er denn bürgerlich sein wollte, hatte die Idee für das ungewöhnliche Literaturpicknick unter freiem Himmel. Gemeinsam mit Hans-Peter Weyer organisierte er im Winter zwei Lesungen in der ehemaligen Kneipe, die nun „Café So-Fa“ heißt. Weyer hatte sich Ende des vergangenen Jahres mit dem Treffpunkt für Soziales, Familie und Kultur in Walsum selbstständig gemacht.

Der Sozialberater und Familiencoach begibt sich mit dieser Geschäftsidee auf Neuland. „Meines Wissens bin ich der einzige der ein Beratungs -und Begegnungszentrum als privatwirtschaftliches Unternehmen versucht“, sagt er. Noch läuft es eher ruhig in seinem Zentrum. Grund genug, das „So-Fa“ bei gutem Wetter zu verlassen und im Mattlerbusch-Park mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Weyer möchte seinen Treff nämlich auch als Kulturstätte etablieren. Eher unerwünschte Aufmerksamkeit hatte er schon von Seiten der Anwaltskammer, die ihm verbieten lassen wollte, Rechtsberatungen durchzuführen. „Tue ich ja gar nicht“, sagt er, „aber ich berate Arbeitslose, da geht es am Rande auch um rechtliche Fragen.“

Pause im Pavillon. Zwischen zwei Autoren nutzt ein Brautpaar den schönen Ort als Foto-Kulisse. Manche Zuhörer halten den Auftritt für einen Teil der Veranstaltung. „Jetzt kommt sicher eine schöne Liebesgeschichte“, freut sich das Ehepaar Drießen, das die Lesung zufällig beim Spaziergang ­entdeckte. Aber Christoph Strassers Text aus seinem neuen Roman ist eher was für die „Schattenbank“ und handelt von Zombie-Katzen, die den Niederrhein terrorisieren.