Frieden ist ein kostbares Gut

Duisburg vor 70 Jahren: eine einzige Trümmerwüste nach sechs Jahren Krieg, nach Bombenangriffen nachts und auch tagsüber, nach Artillerie-Beschuss in den letzten Tagen des von den Nazis entfesselten, verbrecherischen Krieges, der letztlich Millionen Menschen Heim und Heimat, Gesundheit oder gar Leben gekostet hat. In den letzten Tagen wurde in vielen würdevollen Veranstaltungen des Kriegsendes im ganzen Lande gedacht, vor allem aber auch der Kriegsopfer in ganz Europa und darüber hinaus. Der Tenor des Erinnerns ist eindeutig: Nie wieder! Nie wieder Krieg, nie wieder Unterdrückung, nie wieder massenhafter Mord. Und die Mahnung ist ebenso deutlich: Den Frieden gilt es zu sichern, die Demokratie in unserem Lande, die Verständigung der Völker.

Um so unbegreiflicher ist vor diesem Hintergrund, dass sich wieder Kräfte regen, die Fremdenhass predigen, die versuchen, Nachbarn gegen Nachbarn aufzubringen, denen Frieden unter den Menschen offenbar nicht höchstes Ziel ist.

Duisburg war mehrfach und damit viel zu oft in den Vorwochen Schauplatz solcher Kundgebungen, aber die Duisburger haben auch klar gezeigt: Wer gegen den friedlichen Umgang von Menschen unterschiedlicher Herkunft hetzt, steht in dieser Stadt allein.

Gleichwohl bleibt das Ärgernis, dass rechte Aufmärsche nach unserem Recht nicht zu verhindern sind, dass sogar die Polizei in einer Demokratie verpflichtet ist, Kundgebungen zu schützen, die keiner in dieser Stadt haben will.

Dass ausgerechnet am gestrigen Tag, 70 Jahre nach dem Ende von Krieg und Schreckensherrschaft, wieder rechte Parolen in Duisburg verbreitet werden sollten, kann nur Appell sein, sorgsam auf den Frieden aufzupassen. Nach innen wie nach außen.