Freispruch für drei angebliche Räuber

Einen brutalen gemeinschaftlichen Raub warf die Staatsanwaltschaft einem 44-jährigen Innenstadtbewohner und zwei 41 und 43 Jahre alten Frauen aus Hochfeld und Essen vor. Am 28. April 2013 hatten sie angeblich im Kantpark einen 43-Jährigen überfallen. Bewiesen werden konnte das vor dem Amtsgericht Stadtmitte nicht.

Laut Anklage hatte der 44-Jährige den Geschädigten niedergeschlagen. Dann soll das drogenabhängige Trio auf den am Boden liegenden Mann eingetreten und ihm Handy und Geldbörse mit 150 Euro Inhalt abgenommen haben. Ein Vorwurf, den der 44-Jährige bestritt: Es habe eine Auseinandersetzung gegeben, in deren Verlauf er aus Notwehr Gewalt angewendet habe. Dem Widersacher sei aber nichts weggenommen worden. Die Hochfelderin gab an, sie sei zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht mehr in unmittelbarer Nähe gewesen. Die 43-Jährige schwieg.

Der angebliche Geschädigte, Angehöriger einer von der Polizei als gewaltsuchend eingestuften MSV-Fan-Gruppierung, hinterließ im Zeugenstand einen wenig überzeugenden Eindruck. Er habe auf dem Nachhauseweg im Kantpark einen Zwischenstopp eingelegt. Er habe mit den Angeklagten, die ihm bis dato nur vom Sehen bekannt gewesen seien, ein Bier getrunken. Dann seien die auf ihn losgegangen. „Die haben mich halt überfallen und ausgeraubt“, so der 43-Jährige. Auch auf Nachfrage war er nicht in der Lage, Details zu schildern.

Der einzige unbeteiligte Zeuge, ein 57-jähriger Mann, hatte in einiger Entfernung in einem Café gesessen und gesehen, dass jemand am Boden lag und getreten wurde. „Deshalb habe ich die Polizei gerufen.“ Die auf der Anklagebank sitzenden Personen konnte er nicht als Täter identifizieren.

Das Schöffengericht konnte die drei Angeklagten am Ende nur freisprechen. Lediglich die Hochfelderin wurde wegen eines Ladendiebstahls, den sie zugegeben hatte, zu einer zweimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.