Fortsetzung folgt – demnächst in diesem Theater

Der schnelle Weiterverkauf des Theaters am Marientor hat nicht nur überrascht sondern auch fassungslos gemacht. Zum einen besteht der Verdacht, dass das ein abgekartetes Spiel zwischen Maik Klokow („Mehr Entertainment“) und Wolfgang DeMarco war (Theater am Marientor Betriebsgesellschaft). Die beiden sind lange im Geschäft und kennen sich seit langem, wie DeMarco in dieser Woche freimütig bekannte; beide haben jede Absprache abgestritten. Zum anderen wird nicht ohne Häme die Frage diskutiert, ob sich die Duisburger haben übers Ohr hauen lassen, als sie an denjenigen verkauften, der weniger geboten hat, aber seriöser erschien.

Über diese Fragen zu spekulieren, ist jetzt müßig. Es nötigt Respekt ab, wie ausdauernd DeMarco um seinen großen Traum gekämpft hat und erreicht hat, künstlerischer Direktor des Theaters am Marientor zu werden. Mit Sabine Kühn und der Autark-Holding scheint er den finanzstarken Investor gefunden zu haben, den man ja nicht nur für die Kaufsumme braucht sondern auch dafür, das Projekt Musical-Theater ans Laufen zu bringen.

Der Kauf war eine mutige Entscheidung, denn ein Musical-Theater wirtschaftlich zu betreiben, ist nicht einfach – und im Showbusiness geht es schließlich um Gewinn. Da muss man ganz dicht bei den Wünschen des Publikums sein, um den Knaller zu landen, den alle sehen wollen. Bis auf das Musical-Wunder „Starlight Express“, das seit 1988 läuft, müssen solche Knaller auch relativ rasch aufeinander folgen. Sogar im Musical-Mekka Hamburg, das zudem mit der Attraktionen wie dem Hafen punktet.

Das TaM ist abgeschottet durch laute Straßen, umgeben von Industriekulisse und einem Rotlichtviertel, das nicht mit der legendären Amüsiermeile Reeperbahn zu vergleichen ist. Es bleibt schwierig, Besucher an diesen Standort zu locken. Skepsis ist berechtigt. Da kann man den neuen Betreibern (und der Stadt) nur wünschen, dass in Duisburg ein Musical-Wunder passiert.

Dass bei der Deutschen Oper am Rhein wieder um die Finanzen gerungen werden würde, war schon bei der letzten Vertragsverlängerung absehbar. Das reiche Düsseldorf und das arme Duisburg – diese Verbindung gilt manchen in Düsseldorf als Missheirat. Da möchte die neue Stadtspitze dort verständlicherweise punkten. Weitere finanzielle Einschnitte im DOR-Etat aber wären nicht mehr aufzufangen und gingen zu Lasten der Qualität. Das Scheitern der Ehe wäre eine Katastrophe – auch für Düsseldorf.