Das aktuelle Wetter Duisburg 13°C
Wasserqualität

Forscher untersuchen das Baden in der Ruhr

31.10.2012 | 09:00 Uhr
Forscher untersuchen das Baden in der Ruhr
Bei einem der letzten Hochwasser sah die Ruhr vor der Ruhrschleuse so aus.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Das Forschungsprojekt „Sichere Ruhr“ untersucht bis Ende 2014 die Wasserqualität des Flusses an einem 50 Kilometer langen Abschnitt bis hin zum Kemnader See in Bochum. Die Forscher hoffen, wetterabhängiges Baden in Zukunft zu erlauben.

Sie stehen stundenlang an der Ruhr und sind doch keine Angler. Was machen sie? Es sind Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE), die umfangreiche Wasserproben nehmen. Für ein Projekt, das den Fluss noch sicherer machen soll – als Trinkwasserlieferanten und als Badeoase. Denn obwohl es vorsorglich fast überall verboten ist, springen immer mal wieder Schwimmer in die Fluten.

Bis Ende 2014 untersuchen Chemiker, Mediziner und Mikrobiologen den unteren Ruhrabschnitt: Über 50 Kilometer lang ist das Stück bis zum Kemnader See in Bochum . Wenn sie wissen, wann sich u.a. durch Hochwasser verstärkt Krankheitserreger, Parasiten und chemische Stoffe ansammeln, können sie sagen, wie gefährlich es ist, in die kühlen Fluten zu springen. Da das Wasser stundenlang durch spezielle Filter fließen muss, dauert es fast den ganzen Tag, bis alle Stichproben genommen sind. Sie müssen danach direkt im Labor analysiert werden, sonst sind sie nutzlos. Das geschieht im Biofilm Centre an der UDE und am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wasserforschung (IWW).

Wie sehen die Menschen den Fluss?

Mit im Boot sitzen Kommunikationswissenschaftler und Soziologen. Sie wollen herausfinden, wie die Menschen der Region den Fluss sehen und wie wichtig ihnen das Baden dort ist. Manche lieben es, andere ekeln sich vor der Schleimschicht auf den Steinen, möglichen Krankheitserregern und Schadstoffen .

Die Schadstoffgrenzwerte werden nur noch selten überschritten – der Gewässerschutz der vergangenen Jahrzehnte war also erfolgreich. Schon jetzt könnte an vielen Stellen meist sorglos gebadet werden, doch bei den Krankheitserregern sind noch Zweifel erlaubt, so der Mikrobiologe Prof. Dr. Hans-Curt Flemming.

Schwimmen auf eigene Verantwortung

Risikoreich sind Phasen mit Starkregen; dann werden Gülle und Dünger von den Feldern sowie schädliche Stoffe von Straßen und Dächern in den Fluss geschwemmt und mit ihnen mögliche Krankheitserreger. „Wer haftet, wenn jemand krank wird?“, stellt Prof. Dr. Jo Reichertz die entscheidende Frage. Der Kommunikationsexperte kann sich vorstellen, das Badeverbot bei bestimmten Wetterbedingungen zu lockern.

Ein Netz von Kontrollstellen könnte die nötigen Daten liefern, um es zeitweilig aufzuheben. „Schwimmen auf eigene Verantwortung“ wäre dann die Devise. Ein Restrisiko wird aber immer bleiben, vor allem für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem – und natürlich für jene, die nicht schwimmen können.

Beträchtlicher Aufwand

Zugleich wirft das Forscherteam einen kritischen Blick auf das Trinkwasser, das aus der Ruhr gewonnen wird. Durch die mehrstufige Reinigung in den Wasserwerken ist es einwandfrei und sicher, allerdings ist der Aufwand beträchtlich.

Mit modernen Methoden lässt sich das Verfahren weiter optimieren: Mikroorganismen und Spuren von Medikamenten wie Ibuprofen sollen künftig entfernt werden.


Kommentare
Aus dem Ressort
Auktionshaus soll Sammler in Duisburgs Süden locken
Auktion
Farid Mozaffari betrieb ein Auktionshaus an der Düsseldorfer Königsallee. Jetzt ist er mit seinem Betrieb umgezogen an die Dorfstraße in Duisburg-Serm. Der Verkauf läuft über das Internet und vor Ort. Eine erste Auktion an der Dorfstraße ist für den kommenden Juni geplant.
Die Suche dauerte sieben Jahre
Kunst
Die Kunstsammler Dirk Krämer und Klaus Maas wollten unbedingt Zeichnungen von Hans von Marées erwerben. Jetzt sind sie im Museum DKM mit einer Installation von Erwin Wortelkamp zu sehen.
Das Gotteshaus an der Wildstraße öffnet den Blick zum Himmel
Kirche
Eine Million Euro hat die evangelischen Kirche in den Umbau des Gemeindehauses an der Wildstraße investiert. Entworfen und umgesetzt wurde der Bau von der Architektin Jutta Heinze. Sie findet es spannend, „Gebäude im Bestand zu sanieren“. Entstanden ist ein funktionaler Kirchsaal mit klaren Linien.
Warum immer mehr Duisburger ihre Hunde bei der Stadt melden
Hundesteuer
Erstaunlich: In Duisburg wurden im 2013 knapp 1500 Hunde neu bei der Stadt angemeldet. Nun liegt das weniger daran, dass die Bürger auf den Hund gekommen sind. Wahrscheinlicher ist, dass die Hundekontrollen Wirkung zeigen. Sobald die Mitarbeiter auftauchen, steigt dort die Zahl der Anmeldungen.
Marina-Markt im Duisburger Innenhafen startet in die Saison
Veranstaltung
Nach einem halben Jahr Abstinenz ist er wieder da - der Marina-Markt startet am langen Wochenende in die Saison. Die Händler locken Ostersonntag und Ostermontag mit einer bunten Meile aus Wochenmarkt, Kunsthandwerk und Gastronomie in den Duisburger Innenhafen.
Fotos und Videos
MSV holt drei Punkte
Bildgalerie
3. Bundesliga
Baustellen-Rundfahrt im Duisburger Westen
Bildgalerie
Stadtentwicklung
Lkw kippt auf A42 um
Bildgalerie
Unfall