Das aktuelle Wetter Duisburg 19°C
Forschung

Forscher der Uni Duisburg-Essen testeten neuen Schuh des Fußballgotts Pelé

03.01.2012 | 11:43 Uhr
Forscher der Uni Duisburg-Essen testeten neuen Schuh des Fußballgotts Pelé
Professor Dr. Ewald Henning von der Universität Duisburg-Essen testet und entwickelt den Schuh für Ballsportler. Foto: Jakob Studnar

Duisburg.   Im Fußballsport bereits eine Ikone, erobert Pelé nun auch die Modewelt - mit seiner Marke Pelé Sports und speziell mit dem Spezialschuh Trinity 3E. Ob der Schuh hält, was Pelé verspricht, wurde von Forschern der Uni Duisburg-Essen getestet. Mit überraschendem Ergebnis.

Als Spieler verzauberte er mit Fußball vom anderen Stern die ganze Welt. Jetzt will Pelè erneut für Furore auf dem Platz sorgen. Unter großem Medienrummel hat er in London den Spezialschuh „Trinity 3E“ seiner noch jungen Marke Pelé Sports vorgestellt. An der Seite des brasilianischen Jahrhundertfußballers: Prof. Dr. Ewald Hennig von der Uni Duisburg-Essen.

Der Experte für Biomechanik und Bewegungslehre der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat geprüft, ob der ergonomisch ungewöhnliche Schuh hält, was er verspricht: eine optimierte Ballkontrolle, effektives Muskeltraining und vor allem mehr Schnelligkeit. Hennig hat schon für alle großen Sportartikler gearbeitet und in seinem Labor Schuhe für die Superstars des Fußballs entwickelt. Dadurch hat er indirekt so manche EM oder WM beeinflusst. Für die Ikone Pelé zu arbeiten, war für den Professor dennoch etwas Besonderes: „Pelé gilt zurecht als der größte Spieler aller Zeiten. Er ist bodenständig geblieben, engagiert sich für soziale Projekte, Kunst und Musik.“

Professor. Ewald Hennig und Pelé bei der Präsentation. Foto: Uni Duisburg-Essen

Und diesen unterschiedlichen Ansprüchen soll der „Trinity 3E“ genügen. 170 Gramm leicht ist er, sein neuartiges Material, so wirbt der Hersteller, passt sich dem Fuß an und sorgt für ein besonderes Ballgefühl. Das eigentlich Ungewöhnliche sind die asymmetrisch angeordneten Stollen. An der Ferse ist die hintere Außenstolle zudem extrem weit hinten positioniert. Das soll zum einen die Muskeln des Spielers bei jedem Schritt trainieren, zum anderen bei der Kraftumsetzung und Beschleunigung neue Maßstäbe setzen.

Wie schnell sind Fußballer mit Pelés Superschuh

Ein Wunderschuh also? Die Aufgabe von Hennig und seinem Team war es herauszufinden, wie Spieler mit der Neuentwicklung zurechtkommen und wie schnell sie damit sind. Aufwändige Tests mit 25 Probanden – aktive Vereinssportler aus Kreis- bis Landesliga - haben die Wissenschaftler durchgeführt. Auf einem Testparcours mit Beschleunigungs- und Slalomstrecken haben sie die Laufzeiten der Kicker auf Millisekunden genau bestimmt.

Das Testergebnis hat selbst Hennig überrascht. „Der Spieler ist auf engem Raum und bei Sprints mit dem Schuh schneller als der Gegner. In einer Spielaktion von 10 Sekunden kann das einen Vorteil von bis zu 1,5 Metern bringen, die er näher am Ball ist. Ganz besonders stark ist der Schuh bei schnellen Seitbewegungen und Finten.“ Das Fazit des Professors ist eindeutig: „Dieses Modell macht die Spieler schneller als die Top-Produkte der großen Hersteller. Alle, die ihn ausprobiert haben, waren nach anfänglicher Skepsis auch begeistert.“ Noch hat den Schuh allerdings kein Profi am Fuß gehabt. Erste Gespräche soll es aber bereits geben.

Einen Exklusiv-Vertrag mit der jungen Firma hat Prof. Hennig übrigens nicht. Aber es würde ihn freuen, wenn er und sein Team weiter für das Fußballidol Schuhe testen dürfen. Spätestens 2014 will Pelé mit seiner Marke ganz groß raus kommen. Dann ist nämlich WM . In Brasilien.



Kommentare
Aus dem Ressort
Loveparade-Prozess wird große Aufgabe für Duisburger Gericht
Loveparade
7000 Seiten Ermittlungsakte, 800 Aktenordner Beweismittel und 900 Stunden Video-Material. Das ist das Fakten-Material, das dem Landgericht Duisburg vor dem Loveparade-Prozess zur Verfügung steht. Der neue Landgerichtspräsident Ulf-Thomas Bender spricht über die große Herausforderung.
Zeltstadt für Asylbewerber in Duisburg bleibt unbewohnt
Flüchtlinge
Das umstrittene Zeltdorf, das in Duisburg für die Unterbringung von Flüchtlingen errichtet wurde, bleibt weiter unbewohnt. Die Bezirksregierung Arnsberg hat stattdessen jetzt grünes Licht für die Nutzung des leerstehenden St. Barbara-Hospitals gegeben. 300 Asylbewerber sollen dort Platz finden.
Schüler-Demo gegen Rechts weckt Interesse des Staatsschutzes
Demonstration
Eigentlich wollten die Schüler in Duisburg eine Demonstration gegen Rechts auf die Beine stellen, hatten den Protestzug auch ordnungsgemäß angemeldet, aber wegen eines Formfehlers das Interesse des Staatsschutzes auf sich gelenkt. Jetzt haben sie die Demonstration am Samstag ganz abgesagt.
Falscher Streifenwagen - Duisburger soll Bußgeld zahlen
Polizeiauto
Christopher Sapendowski fährt einen nachgemachten Streifenwagen. Weil auf dem Dach ein Blaulicht geleuchtet haben soll, soll er ein Bußgeld bezahlen. Er wehrt sich dagegen vor Gericht: Der Kasten enthalte gar keine Technik. Doch drei Polizeibeamten sind sicher, dass sie das Leuchten gesehen haben.
Vater soll Sohn hinterrücks mit Messer niedergestochen haben
Familiendrama
Ein 72-jähriger Mann soll in der gemeinsamen Duisburger Wohnung hinterrücks auf seinen 41 Jahre alten Sohn eingestochen und ihn lebensgefährlich verletzt haben. Auslöser für die Tat war nach Polizeiangaben ein familiärer Streit. Wegen versuchten Mordes sitzt der Vater nun in Untersuchungshaft.
Umfrage
In Duisburg gibt es noch zwei große Warenhäuser. Karstadt ist seit geraumer Zeit in den Turbulenzen. Jetzt sollen es neue Sortimente und Beschäftigte in Teilzeit rausreißen. Ist Karstadt für Sie als Kaufhaus noch attraktiv?

In Duisburg gibt es noch zwei große Warenhäuser. Karstadt ist seit geraumer Zeit in den Turbulenzen. Jetzt sollen es neue Sortimente und Beschäftigte in Teilzeit rausreißen. Ist Karstadt für Sie als Kaufhaus noch attraktiv?

 
Fotos und Videos
I-Dötzchen aus Duisburg
Bildgalerie
Einschulung
QR-Codes im Duisburger Kantpark
Bildgalerie
Kantpark