FOC-Kritiker: Stadt soll aussteigen

Der NRZ-Bericht von Mittwoch über die erneuten Verzögerungen beim Factory Outlet Center (FOC) hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. „Inakzeptabel“ nennt Wählerbündnis Sozial, Gerecht, Unabhängig (SGU) den Zustand, dass sich die Entwicklung des FOC auf dem Gelände der Rhein-Ruhr-Halle nun schon seit Jahren hinziehe, und noch immer kein Ende in Sicht sei.

Die Stadt Duisburg lasse die Bewohner des Zinkhüttenplatzes weiter in Ungewissheit, sagt der SGU-Vorsitzende Karlheinz Hagenbuck und fordert, den Ratsbeschluss zum FOC aufzuheben: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“ Die beiden Volksparteien sollten den „Mut zur Kehrtwende“ beweisen: „Zeigen Sie Größe und gestehen Sie sich Ihre Fehler ein. Die Planung des Factory Outlet Centers war von Anfang an eine falsche Entscheidung“, appelliert der SGU-Ratsherr an die Politiker von SPD und CDU.

Wie berichtet hätte der Projektentwickler Douvil bis zum 31. Dezember 2014 die nachgebesserten Verkehrs- und Störfallgutachten vorlegen müssen. Dass die Stadt von einem möglichen Rücktrittsrecht zum Grundstückverkauf Gebrauch macht, hält Hagenbuck jetzt für „mehr als angebracht.“

Auch die Bürgerinitiative Zinkhüttenplatz reagierte auf den NRZ-Bericht. Sprecher Helmut Mattern kündigte an, dass die Initiative gerichtlich gegen einen Ratsbeschluss zum Baurecht vorgehen werde. Und er ist sich sicher, dass die Firma Grillo ebenfalls klagen werde, da „sie ansonsten befürchten muss, in Zukunft nicht unerhebliche Auflagen auf ihre Produktionsstätten zu bekommen.“ Zudem befürchte das Unternehmen bei dem zu erwartenden Verkehrschaos Probleme mit der eigenen Logistik und dem An- und Abtransport der Güter, erklärte Mattern.

Die Initiative fordert nicht nur den Ausstieg der Stadt aus dem Projekt: Alle Ratsleute hätten das Recht, sich sämtliche Verträge zeigen zu lassen. Nur sie könnten aufklären und für offene Karten und einen demokratischen Prozess sorgen.