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Flottes Konzert im kleinen Schwarzen

29.05.2011 | 17:01 Uhr
Flottes Konzert im kleinen Schwarzen
Salut Salon. Sie spielen achthändig und liegend Klavier oder zu zweit Geige. Munter würzen die vier Damen von Salut Salon Klassik mit einem Spritzer Humor. Thomas Wingenfelder

Duisburg.Verrückter, verspielter, aber auch verführerischer – sie sind wirklich anders als all die anderen, die vier Damen des klassischen Quartettes „Salut Salon “. Bei ihrem umjubelten Gastspiel im nahezu ausverkauften Theater am Marientor zeigten die vier flotten Damen aus Hamburg am Sonnabend, was sie in den Fingern haben. Frech, kokett, charmant, äußerst beweglich und ungemein musikalisch präsentierten sie im „kleinen Schwarzen“ ein klassisches Konzert der etwas anderen Art…

Die beiden Violinistinnen Angelika Bachmann und Iris Siegfried gründeten ihr munteres Ensemble 2000 in der Hansestadt. Später stießen noch die Violoncellistin Sonja Lena Schmid und die Pianistin Anne-Monika von Twardowski hinzu. Schon bald machten die vier attraktiven Künstlerinnen mit ihren musikalisch perfekten, aber skurrilen, eigenwilligen Auftritte landauf landab von sich reden und hören, im In- und Ausland. Ausgedehnte Konzertreisen brachten „Salut Salon“ durch ganz Europa bis nach China und Amerika . Seitdem exportiert das begabte, virtuose Quartett nicht nur deutsches Kulturgut ins Ausland, es importiert auch musikalische Eindrücke.

Musikalische Weltreise

Wenn Bruder Jakob auf Bach trifft

Folgerichtig hieß das facettenreiche Programm „Um alles in der Welt“, eine musikalische Weltreise. Der erste Teil führte die vier jungen Globetrotterinnen gleich vier Schwänen auf der Moldau und der Donau Richtung Schwarzes Meer, bevor die jungen Damen über die Türkei und Indien im Reich der Mitte ankommen. Da wechselten sich in schneller Folge Kompositionen von so unterschiedlichen Meistern wie Mendelssohn-Bartholdy, Schumann und Liszt mit Werken von Tschaikowsky, Smetana, Strauss, Ravel oder Mozart ab, gemischt mit türkischen, indischen und chinesischen Weisen. Das klang alles sehr harmonisch und präzise. Es hätte also ein ganz normales, seriöses Klassikkonzert gewesen sein können. Aber weit gefehlt…

Handpuppe Oscar

Denn bevor es zu ernst wurde, stimmte Sängerin Iris Siegfried den chinesischen Gassenhauer „Pflücke nicht die wilden Blumen, die am Wegesrand steh’n“ an, ausgerechnet ein zwanzig Jahre alter Pop-Hit aus China repräsentierte das Reich der Mitte musikalisch. Das Publikum lachte, zeigte sich wie so oft an diesem Abend sichtlich amüsiert. Dann trat die Handpuppe Oscar auf griff der überraschten Pianistin in die Tasten und der irritierten Violoncellistin in die Saiten. Und auf der musikalischen Rückreise klapperten die jungen Damen immer wieder rhythmisch mit Händen und Geigenbögen auf ihre Instrumente.

Nachdem „Salut Salon“ den zweiten Teil des Konzerts zur allgemeinen Überrauschung mit der „Tatort“-Titelmelodie eingeleitet hatte, blieben die vier Musikerinnen noch eine Weile im zaristischen Russland. Die Rückreise endete nach einem Ausflug über Spanien und Argentinien in Frankreich mit dem Finale „Fre´re Jacques“.

Martin Krampitz

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