Flickenteppich Königstraße

Foto: Lars Heidrich

Innenstadt..  Die Königstraße ist ein Flickenteppich. Während Fußgänger in Shoppinglaune in anderen Städten über Prachtboulevards spazieren können, ist von dem hübschen grauen Granitbelag nicht mehr viel übrig. Zahlreiche Platten sind gebrochen. Die Löcher wurden mit Beton oder anderen Steinen wieder aufgefüllt. Schön sieht das nicht aus. An einigen Stellen droht ob der losen Platten sogar Stolpergefahr, moniert die FDP – und stellte in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung denn auch die Frage, ob sich daran etwas ändern werde. „Der König-Heinrich-Platz ist das Aushängeschild, wenigstens dort könnte die Stadt doch nachbessern“, schlägt Frank Albrecht von den Liberalen vor. Doch die Sache ist kompliziert.

„Pro Jahr stehen der Stadt rund 118 000 Euro für Ausbesserungsarbeiten im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung. Ein Quadratmeter Granitplatten kostet aber schon zwischen 250 und 350 Euro“, erklärt Ottmar Schuwerack, Leiter des Bezirksamts Mitte. Für 400 Quadratmeter kommen 170 000 Euro zusammen – und die gesamte Fußgängerzone ist weitaus größer.

Das grundsätzliche Problem ist die Konstruktion: Unter den Platten befinde sich eine wasserundurchlässige Betonplatte. Der Regen schwemmt mit der Zeit das Dichtungsmaterial aus, die Steine werden locker. „Durch den Anlieferverkehr brechen die Platten zusätzlich“, so Schuwerack. Eigentlich dürfen nur Lkw bis fünf Tonnen die Königstraße befahren. Doch bei Märkten und Festen wird dieses Gewicht oftmals überschritten. Doch der Stadt fehlt das Personal, um die Anlieferung permanent zu überwachen.

Zurzeit liegen 20 Aufträge für Ausbesserungen auf der Königstraße vor. Drei sind reine Schadenstellen, 17 andere Gefahrenstellen. Diese Reparaturen, zu denen etwa die typischen Laufwege der Passanten gehören, haben Vorrang. Stellen in der Nähe von Brunnen werden als nicht so wichtig eingestuft.

Bei den Ausbesserungsarbeiten werden die kaputten Flächen mit einem neuen Beton gefüllt, damit das Wasser ablaufen kann. Inzwischen sind die Firmen dazu übergegangen, kleine Steine zu verlegen – die sehen besser aus, als schwarze Asphalt-Flecken. „Die 10x20 Zentimer großen Steine sind zudem stabiler“, so Schuwerack.