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Firma gründete Hilfsfonds „Wir leisten Hilfe“ für Loveparade-Opfer

19.07.2011 | 15:11 Uhr
Firma gründete Hilfsfonds „Wir leisten Hilfe“ für Loveparade-Opfer
Ein Düsseldorfer Unternehmen gründete nach der Loveparade-Katastrophe den Verein „Wir leisten Hilfe“. Das Unternehmen richtete einen Hilfsfonds mit 30.000 Euro Startkapital ein. Foto: Sascha Schuermann/dapd

Duisburg.DerWesten stellt die Gruppen vor, zu denen sich Bürger nach der Loveparade zusammengeschlossen haben. Ein Düsseldorfer Unternehmen hatte nach der Katastrophe den Verein „Wir leisten Hilfe“ gegründet und einen Hilfsfonds eingerichtet.

Nach der Loveparade-Katastrophe haben sich in und um Duisburg Bürger zu Gruppen, Initiativen und Vereinen zusammengeschlossen. Sie engagieren sich für unterschiedliche Ziele, treten mitunter dennoch gemeinsam auf oder unterstützen sich gegenseitig. DerWesten stellt die Gruppen in loser Folge in ausführlichen Steckbriefen vor: nach Initiative Spendentrauermarsch , Neuanfang für Duisburg , Lothar Evers , Never forget , Bürgerkreis Gedenken und Massenpanik Selbsthilfe nun „Wir leisten Hilfe“. Hinter dem Verein steckt das Düsseldorfer Unternehmen Westfälischen Grundbesitz und Finanzverwaltung (WGF) AG:

Wer?

„Wir leisten Hilfe“ ist ein eingetragener Verein, den Pino Sergio, Vorstandsvorsitzender der Westfälischen Grundbesitz und Finanzverwaltung (WGF) AG, kurz nach der Katastrophe von Duisburg ins Leben gerufen hat. Der Vorstand des Vereins besteht aus dem Vorsitzenden Pino Sergio und seinen beiden Stellvertretern Raffaele Lino und Paul Zimmer. Auf Nachfrage der Redaktion erklärte eine WGF-Mitarbeiterin, dass in Kürze „Umstrukturierungen im Verein anstehen“. Die WGF AG, ein Immobilienhandels- und Investmenthaus, wurde 2003 in Düsseldorf gegründet.

Warum?

„Wir sind schockiert darüber, was hier in unserer unmittelbaren Nachbarschaft geschehen ist. Wir wollen nicht zusehen und warten, bis die Verantwortlichen für diese Tragödie zur Rechenschaft gezogen werden können“, schreibt Pino Sergio auf der Homepage des Vereins „Wir leisten Hilfe“. Unter den Opfern seien viele junge Menschen, zum Teil Härtefälle, bei denen kein soziales Netz greife und keine Versicherung zahle. An diese Menschen richte sich die Hilfe des Vereins.

Aktivitäten

Das Düsseldorfer Unternehmen hat 2010 einen Hilfsfonds mit einem Startkapital von 30.000 Euro eingerichtet. Auf seiner Website gibt der Verein an, unter anderem für Überführungs- und Beerdigungskosten, aber auch für Psychotherapiekosten zur Aufarbeitung traumatischer Ereignisse aufkommen zu wollen.

Jürgen Hagemann, Vorsitzender des Vereins „Massenpanik Selbsthilfe“ berichtet von einem Beispiel für finanzielle Hilfe: Als eine Frau Anfang 30 wegen ihrer bei der Massenpanik erlittenen Verletzungen erwerbsunfähig wurde und als Bezieherin von Arbeitslosengeld II (ALG II) einen Monat mittellos war, spendete „Wir leisten Hilfe“ das benötigte Geld.

Pino Sergio trat zudem im Dezember 2010 öffentlich in Erscheinung, als er Kritik an der Aufarbeitung der Loveparade äußerte. Zum Jahrestag der Loveparade will der Verein die aktive Hilfe einstellen. Sergio übergab daher als letzte Handlung des Vereins die verbliebene Spendensumme von 19.300 Euro der Stiftung Notfallseelsorge für deren weiteren Einsatz für die Opfer der Loveparade-Katastrophe in Duisburg.

 

Kooperationen

Der Verein arbeitet mit Ombudsmann Wolfgang Riotte, Staatssekretär a.D., der von der NRW-Staatskanzlei eingesetzt wurde, zusammen. Laut Verein bestehe zudem eine Kooperation mit der Unfallkasse NRW. Außerdem arbeitet „Wir leisten Hilfe“ eng mit der Stiftung Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland zusammen, wie Notfallseelsorgerin Jutta Unruh bestätigt.  

Kathrin Klottka

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Kommentare
19.07.2011
22:25
Firma gründete Hilfsfonds „Wir leisten Hilfe“ für Loveparade-Opfer
von turnaround | #2

Danke an die WGF AG. Wo die öffentliche Verwaltung gnadenlos versagt hat, greift private Hilfe. Wie @taosnm bereits schrieb: Das macht Mut.

19.07.2011
22:05
Firma gründete Hilfsfonds „Wir leisten Hilfe“ für Loveparade-Opfer
von taosnm | #1

Offenbar ist es ein Naturgesetz, dass Bürger sich in Katastrophensituationen immer wieder beweisen. Die Verantwortlichen in Duisburg schleichen sich davon, während selbst in der Nachbarstadt ein Hilfsverein gegründet wird. Man muss sich fragen, ob dem Rat und der Verwaltung der Stadt Duisburg überhaupt bewusst ist, wie beschämend es ist, wenn sie selbst sich abducken, während Hilfe von aussen kommt, für die es nur einen Grund gibt: helfen der Hilfe wegen. Das macht Mut!

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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