Finanzspritze als Eigentherapie

Über 200 Millionen Euro frisches Geld steckt die Stadt in ihren Konzern. Sie gibt diese gigantische Summe nicht irgendwo hin oder verpulvert sie, sondern investiert sie faktisch für sich selbst, für die Energieversorgung ihrer Bürger und indirekt in die Querfinanzierung ihres städtischen Nahverkehrs. Bus & Bahn sind per se defizitär und wurden bislang durch die Gewinne aus den Stadtwerken finanziert. Zur Erinnerung: Allein diese Querrechnung bringt 15 Mio Euro bares Geld durch Steuerverrechnungen.

Die Grünen haben ja recht, dass auch unternehmerische Gemächlichkeit in der Vergangenheit die deutsche Energiesparte schwächte - vor allem die Großkonzerne, auch die kommunalen Energieversorger. Aber die Wucht der Energiewende ist nicht Duisburgs Schuld oder die seiner Stadtwerke. Durch sie fehlen jetzt die Energie-Gewinne und droht der Kollaps für die Stadtwerke und damit auch für das Nahverkehrs-Finanzierungssystem.

Andere Stadtwerke stehen vor der Pleite, haben schon die Unternehmensberater im Haus. Duisburg springt seinen Stadtwerken jetzt bei. Deren Sparprogramm und Energiewende-Gegenmittel sind hart, einschneidend und wirken zukunftsweisend. Das dürfte in der Düsseldorfer Finanzaufsicht bei der Genehmigung des Mega-Kredits eine Rolle spielen – immerhin geht es hier um einen gewichtigen Präzedenzfall.