Finanzielle Unregelmäßigkeiten belasten Duisburger Tierschutzverein

Der kommissarische Vorstand des Tierschutzvereins ( v.l.Julia Hörst, Christian von Coll, Diethelm von Coll) konnte auch kein Licht ins Dunkel bringen.
Der kommissarische Vorstand des Tierschutzvereins ( v.l.Julia Hörst, Christian von Coll, Diethelm von Coll) konnte auch kein Licht ins Dunkel bringen.
Foto: WAZ-Fotopool
Was wir bereits wissen
Dem führungslosen Tierschutzverein in Duisburg droht das Aus. Es gibt Unklarheiten darüber, was aus dem Vereinsvermögen geworden ist. Der alte Vorstand bestreitet, dass es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Ende Januar muss eine außergewöhnliche Mitgliederversammlung entscheiden, wie es weitergeht.

Duisburg.. Im Jahr 2012 hätte der Tierschutzverein Duisburg eigentlich sein 125-jähriges Vereinsjubiläum feiern können. Zur Feier kam es freilich nicht. Zu schlecht waren die Nachrichten im abgelaufenen Jahr und zu turbulent die Ereignisse um den ins Zwielicht geratenen ehemaligen Vereinsvorstand. Über die Zukunft des Vereins wird nun Ende Januar eine außerordentliche Mitgliederversammlung entscheiden müssen.

Dann wird fast genau ein Jahr vergangen sein, nachdem sich aktuelle und ehemalige Vereinsmitglieder an die WAZ wandten und über vermeintliche finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Vereinsführung berichteten. Zahlreichen Spendern, auch größerer Summen, wurden bis Januar 2012 keine Spendenquittungen ausgestellt. Aus dem Vereinsvermögen sollen außerdem zinslose Darlehen an Dritte vergeben worden sein.

Ehemaliger Vorstand bestreitet Vorwürfe

Auch soll es Bargeld-Entnahmen von Tierschutzvereins-Konten gegeben haben, ohne jedoch den Zweck der Entnahmen zu erklären. Außerdem ist die Frage unbeantwortet, was mit rund 180.000 Euro geschah, die 2011 aus dem Verkauf eines vereinseigenen Hauses erzielt wurden.

Der ehemalige Vorstand des Vereins bestreitet bis heute, dass es Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Der Vorstand war nach einer turbulenten Jahreshauptversammlung Ende Januar 2012 zurückgetreten, ohne den Mitgliedern Rechenschaft abzulegen. Im Verlauf dieser Versammlung hatte der Vorstand den Verein eigentlich auflösen wollen.

Mitgliederversammlung soll Ende Januar stattfinden

Die Walsumer Christian und Dieter von Coll – Vater und Sohn – hatten anschließend als Mitglieder eines Notvorstands versucht, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, in deren Rahmen ein neuer Vorstand gewählt werden sollte.

Dies misslang im Sommer 2012. Wie beide heute sagen, auch, weil ihnen vom alten Vorstand nicht die Adressen aller Vereinsmitglieder zugänglich gemacht worden seien.

Die Versammlung geriet jedenfalls erneut zur Farce und das Amtsgericht setzte schließlich Ende Oktober den Rechtsanwalt Dr. Andreas Röpke, einen Fachanwalt für Insolvenzrecht, befristet als Notvorstand ein. Dessen einzige Aufgabe soll es sein, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, zu leiten und durchzuführen. Diese soll Ende Januar stattfinden. Zeitpunkt und Ort werden auch in dieser Zeitung veröffentlicht.

Keine Verbindung zwischen Tierschutzzentrum und Tierschutzverein

Monika Lange vom Duisburger Tierheim in Neuenkamp verfolgt die Berichterstattung dieser Zeitung zum Thema mit Interesse. Allerdings: „Mir ist es sehr wichtig, zu sagen, dass wir als Tierschutzzentrum Duisburg e.V. überhaupt nichts mit dem Tierschutzverein zu tun haben.“ Viele Bürger verwechselten dies und hätten die Spenden für das Tierheim und den Verein Tierschutzzentrum Duisburg e.V. merklich zurückgefahren: „Mir ist es ganz wichtig, darauf hin zu weisen: Das Tierheim in Neuenkamp hat nichts mit dem Tierschutzverein Duisburg e.V. zu tun.“ Info: www.duisburger-tierheim.de.