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Feierstunde in Duisburg: 50 Jahre Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

26.10.2015 | 08:00 Uhr
Feierstunde in Duisburg: 50 Jahre Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Im stadthistorischen Museum feierte die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Duisburg-Mülheim-Oberhausen ihren 50. Gründungstag. Im Bild Michael Rubinstein, Rainer Hoffmann, Leonie Türnau, und Frank Hufschmidt (v.l.n.r.).Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Duisburg.   Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit feiert den 50. Jahrestag ihrer Gründung. Michael Rubinstein: Muslime in Deutschland mit einbeziehen.

Seit 50 Jahren besteht nunmehr die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Duisburg-Mülheim-Oberhausen. Dieses Jubiläum wurde im Beisein von Repräsentanten aus Politik und Kirche am Sonntag im Stadthistorischen Museum am Innenhafen bei einer Festveranstaltung gebührend gefeiert.

Für die Stadt Duisburg gratulierte Bürgermeister Volker Mosblech, der den Einsatz der Gesellschaft für „die Verständigung zwischen Christen und Juden“ als einen „gelungenen Beitrag zur friedlichen Zusammenarbeit in der Stadt“ lobte. Der eingeladene Alt-OB Josef Krings, der wie Oberbürgermeister Sören Link wegen eines anderen Termins nicht vor Ort sein konnte, erinnerte in seinem Grußwort an die vielen gemeinsamen Begegnungen mit ehemaligen jüdischen Bürgern Duisburgs, die ihre Heimat in der Nazizeit verloren hatten und zu Krings OB-Zeiten die Stadt zum ersten Mal wieder besuchten. Bei diesen hochsensiblen Begegnungen habe die Unterstützung der GCJZ „eine wichtige Rolle gespielt“ und vielfach sei es somit zu einer „Aussöhnung mit der Heimat“ gekommen.

Markus Zaja (Klarinette) und Ralf Kaupenjohann (Akkordeon) sorgten mit ihren musikalischen Beiträgen für den stimmigen Rahmen. Rainer Hoffmann von der Jüdischen Gemeinde, der durch das knapp zweistündige Programm führte, sprach bei den traditionellen Klezmer-Klängen von „Musik, die die Seele anspricht“.

Kritischer Dialog mit Muslimen

Hoffmann moderierte auch die Talkrunde mit GCJZ-Gründungsmitglied Angelika Köster-Loßack, mit Pfarrer Werner Goeke, der von 1977 bis 1988 den Schüleraustausch mit Israel organisierte, und Brigitta Strauß-Bohn, die als Hildegardis-Schülerin am Programm teinahm. Im Zentrum der Festveranstaltung stand die Rede des ehemaligen Geschäftsführers der Jüdischen Gemeinde, Michael Rubinstein, der seit einem Vierteljahr in Düsseldorf Geschäftsführer des Landesverbands Nordrhein ist.

„Zum Tango gehören immer zwei“ betitelte Rubinstein seinen Festvortrag . Der eher ungewöhnliche Titel sollte verdeutlichen, dass es andauernder Bemühungen bedarf, den Dialog zwischen den Religionen mit Leben zu füllen. Da sei weiterhin „viel Licht und viel Schatten“. Auch wenn es in rund 80 deutschen Städten Gesellschaften für Zusammenarbeit gebe, seien die rund 20 000 Mitglieder insgesamt immer noch eine Minderheit im gesellschaftlichen Gefüge.

Wichtig für die Zukunft sei, dass es nicht alleine beim Dialog zwischen Christen und Juden bleibt, erforderlich sei ein „Trialog“, bei dem in Deutschland lebende Muslime einbezogen werden. Rubinstein hält den interreligiösen Dialog für wichtig, er „kann die Gesellschaft friedlicher machen“. Dabei soll nicht der „Minimal-Konsens“ gesucht werden, man solle durchaus „offen und ehrlich miteinander streiten“.

Mehr Engagement sei allerdings erforderlich, so Michael Rubinstein. Er stellte fest, dass zwar „alle die Wichtigkeit des Dialogs betonen, aber wenige bereit sind, den Dialog auch zu führen“.

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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/feierstunde-in-duisburg-50-jahre-christlich-juedische-zusammenarbeit-id11217669.html
2015-10-26 08:00
Duisburg, Christen, Juden, christlich, jüdisch, Synagoge, Michael Rubinstein, Sören Link
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