Expressionisten im Lehmbruck-Museum entdecken

„HIghligts“ aus der bemerkenswerten Sammlung des Hauses sind zu sehen, hier Bilder von Karl Schmdt-Rottluff und eine Bronze von Ernst Barlach.
„HIghligts“ aus der bemerkenswerten Sammlung des Hauses sind zu sehen, hier Bilder von Karl Schmdt-Rottluff und eine Bronze von Ernst Barlach.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Lehmbruck-Museum ist wieder eine Auswahl von Bildern zu sehen aus den Künstlervereinigungen „Brücke“ und „Blauer Reiter“.

Duisburg.. Gut ein Jahr nachdem die Ausstellung „Bilder des Aufbruchs“ zu sehen war, die den Zusammenhang zwischen Expressionismus und Wilhelm Lehmbruck beleuchtet hat, sind wieder expressionistische Bilder im Lehmbruck-Museum zu sehen. Unter dem Titel „Highlights des Expressionismus“ hat Kuratorin Dr. Marion Bornscheuer herausragende Werk der Museumssammlung ausgewählt, die im Souterrain unter der Glashalle, geschützt vor direktem Tageslicht und räumlich intim, präsentiert werden. Es handelt sich um Gemälde bedeutender „Brücke“-Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff ebenso wie die der ihrer Künstlerkollegen vom „Blauen Reiter“, August Macke und Alexej von Jawlensky.

Sie waren bei der Expressionismus-Ausstellung nicht zu sehen und sind zum Teil schon lange nicht aus dem Depot geholt worden wie die besonders lichtempfindlichen Arbeiten auf Papier, die in einem Kabinett präsentiert werden. Darunter die fantastisch zarte „Winterlandschaft“ von Emil Nolde oder der „Frauenkopf“ von Jawlensky. „Das könnten Neuentdeckungen für die Besucher sein“, sagt Bornscheuer.

Schwarzweiß-Fotografien von Kirchner

Das gilt auch für die kleine Auswahl von Schwarzweiß-Fotografien, die Ernst-Ludwig Kirchner aufgenommen hat, darunter eine der ältesten Fotografien der Sammlung von 1928: „Der Zeichner im Wald mit zwei nackten Modellen“. Fotografiert hat Kirchner als Erinnerungsstütze für den Winter, wenn es schlicht zu kalt war zum Malen im Freien.

Dieses Arbeiten in der Natur war ja zentral für die Künstler. Die Ausstellung zeigt die Bilder in zwei Gruppen: die Landschaften und die Badenden. „Man kann sehen, wie abstrakt sie schon waren“, sagt Bornscheuer. Noch traditionell Erich Heckels „Windmühle in Dangast“, sichtlich von van Gogh inspiriert mit einem gelb-rot-feurigen Feld. Emil Noldes „Meer am Abend“ hingegen ist ein rares Motiv dieser Kunstrichtung, die doch so sehr auf leuchtende Farben setzte; hier ist die Sonne bereits untergegangen, ihr Licht spiegelt sich noch auf der Wasseroberfläche. „Typisch Nolde“ hingegen die farbstarken „Frauen im Blumengarten“.

Mensch und Natur im Einklang zeigen die „Badenden“. Neben den Bildern von Otto Mueller und Erich Heckel auch ein wunderschöner Rückenakt von August Macke. Zwei Bronzen von Ernst Barlach runden die Ausstellung ab, die bis zum 9. August bleibt.