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Grüngürtel

Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert "Abriss stoppen"

04.02.2012 | 10:48 Uhr
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert "Abriss stoppen"
Christoph Zöpel (l.) und Mitstreiter vor der Gaststätte „Schwarzer Diamant“ in Bruckhausen. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Bruckhausen habe Zukunft, der Abriss für den Grüngürtel müsse gestoppt werden, fordert Christoph Zöpel. Der frühere der NRW-Bauminister wirbt für ein Abriss-Moratorium, für ein neues Nachdenken über den Grüngürtel, für den 175 Gebäude abgerissen werden sollen.

Der „Coiffeur Elegance“ an der Dieselstraße hat bessere Tage gesehen, wie der ganze Stadtteil Bruckhausen . Kamm und Schere sind vor Jahren oder Jahrzehnten letztmals geschwungen worden, jüngeren Datums ist die tote Ratte vorm verstaubten Schaufenster. Dennoch habe Bruckhausen Zukunft, müsse der Abriss für den Grüngürtel gestoppt werden, fordert Christoph Zöpel.

Im „Schwarzen Diamanten“, der zum türkischen Café gewordenen Traditionseckkneipe gegenüber der längst abgerissenen Kokerei „August Thyssen“, warb der NRW-Bauminister der Jahre 1980 bis 1990 gestern für ein Abriss-Moratorium, für ein neues Nachdenken über den Grüngürtel, für den 175 Gebäude abgerissen werden sollen.

Wertvolle Siedlungen gerettet

„Abriss ist das Fantasieloseste, was man machen kann“, wandte sich Zöpel gegen „die erste Flächensanierung seit 1982“. Er habe in seiner Amtszeit solchen Maßnahmen ein Ende bereitet, dadurch seien beispielsweise wertvolle Arbeitersiedlungen vorm großflächigen Abräumen gerettet worden. Zöpel kündigte an, in den nächsten Tagen sowohl mit der Stadtdirektor Peter Greulich als auch mit Vertretern von Thyssen-Krupp-Stahl Gespräche zu führen über Alternativen zum Abriss des westlichen Bruckhausen.

„Das ist zu drehen“, hofft auch Roland Günter, der „Retter“ der Oberhausener Siedlung Eisenheim, auf ein Umdenken über Bruckhausen mit seiner teils stattlichen Bausubstanz: „Das war kein elender Stadtteil.“ Das Geld, was in den Abriss und in die Anlage des Grüngürtel investiert werde, könne auch in eine „Renaissance“ des Stadtteils fließen. Studenten könnten dort preiswerte Wohnungen finden, schlug Zöpel vor, der Stadtteil sei ideal für Architektur- und Stadtplanerbüros und eine Chance nicht nur für türkischstämmige Wirte. Zudem sei es möglich, sozialen Wohnungsbau in derzeit leer stehenden Gebäuden zu etablieren – was mit Fördergeldern verbunden wäre.

Appell an die Stadt

Der Sozialdemokrat, der nach seiner Ministerzeit in NRW Staatsminister im Auswärtigen Amt war, appellierte an die Verantwortlichen bei Stadt, Land und Thyssen-Krupp, „ein paar Wochen Pause zu machen mit Abrissen“. Wenn man sich wegen schrumpfender Bevölkerung von Wohnungen trennen müsse, sei ein Konzept erforderlich. Beispielsweise könne auch daran gedacht werden, Hochhäuser zu „köpfen“, also die oberen Etagen abzutragen. Jedenfalls, so Zöpel, müsse der Stadtumbau „sozialverträglich und kulturell“ erfolgen. Er gestand durchaus zu, dass in Bruckhausen nicht jedes Haus erhalten werden müsse.

Duisburg von oben

 

Willi Mohrs

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Kommentare
10.02.2012
17:56
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von Andreas45141 | #30

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/1514999/display/27027081

10.02.2012
12:05
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von dr_john_becker | #29

Ich möchte noch eine Kleinigkeit hinzufügen: Diese Häuser haben in 100 Jahren Menschen kommen und gehen sehen, manch einer hat in diesen Mauern vielleicht sein ganzes Lebens zugebracht. Sie sind Zeitzeugen der Vergangenheit, sie haben ganze Leben beherbergt. Insofern haben diese Häuser in meinen Augen eigentlich mehr Berechtigung dort zu stehen, als die meisten Verantwortlichen gegenwärtig das Recht besitzen über sie zu richten. Hier geht es um temporäre Überlegungen, um politische Entscheidungen in einer 4-jährigen Amtszeit, um Eitelkeiten und vorübergehendes Gewinnstreben - diese Häuser sind aber soviel mehr als das; mehr, als man in Geld jemals aufwiegen könnte. Ich weiß, dass dafür vielen das (Mit-)Gefühl, die Empathie, fehlt, und das finde ich sehr, sehr traurig.

10.02.2012
12:00
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von dr_john_becker | #28

Hierzu ein Auszug auf einer Unterhaltung auf flickr; es sei angemerkt, dass sich viele große Fotografen und Künstler der Region gegen einen Abriss aussprechen; auch ich würde mich liebend gerne als Fotografie-Student an einer sinnvollen Umnutzung der noch nicht abgerissenen Häuser beteiligen, z.B. in Form eines Künstlerhauses; hier wäre so viel (!) Potenzial für Kultur und für ein ergiebiges Miteinander - schändlich, dass es nicht genutzt wird. Zu dem Vorredner: Das Grün in Bruckhausen wird nichts weiter werden als eine verköttelte Grünanlage für 2 Alkis, und das auf Kosten von +100 Jahre alter, schützenswertester Jugendstil-Architektur, die ein integraler Bestandteil der Duisburger Geschichte Kultur und Tradition waren und sind! Die Häuser können nichts dafür, dass sie jüngst von einigen Osteuropäern als illegale Unterschlüpfe genutzt wurden, und es gibt genügend Nutzungs-Alternativen (Ausstellungsräume, Aterliers, Werkstätten - ich kenne genügend Leute, die Interesse hätten, und wie bereits erwähnt wäre ich auch sofort dabei!).

Der Auszug:

,,als ich das werk das erste mal sah war mein erster gedanke "wow - das ist das ruhrgebiet, zumindest das, was davon noch übrig ist". sieht man die bilder von haiko hebig, riesige brachflächen mit dem bildtitel "zeche soundso" oder beliebige einkaufszentren mit dem titel "stahlwerk soundso", dann kann man gerade als jemand, der wie ich auch einer relativ beliebigen stadt kommt, die wut bekommen. deswegen hoffe ich auch, daß das werk, wie auch die wohnhäuser hier, möglichst lange erhalten bleiben. ich denke, für duisburg ist es noch nicht zu spät, wenigstens etwas von seiner einzigkeit zu bewahren."

,,Genau das ist ja das Problem: Dass es (politische, wirtschaftliche) Kräfte gibt, die - ob bewusst oder unbewusst - den Städten Ihre ureigene Identität rauben wollen, im Ruhrgebiet vielleicht noch mehr als woanders. Aus mir nicht nachvollziehbaren Motiven heraus ist es ja gerade die von Dir erwähnte Austauschbarkeit, die vieler Orts angestrebt wird. Die Idee von Haiko finde ich übrigens großartig, da Sie einem genau diesen Prozess schonungslos vor Augen führt. Auf der anderen Seite zeigen die in Stahl+Stadt gegenübergestellten Fotos von Bernd Langmack ja, dass es in Duisburg noch nicht endgültig ,,zu spät" ist, wie z.B. in Dortmund - eine Mahnung, die aber bei den Verantwortlichen verhallt. Was bleibt, sind einige wenige Stellen des offenen Selbstbetruges, an denen die vermeintliche Industriekultur gefeiert wird, z.B. auf Zeche Zollverein, die jedoch in ihrem Hochglanzlook so viel gemein haben mit wirklicher Tradition / Kultur des Ruhrgebiets (welche dann wohlgemerkt nur noch als bloße Erinnerung existiert) wie ein irischer Pub in Einkaufszentren auf der Grünen Wiese originale irische Lebensart zu vermitteln vermag."

06.02.2012
07:06
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von Petralina | #27

Warum mischt sich eigentlich Krings immer wieder in die aktive Lokalpolitik ein??
Während seiner Amtszeit begann schließlich der Stillstand bezüglich einer fortschrittlichen Stadtentwicklung.

1 Antwort
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von differenzierende | #27-1

Ich erlebe diesen Herrn in den letzten Jahren mehr physisch als intellektuell anwesend. Die SPD meint, mit ihm bei den Alten zu Punkten. Ich bin Mitte 60 und finde, dass er noch nie eine politische Meinung vertrat.

06.02.2012
06:34
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von KNemo | #26

Manche Bruckhausener, muss es heißen. Viel wissen sehr genau, was man ihnen und ihrem Stadtteil antut.

06.02.2012
06:15
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von KNemo | #25

Wer die Zusammenhänge nicht versteht, dem ist nicht zu helfen.
Es ist sehr schade, dass die Bruckhausener sich gegeneinander ausspielen und benutzen lassen.

05.02.2012
22:30
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von pfadfinder | #24

An entfilzer,
vielen dank sie Sprechen mir aus derSeele !!!!!!

05.02.2012
21:18
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von pfadfinder | #23

Sorry meinte Nachdenken !!!!

05.02.2012
21:16
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von pfadfinder | #22

Also ich Wohne in Bruckhausen und wünsche mir nichts sehnlicher als das die verkommenen Häuser endlich abgerissen werden.dann können sie auch kein Unterschlupf mehr für Osteuropäer bieten.Ich freue mich schon das endlich etwas Grün unser Ort Schmücken soll.Also wenn sie langeweile haben suchen sie sich doch bitte andere Opfer ,und lassen uns in Ruhe.Wir brauchen keine Ex Minister oder so wie Frau Gems die Bruckhausen RETTEN wollen.

Denn nachdengen scheint nicht so ihre stärke zu sein.

Und hier können sie meinen Beitrag nicht löschen wie auf FACEBOOK Frau Gems!!!

05.02.2012
19:35
Ex-Minister Zöpel in Bruckhausen fordert
von Andreas45141 | #21

an hansreiner | #20

die untere Denkmalschutzbehörde muß im Sinne der Stadt handeln ;..)

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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