Ex-Fahning-Angestellte plant Treffen in Duisburg

Das Kaufhaus Fahning in den 50er Jahren.
Das Kaufhaus Fahning in den 50er Jahren.
Foto: Stadtarchiv
Was wir bereits wissen
Eine Ex-Angestellte des Kaufhauses Fahning, das bis 1964 auf dem geschichtsträchtigen Areal an der Ecke Münz-/Beekstraße stand, plant ein Treffen.

Duisburg.. Das Areal an der Ecke Münz-/Beekstraße ist ein geschichtsträchtiges Grundstück. Am Ort des heutigen Knüllermarkts eröffnete Quelle am 29. Oktober 1964. Davor war dort das Kaufhaus Fahning zu finden, in dem ab 1959 Renate Sauerborn, die damals noch Gruber mit Nachnamen hieß, erst als Auszubildende und später als Angestellte arbeitete. Es waren nur wenige Jahre, die ihr aber in schönster Erinnerung geblieben sind, weshalb sie sich zuletzt den Wunsch nach einem Wiedersehen mit möglichst vielen, früheren so geschätzten Kolleginnen erfüllen wollte. In mühsamer Recherche schaffte es Renate Sauerborn, einige Frauen, die zur damaligen Zeit in der Kaufhausverwaltung tätig waren, in einem Café in Duisburg zusammenzutrommeln. In diesem Herbst soll ein weiteres Treffen folgen – durch diesen Aufruf, sich bei ihr zu melden, so hofft sie, mit noch größerer Beteiligung.

Wer sich noch etwas mehr mit der Geschichte des Geschäftsgrundstücks beschäftigt, erfährt vom Leiter des Stadtarchivs Andreas Pilger, dass im Jahr 1835 Salomon Moses Cohen an dieser Stelle das „Duisburger Modehaus“ gründete. Dieses trug ab 1870 durch den Eintritt von Siegmund Epstein den Namen „Cohen und Epstein“ – die Epsteins gehören zu den ältesten jüdischen Familien in Duisburg.

Kaufhaus wurde „arisiert“

Unter dem Druck der Verfolgung durch die Nationalsozialisten mussten 1935 die Brüder Fritz und Harry Epstein an einen „arischen” Käufer verkaufen, in diesem Fall an Franz Fahning. Offenbar unter Wert, so Pilger. Denn nach dem Krieg seien bei einem Vergleich zusätzlich 800.000 D-Mark an Epstein gezahlt worden.

Im Krieg ist das Gebäude nach Angaben des Stadtarchiv-Leiters schwer zerstört worden. Die oberen Stockwerke musste Fahning demnach neu aufbauen. Nach dem Verkauf an Quelle wurde die Fassade, so Pilger, völlig neu gestaltet. Quelle habe dann 1975 das Gebäude, als es zu klein wurde, vollständig abgerissen und in knapp eineinhalb Jahren das heutige Gebäude an der gleichen Stelle errichtet. In den 1980er Jahren kooperierte Quelle mit dem Textil-Unternehmen Sinn, das seit 1988 große Teile des Gebäudes nutzte, bevor 2011 der Knüllermarkt dort einzog.

Renate Sauerborn, mittlerweile in Kevelaer wohnhaft, ist wegen des Wiedersehenstreffens erreichbar unter 02832/93 09 914.