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Erster Science-Slam in Duisburg

17.05.2011 | 18:33 Uhr
Erster Science-Slam in Duisburg
Dr. Melanie Diermann - Science Slam im Duisburger Hundertmeister am Dienstag (10.05.11). Fot: Jakob Studnar

Duisburg.Beim ersten Science-Slam in Duisburg versuchten sich Wissenschaftler an überzeugenden Erklärungen.

Wie sag ich’s bloß meiner Oma? Keine Sorge, an dieser Stelle gibt’s keine privaten Enthüllungen. Vielmehr lautet die Aufgabe, sein Forschungsthema möglichst einfach zu erklären – so, dass es auch die Oma versteht. Beim ersten Science-Slam, veranstaltet von der Agentur „Luups“ im Hundertmeister, lauschten rund 200 Studenten und lernten: Arbeitsrecht kann man auch witzig vermitteln. Kneipe trifft Know-How.

Je verrückter die Show desto höher die Siegchancen

Applaus
Unterhaltungswert

Vorbild des Science Slams sind die Poetry Slams. Genau wie beim Wettstreit der Dichter müssen auch die Wissenschaftler bei ihren Vorträgen darauf achten, möglichst hohen Unterhaltungswert zu erreichen und die Zuschauer nicht zu langweilen, denn das Publikum stimmt per Applaus zum Schluss über Sieg und Niederlage ab.

Die Science-Slam-Regeln sind schnell erklärt: Zehn Minuten hat jeder Wissenschaftler Zeit. Ob er nun dichtet, tanzt oder schlicht abliest, bleibt ihm überlassen. Sicher ist jedoch: Je verrückter die Show, um so größer die Chance, als Sieger von der Bühne zu gehen. Thesenpapiere sind denn auch Teufelszeug, stattdessen sind Wortwitz und Überzeugungskraft gefragt. Am Ende wird kräftig geklatscht und so der Gewinner gekürt.

Es ist ein Unterfangen für mehr Know-How in der Kneipe. Wissenschaft beim Bierchen sozusagen. Die Themen sind indes keine leichte Kost und einige so staubtrocken, dass man froh ist, dass es noch Bier gibt. Steffen Roski widmet sich etwa der Systemtheorie, Dr. Melanie Diermann arbeitet sich an der Beliebtheit von Guttenberg ab und Dr. Nicolas Wöhrl erklärt, warum es eben doch manchmal auf die Größe ankommt – er spricht über Nano-Diamanten. „10 Minuten sind eigentlich die ideale Länge für eine Vorlesung. Das bietet ganz neue Möglichkeiten, man stelle sich nur vor, wie viel man in so einen Bachelor-Studiengang pressen kann“, sinniert Julius Hölscher. Er moderiert den Abend und lernt ebenso viel dazu wie die Studenten.

Kai Kühne, der vierte Kandidat, hat einen Comic gezeichnet. Die lustigen Bilder dienen ihm als Anschauungsobjekte für den Richter an sich und im Besonderen. Er untersucht, ob etwa Geschlecht und Alter Auswirkungen auf die Urteile haben. Nacheinander wachsen den Comicfiguren Bärte, sie bekommen Falten oder Brüste. Spätestens da hat Kai Kühne die Lacher auf seiner Seite.

Boxhandschuhe für den Gewinner

Dr. Nicolas Wöhrl weiß: Manchmal ist kleiner besser. Aber er ist ja auch Nanowissenschaftler. Spielerisch erklärt er den Physik-Laien, welche Eigenschaften so ein Diamant hat und wie man ihn in der Nanotechnologie einsetzen kann. Allerdings: „Frauen kann man damit nicht mehr überzeugen, da braucht man schon größere Klunker“, weiß Wöhrl. Die Zuhörer quittieren die Erklärungen mit Klatschen und Johlen. „Solche lustigen Professoren würde man sich wünschen, aber die meisten lesen ja einfach nur vom Blatt ab“, sagt ein Student, der seinen Namen lieber nicht verraten will.

Am Ende gewinnt Kai Kühne. Bei ihm brandet der größte Applaus auf, seine Sprüche waren die besten. Etwas ungläubig nimmt er seinen Preis, zwei Boxhandschuhe, entgegen. Mit denen kann seinen Platz verteidigen, denn im nächsten Semester soll es eine Neuauflage geben.

Fabienne Piepiora

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