Ernst nehmen

Verlockender kann ein Angebot der Stadtplaner doch nicht sein: Mitplanen ausdrücklich erwünscht! Mit „Duisburg 2027“, dem neuen Flächennutzungsplan, geht die Stadtplanung völlig neue Wege. Riesenauftaktveranstaltung in der damals noch nicht gesperrten Mercatorhalle, Bürgerforen in allen Teilen der Stadt – das liegt schon hinter Planern und Mitplanern. Was am Montagabend nun im Neudorfer Berufsschulzentrum vorgestellt wird, ist noch nicht das Ende der Bürgerbeteiligung, sondern Beginn einer neuen Phase. Mitreden bleibt weiter erwünscht.

Wieder wird es eine Großveranstaltung geben, wieder gehen die Planer auf Tournee durch die Stadtteile, bieten sogar Gastspiele bei Vereinen und Verbänden an und zeigen sich offen für schriftlichen Anregungen.

Auch bei der Neugestaltung der Bahnhofsplatte werden nun die Bürger einbezogen, nachdem die Innenstadtentwickler bisher nicht viel mehr als tristen Beton vorweisen können. Neuen Schub sollen Bürger bringen, die auf Augenhöhe mit Planern und Investoren über die Zukunft des wichtigsten Platzes der Stadt mitreden sollen.

Ebenfalls um Mitwirkung geht es beim städtischen Haushalt, dem Sorgenkind der Politik seit vielen Jahren. Vorschläge von Bürgern sind auch hier erwünscht.

So weit, so gut. Dass Kommunalpolitik und Stadtverwaltung die Bürgerschaft in wichtige Entscheidungen einbinden, ist neuer Stil und durchaus erprobenswert. Wichtig sind in diesem Prozess aber zwei Dinge: Es müssen genügend Bürger mit dem nötigen Ernst mitmachen, um durch einen erkennbaren Erfolg das Modell der breiten Bürgerbeteiligung zum Regelfall zu machen. Motto müsste sein: Nur wer von Anfang an mitmacht, darf am Ende noch meckern.

Zweitens muss im Laufe aller drei Prozesse erkennbar sein, dass die Bürger und ihre Argumente ernst genommen werden. Dann sind am Ende auch Ergebnisse akzeptabel, die sicherlich nicht jedem gefallen werden.