Das aktuelle Wetter Duisburg 16°C
Regattabahn

Erinnerungen an Aufbauzeiten

05.10.2012 | 12:00 Uhr
Erinnerungen an Aufbauzeiten
Die Regattabahn nach den Umbauten in den 50er Jahren.lFoto: MILBRET

Duisburg. Werner Boeinck hat ein paar alte Fotos mitgebracht. Zahlreiche Zuschauer sind auf einem Bild zu erkennen, die die Sportler bei ihrer Titeljagd auf der Regattabahn im Sportpark Wedau anfeuern. Die Menschen stehen auf der Ostseite vor den Bootshallen, daneben ist der Zielrichterturm zu sehen. „Es sind die ersten Bauten, die für die Regattabahn errichtet worden sind, um internationale Wettkämpfe professioneller durchführen zu können“, erzählt Werner Boeinck.

Der heute 90-Jährige war als Statiker Mitte der 50er Jahre am Bau der Gebäude maßgeblich beteiligt. Er erinnert sich: „Ich war selbstständig mit meinem Büro in Duisburg und habe viel im Auftrag der Stadt gearbeitet. Und weil das Hochbauamt federführend für Planung und Ausführung dieser ersten Bauten für die Regattabahn verantwortlich war, bin ich auch damals als Statiker hinzugezogen worden.“

Auf den letzten Drücker fertig geworden

Dieses Projekt gehört für ihn zum Wiederaufbau der Bundesrepublik nach dem Krieg. Viel Zeit blieb damals allerdings nicht. „Insgesamt hatten wir nur etwa ein Jahr Zeit“, erzählt Werner Boeinck. „Das war sehr stressig, die Bauten wurden auch erst im letzten Moment fertig.“ Zum Glück habe es keine größeren Probleme gegeben. „Das ist alles ganz normal verlaufen.“

Den einen oder anderen Titelkampf hat er als Zuschauer auch verfolgt und irgendwann mitbekommen, dass Kanuten nicht allzu viel von Ruderern halten: „Weil die Ruderer immer so eigenartig mit dem Rücken zum Ziel sitzen...“, erzählt der 90-Jährige mit einem Augenzwinkern. Noch heute spaziert er gerne über die „wundervolle Anlage“ der Regattabahn. Sie habe über die Jahre unheimlich an Bedeutung gewonnen.

Die Gebäude sind fast wie eigene Kinder

Zur Kanu-Weltmeisterschaft 1979 wurde zum Beispiel der Zielbereich völlig neu gestaltet. Das ehemalige Regattahaus auf der Ostseite wurde zum Bundes- und Landesleistungszentrum für den Kanusport umgebaut. Auf der Westseite wurde ein neuer Zielrichterturm errichtet – als Bestandteil der neuen Tribüne.

Wenn Werner Boeinck heute über die Anlage spaziert, erfüllt ihn die Erinnerung an die Anfänge auch ein wenig mit Stolz. „Alle Gebäude, an denen ich beteiligt war, betrachte ich ein bisschen wie meine eigenen Kinder.“

Von Daniel Wiberny



Kommentare
Aus dem Ressort
Auf frischer Tat ertappt - Dieb überfährt Zeugin in Duisburg
Kriminalität
Eine 45-jährige Spielhallen-Angestellte hat am Freitag Verdächtiges auf einem Parkplatz in Duisburg-Homberg beobachtet. Sie sah, wie ein Mann einen Werkzeugkoffer klaute, rannte auf den Parkplatz und stellte sich vor das Auto, um den Kriminellen zu stoppen. Der Dieb gab jedoch Gas und überfuhr sie.
Rückbau der Duisburger A59-Baustelle noch bis Ende November
Autobahn 59
Noch nicht so reibungslos wie erhofft läuft der Verkehr auf der Berliner Brücke der A59. Noch wenigstens bis Ende November braucht StraßenNRW, um die Baustelle auf der A59 komplett zurückzubauen. Das soll größtenteils nachts und an Wochenenden geschehen, teilweise werde aber wochentags gearbeitet.
Keine schnelle Lösung für Straßenstrich im Duisburger Süden
Prostitution
Bis zu acht Prostituierte bieten auf dem Straßenstrich an der Uerdinger Straße in Duisburg ihre Dienste an. Sehr zum Leidwesen der Bürger. Das Ordnungsamt macht jedoch deutlich, dass es schnell an rechtliche Grenzen stößt. Mit vermehrter Präsenz versucht das Amt, das Problem in den Griff zu kriegen.
Rüttgers als Zeuge: "Ministerpräsident baut keine Archive"
Landesarchiv
Ex-Ministerpräsident Rüttgers ist der letzte Zeuge im Untersuchungsausschuss des Landtags zum Millionenskandal „Landesarchiv“. Die Schuld an der Kostenexplosion weist er von sich: „Ein Ministerpräsident baut keine Archive“. Die Abgeordneten lässt er spüren, dass er in einer anderen Liga spielt.
Weichenarbeiten in Duisburg wirbeln Fahrplan durcheinander
Bahn
Bahnreisende im westlichen Ruhrgebiet müssen am Wochenende mit einigen Einschränkungen rechnen. Weil im Duisburger Hauptbahnhof eine Weiche erneuert wird, fallen einige Züge im Regionalverkehr aus, IC und ICE fahren Umleitungen. Insbesondere die Linien S1, S2 und der RE2 sind betroffen.
Mercator-Stühle auf der Bahnhofsplatte
Es geht endlich weiter mit der Gestaltung der kahlen Bahnhofsplatte. Mercator-Stühle und eine Lange Bank hatten sich Bürger gewünscht. Wie finden Sie das?

Es geht endlich weiter mit der Gestaltung der kahlen Bahnhofsplatte. Mercator-Stühle und eine Lange Bank hatten sich Bürger gewünscht. Wie finden Sie das?

 
Fotos und Videos
Sportliche Heimat der Zebras
Bildgalerie
Die MSV-Stadien
Halloween im Duisburger Horrorhaus
Bildgalerie
Halloween
Rundgang durch Beeck
Bildgalerie
Stadtteile
MSV verliert nach Elfmeterschießen
Bildgalerie
DFB Pokal