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Er hatte Mord im Sinn

17.01.2008 | 18:51 Uhr

Schwurgericht verurteilt Bäckereiangestellten nach Angriff mit dem Hammer zu zehn Jahren Haft.Auch gestern brach der Angeklagte sein Schweigen nicht und nahm das Urteil unbeteiligt auf

Zehn Jahre Gefängnis - gestern wurde das Urteil gegen den 41-jährigen Bäckereiangestellten aus Duisburg gefällt. Und es hätte kaum härter ausfallen können: Das Schwurgericht in Duisburg sprach den Mann wegen versuchten Mordes schuldig.

Überraschte ihn der Richterspruch? Verspürte er Reue, Entsetzen gar? Der Verurteilte wird dieses Geheimnis mit sich ins Gefängnis nehmen. Denn auch am letzten Verhandlungstag sprach er kein Wort. Unbewegt blieb seine Miene, als die Staatsanwältin ihm in ihrem Schlussplädoyer den Mordversuch vorhielt, die Gelegenheit zu einem eigenen letzten Wort ließ er ungenutzt verstreichen. Als der Vorsitzende Richter schließlich das Strafmaß verkündete, beugte sich der Täter nur vor, um Notizen in seinen Block zu kritzeln.

Im Plädoyer ließ die Anklagevertreterin noch einmal die Ereignisse des 14. April 2007 Revue passieren. Es wurde eine Darstellung, der sich das Gericht später in seiner Urteilsbegründung anschloss.

Geldschwierigkeiten sollen es gewesen sein, die den 41-Jährigen letztlich zum Äußersten trieben. Offenbar war er "schwarz" in der Backstube beschäftigt worden, es gab Streit mit dem Inhaber um die vereinbarten Zahlungen. Zudem hatte der Verurteilte Schulden. Er beschloss daher, Geld aus dem Büro zu stehlen.

Dabei wurde er vom Besitzer der Osterfelder Bäckerei überrascht. "Sie wollten sich dieses Zeugen entledigen und zwar endgültig", unterstellte die Staatsanwältin dem Angeklagten damit einen Tötungsvorsatz und sprach von "Verdeckungsabsicht".

Er schlug dem 50-jährigen Inhaber so lange mit einem Hammer auf den Kopf, bis der Stiel brach. "Danach gingen sie zu ihrem Spind, um sich ein neues Tötungswerkzeug zu holen", befand auch der Richter in der Urteilsbegründung. Im Schrank hatte der Angeklagte einen Schlagstock aufbewahrt.

"Schon nach dem ersten Hammerschlag hätten sie flüchten können, spätestens aber, nachdem der Stiel zerbrochen war", argumentierte die Staatsanwältin. Dass der Angeklagte danach bewaffnet wieder zum Opfer lief, bewies seine mörderische Absicht. "Sie wollten ihm den Rest geben", resümierte die Staatsanwältin.

Ganz anders stellte der Verteidiger die Vorfälle in seinem Abschlussvortrag dar. Es sei unbewiesen, dass nicht gar der Inhaber der Bäckerei den Streit angefangen und als Erster mit dem Hammer zugeschlagen habe. Denn auch der Angeklagte hatte eine Platzwunde am Kopf. Das Kampfgeschehen und die Verletzungen stellte der Anwalt nicht in Abrede, einen Tötungsvorsatz seines Mandanten wies er aber zurück. Er plädierte für eine Verurteilung nur wegen gefährlicher Körperverletzung und forderte dafür eine Gesamtstrafe von dreieinhalb Jahren.

Von Christian Schmücker



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