Engagierte Duisburger Fluthelfer geehrt

Trotz körperlicher und psychischer Belastungen würden die rund 100 Duisburger sofort wieder helfen.
Trotz körperlicher und psychischer Belastungen würden die rund 100 Duisburger sofort wieder helfen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
OB Sören Link und Innenminister Ralf Jäger zeichneten rund 100 Menschen aus, die bei der Hochwasserkatastrophe 2013 in Sachsen-Anhalt halfen.

Duisburg.. Für ihr Engagement und ihre Solidarität erhielten die Duisburger Helfer der Hochwasserkatastrophe 2013 eine Auszeichnung des Landes Sachsen-Anhalt. Bei einer Feierstunde verliehen Oberbürgermeister Sören Link und Innenminister Ralf Jäger den rund 100 Fluthelfern der Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) jetzt im Rathaus Urkunden und Bandschnallen.

Entschlossene Einsatzkräfte

Gemeinsam mit Einsatzkräften aus den Kreisen Kleve und Wesel hatten die Männer und Frauen vom 8. bis zum 17. Juni 2013 in Magdeburg freiwillig Hilfe geleistet. Die allermeisten hatten nicht lange gezögert und waren sofort nach Bekanntwerden der Katastrophe abgereist. Ralf Jäger lobte die Entschlossenheit: „Diejenigen, mit denen ich gesprochen habe, versicherten mir, dass so eine Einsatzbereitschaft selbstverständlich sei. Das ist es aber eben nicht und deshalb verdienen sie die höchste Anerkennung.“ Doch nicht nur für sie war der Innenminister voll des Lobes: „Auch den Arbeitgebern, die ihre Mitarbeitern für den ehrenamtlichen Einsatz freigestellt haben, gilt mein Dank“, sagte er.

Oberbürgermeister Sören Link zeigte sich sehr stolz auf die „kompetenten und effizienten" Duisburger Helfer: „Die Hilfsbereitschaft, die während der Hochwasserkatastrophe an den Tag gelegt wurde, ist ein schönes Zeichen für unser Land.“

Überflutungen verhindert

Der 23-jährige Fabian Schneider aus Mündelheim gehört zu denen, die keine Sekunde zögerten nach Sachsen Anhalt zu reisen. „Für mich war sofort klar: Da muss ich jetzt hin“, erzählt er. Damals noch als Verkäufer beschäftigt, sprach der heutige Vollzeit-Feuerwehrmann kurz mit seinem Vorgesetzten und packte dann seine Tasche: „Was mich dort erwartete, war psychisch belastend. Schließlich hatten viele ihr Hab und Gut verloren. Doch ich riss mich zusammen und arbeitete so gut ich konnte“. Wie seine Feuerwehr-Kollegen war er damit beauftragt, Überflutungen an einem stationären Pumpwerk zu verhindern.

Katja Böse (30), Bereitschaftsleiterin des DRK in Duisburg, war für die Verpflegung der Anwohner und Feuerwehrmitarbeiter zuständig. „Die Bevölkerung war sehr dankbar und half . Nach einiger Zeit, begannen die Menschen, auch uns zu verpflegen. Das hat mich berührt.“

Sie betont den großen Unterschied zwischen Fernsehbildern und Wirklichkeit: „Wenn man vor Ort ist, hat es eine ganz andere Wirkung. Das konnte ich mir vorher gar nicht vorstellen“, sagt sie.

Trotz der Anstrengung und der psychischen Belastung sind sich alle einig: Sie würden sofort wieder helfen.